10 Jahre Neuer Markt Von Highflyern und Pennystocks

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Die Aktionäre skandierten auf den Hauptversammlungen seinen Namen: Thomas Haffa baute im Schnelltempo das Medienimperium EM.TV auf. Verbrieft ist die Geschichte von der Großmutter, die ihrer Enkelin einige EM.TV-Aktien schenkte, weil diese Kermit, den Muppet-Frosch so gern mochte. Und EM.TV hielt nicht nur Rechte an der Formel 1 - sondern auch an den Muppets. Mit einem Einsatz von wenigen tausend Euro machte die Oma ihre Kermitfan-Enkelin zur Millionärin - pardon, Buchwert-Millionärin. Thomas Haffa und sein Bruder und Ex-Finanzvorstand Florian (Söhne eines Landmaschinenhändlers), leben heute nicht in Armut. Thomas Haffa wohnt in der Schweiz. Mit seiner Ehefrau Gabriele besitzt er die Yacht-Handelsfirma Dahm International in Mallorca, 2003 gründete er in München mit drei Partnern eine Beteiligungsgesellschaft.

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Die Richtung stimmt: Das damalige Vorstandsmitglied der Deutschen Börse, Reto Francioni (l) mit Gerhard Schmid, Gründer von Mobilcom am 10. März 1997. Zunächst entpuppte sich der Börsengang als eine lohnende Entscheidung. Mobilcom steigerte seinen Wert im ersten Börsenjahr um 2800 Prozent. Die Turbulenzen, in die der Konzern später geriet und die Schmid - einst einer der hundert reichsten Deutschen - auch finanziell trafen, sind beispiellos in der deutschen Unternehmenslandschaft. Heute ist Schmid Geschäftsführer eines Strom-Anbieters (Bonusstrom), der seiner Ehefrau gehört. Reto Francioni ist seit Oktober 2005 Vorstandschef der Deutschen Börse, die er fünf Jahre zuvor verlassen hatte. Zwischenzeitlich führte Francioni den Nürnberger Discountbroker Consors und war anschließend Chef der Schweizer Börse geworden.

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Schöner Schein der Kinowelt: Vorstandschef Michael Kölmel hat seine Medien-Unternehmungen, die zeitweise auch die Vermarktung einiger Fussballvereine beinhalteten, zwar im Volumen reduziert. Die Kinowelt ist als Filmverleiher aber weiterhin tätig. Nicht mehr in München sondern in Leipzig - und nicht mehr als Aktiengesellschaft sondern als GmbH. Wobei die Kinowelt-Aktie weiterhin zu haben ist - zu Kursen zwischen 30 und 40 Cent. Im Sommer 1999 waren es noch 80 Euro, die pro Kinowelt-Papier an der Börse gezahlt wurden.

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Stefan Domeyer und seine Idee von der Metabox: Internet und Fernsehen sollte der sagenumwobene Technikkasten verschmelzen, eine Medienrevolution einleiten. Das Vielversprechende klappte nicht, statt 60.000 Metaboxen wurden nur 3000 verkauft. Folgerichtig existiert das Unternehmen seit Oktober 2002 nicht mehr. Der heute 46-jährige Domeyer investiert derzeit in einer anderen Branche - Kartbahnen.

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Es begann mit einem Fahrradkurier: Bankierssohn Karl Matthäus Schmidt erzählte, dass per Kurier die ersten Aufträge für den ersten Discountbroker Deutschlands eintrafen. Als Anbieter eines Dienstes, den eine rasch wachsende Zahl der Aktionäre nutzte, war Consors am Neuen Markt zunächst ein Selbstgänger. Wer schnell und billig Aktien traden wollte, machte das online. Und tut es heute immer noch. Auch die Konkurrenten Comdirect und DAB-Bank bestehen heute noch, wenngleich die Aktien der Onlinebroker ihre Höchststände in diesem Jahrzehnt nicht wiedersehen dürften. Karl Matthäus Schmidt gründete im vergangenen Jahr die Quirin Bank, von deren neuartigem Provisionsmodell er sich Marktvorteile erhofft.

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Neuer-Markt-Guru Bernd Förtsch: "Dausend Euro!" für dieses Kursziel von Fondsmanager Förtsch in der legendären 3Sat-Börse, das er häufig für weit darunter liegende Aktien prognostizierte, liebte ihn eine schnell wachsende Fangemeinde. Später, als die Kurse purzelten, hörte man monatelang kaum noch etwas von ihm. Doch heute, nach dem Nemax-Kursgewitter, bietet er Fonds an, ist Chefredakteuer von "Der Aktionär" und zudem ins TV-Geschäft eingestiegen. Jüngster Sproß seiner Börsenmedien AG ist das Deutsche Anleger Fernsehen (DAF) in Kulmbach. Von hier aus werden verschiedene Kanäle mit Finanzsendungen beliefert.

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Man nehme einen Minicomputer: Kontrons Vorstandschef Hannes Niederhauser kann sich über Aktienkurse um die 10-Euro-Marke freuen - auch wenn der Höchstkurs 2001 noch bei 60 Euro lag. Denn das Geschäftsmodell des Unternehmens hat das Platzen der Hightech-Blase überlebt.

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Der Dax als müde Veranstaltung: Die Performance des neuen Hightech-Marktsegments stellte die Kursgewinne in den Schatten, die mit dem Dax zu erreichen waren. Das galt jedenfalls noch bis zum Sommer 2000 - obwohl der Neue Markt hier schon einen kräftigen Einbruch erlebt hatte. Nachher kam es dann noch erheblich schlimmer.

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1997 startete er mit zwei Werten - zwei Jahre später entwickelte sich der Neue Markt zum wuchernden Börsen-Urwald mit allerlei exotischen Pflanzen. Mit den Kursen schoss auch die Zahl der Börsengänge in die Höhe - der Absturz kam im Jahr 2001.

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