Elitereport So sehen Dax-Firmenchefs die Jungmanager

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Werner Wenning, Bayer

mm: Haben die Manager unter 40 einen anderen Führungsstil?

Wenning: Gefragt ist ein offener und transparenter Stil. Manche junge Manager sind heute recht fordernd - weniger in Sachen Gehalt, sondern in ihren beruflichen Erwartungen. Das ist häufig auch eine Herausforderung für ihre Vorgesetzten.

mm: Welche Rolle spielt das Privatleben für diese Generation?

Wenning: Die Bedeutung von Work-Life-Balance wird zunehmen. Die Firmen müssen reagieren, sonst werden sie als Arbeitgeber unattraktiv. Flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Elternzeiten oder die Einrichtung von Home-Offices - die etwa in unserer Rechtsabteilung bewährte Praxis sind - helfen, Firmen- und Mitarbeiterinteressen zu verbinden.

Foto: Bayer AG
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Michael Diekmann, Allianz

mm: Ist es für die Jungen leichter oder schwerer geworden, Karriere zu machen?

Diekmann: Karrieren sind nicht mehr so planbar, deshalb ist Flexibilität extrem wichtig. Die Ausbildungsqualität ist stark gestiegen. Studien werden sehr schnell absolviert, Auslandsaufenthalte und Zusatzqualifikationen sind Standard. Von daher sind die Einstiegshürden sicher höher geworden.

mm: Welche Herausforderungen kommen auf diese Generation zu?

Diekmann: Durch Wettbewerbsdruck werden die Anforderungen an Unternehmertum oder Führungsqualität steigen. Eines aber gilt immer: Es kommt nicht allein auf akademisches Wissen an, sondern auf gesundes Urteilsvermögen und Sozialkompetenz.

Foto: DPA
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Henning Kagermann, SAP

mm: Was unterscheidet die jüngere von der älteren Managergeneration?

Kagermann: Die Jungen haben viel mehr Affinität zu modernen Technologien, sie haben mehr Auslandserfahrung, und der Drang in operative Positionen ist wesentlich stärker als früher.

mm: Ist es heute leichter, Karriere zu machen?

Kagermann: Ja, weil es durch die Globalisierung mehr Möglichkeiten gibt, die Firmen ihre Begabtenförderung ausgebaut haben und Seniorität eine viel geringere Rolle spielt als früher. Wenn ein junger Manager bereit ist, durchs Feuer zu gehen, kann er heute auch viel früher zeigen, dass er es schafft, und wir können diesen jungen Talenten mehr ermöglichen.

Foto: SAP
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Klaus Kleinfeld

mm: Was muss ein Berufseinsteiger für den Aufstieg mitbringen?

Kleinfeld: Wir nennen es das "T-Profil": Der Querbalken steht für Managementfähigkeiten wie Analyse oder Teamfähigkeit. Der zweite Balken steht für Fachkompetenz, wobei es nicht nur um Inhalte geht, sondern darum, ob sich einer tief gehend mit einem Thema auseinandersetzen, also dicke Bretter bohren kann.

mm: Wie werden sich die Anforderungen an Jungmanager ändern?

Kleinfeld: Sie müssen schnell sein und klug, denn fast alle Firmen stehen im globalen Wettbewerb. Sie müssen vernetzt denken, viele Informationen und Menschen verbinden. Das sind aber Stärken, die wir gerade in Deutschland immer schon gefördert haben.

Foto: AP
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