Autowerte Wilde Geschichten, gefährdete Kursgewinne

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DaimlerChrysler: Hoch sind die Hoffnungen, dass mit dem Abschied von der US-Sparte Chrysler eine kostspielige Ehe bald zu Ende geht. Nach dem Kauf von AEG und dem Flugzeugbauer Fokker hat Daimler-Benz mit Chrysler ein weiteres Beispiel geliefert, wie man durch Übernahmen Milliardenwerte an Aktionärsvermögen vernichten kann. Mit den Finanzinvestoren Cerberus, Blackstone sowie dem Autozulieferer Magna werden immer wieder Interessenten für die US-Sparte Chrysler gehandelt, die Pensions- und Gesundheitskosten in Milliardenhöhe drücken. Doch nicht auszudenken, wenn deren Gebote in naher Zukunft nicht deutlich attraktiver ausfallen als das Gebot des US-Milliardärs Kirk Kerkorian, das von DaimlerChrysler geflissentlich ignoriert wird. Bleibt Daimler mit Kerkorians Gebot allein oder am Ende doch noch fest mit Chrysler verbunden, ist ein Rückschlag des Aktienkurses wahrscheinlich.

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BMW: Mit 1,37 Millionen verkauften Fahrzeugen stellte der Autobauer im vergangenen Jahr einen Absatzrekord auf, der Umsatz stieg auf den Höchstwert von knapp 49 Milliarden Euro. Doch der Aktienkurs bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie schon vor fünf Jahren: Börsianern fehlt die Kursfantasie, zumal der starke Euro sowie eine auslaufende Modellpalette den Premiumhersteller belasten. Eine aufregende Neustrukturierungsgeschichte wie VW und Daimler hat BMW derzeit nicht zu bieten, ist aber laut Kurs-Gewinn-Verhältnis günstiger als die beiden Wettbewerber. BMW-Chef Reithofer hat für 2007 Produktivitätssteigerungen und einen weiteren Absatzrekord versprochen: Für langfristige Investoren, die Verlässlichkeit nicht mit Langeweile gleichsetzen, ist die Aktie interessant. Mehr Musik spielt derzeit jedoch bei Porsche ...

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Volkswagen: Die VW-Aktie hat sich seit dem Einstieg des Sportwagenbauers Porsche im September 2005 mehr als verdoppelt. Allein seit Jahresbeginn legte die Stammaktie rund 30 Prozent zu. Nach seinem öffentlichen Übernahmeangebot, das unter der aktuellen Notierung liegt, kann der Sportwagenbauer Porsche seinen Anteil von 31 Prozent nun in aller Ruhe erhöhen, ohne weitere Angebote vorlegen zu müssen. Die Aussicht, VW vor einer feindlichen Übernahme zu schützen und die Zusammenarbeit zwischen Wolfsburg und Zuffenhausen zu verstärken, kann jedoch nicht über die noch immer hohen Produktionskosten bei der Kernmarke Volkswagen hinwegtäuschen. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte die Sanierungsarbeit kaum richtig begonnen, da wurde er vom Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wieder fortgeschickt. BMW setzt dagegen auf Kontinuität ...

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Porsche: Der Einstieg bei Volkswagen hat die Porsche-Vorzugsaktie beflügelt - mehr als 50 Prozent Kursgewinn seit September 2005. Der Sportwagenbauer mit einem Jahresumsatz von rund sieben Milliarden Euro hat schon jetzt praktisch das Sagen bei Volkswagen, dessen Umsatz im Vorjahr 105 Milliarden Euro betrug. Porsche will eine Holding in Form einer Europa AG gründen, um VW-Arbeitnehmervertreter aus dem eigenen Aufsichtsrat fernzuhalten und dennoch die Macht über den Wolfsburger Goliath auszubauen. Anleger können an dieser Übernahmestory nur mit Hilfe stimmrechtsloser Vorzugsaktien profitieren - das Sagen bei Porsche haben die Porsche-Nachkommen Porsche und Piëch.

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