Tarifrunden Welchen Branchen wann Ärger droht

2007 wird ein entscheidendes Jahr für die Tarifpolitik in Deutschland. In zahlreichen Schlüsselbranchen laufen die Tarifverträge aus, und die solide Konjunktur weckt Begehrlichkeiten nach mehr Lohn. Vor allem Verdi und IG Metall wollen vor ihren Gewerkschaftstagen im Herbst Flagge zeigen.
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Metall- und Elektroindustrie: 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt - dies ist die Forderung der IG Metall für die rund 3,2 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Die vorangegangene Tarifrunde hatte nach harter Auseinandersetzung und Warnstreiks Tariferhöhungen von 3 Prozent gebracht. Die Tarifverträge sind Ende März ausgelaufen, nach Ablauf der Friedenspflicht am 28. April hat die IG Metall mit Warnstreiks begonnen. Der Abschluss in der Chemieindustrie hat Begehrlichkeiten geweckt ...

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Chemische Industrie: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE) sowie die Arbeitgeberseite haben mit einem Tarifabschluss von 4,3 Prozent im März ein Signal für andere Branchen gesetzt: In diesem Jahr ist einiges drin. Im Gegensatz zur Metall- und Elektroindustrie sind Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Chemischen Industrie aber sehr konsensorientiert.

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Baugewerbe: Auch im Bauhauptgewerbe läuft der Tarifvertrag am 31. März 2007 aus. Rund 587.000 tariflich organisierte Beschäftigte sind betroffen. Die Branche hatte nach zahlreichen Krisenjahren im Jahr 2006 ein Umsatzplus von 6,5 Prozent verzeichnet, für dieses Jahr wird mit einer Steigerung von 3,5 Prozent gerechnet. Die Erholung in der Branche dürfte sich auch in höheren Lohnforderungen bemerkbar machen.

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Einzelhandel: Die Branche mit rund 2,7 Millionen Beschäftigten steht vor einer besonders konfliktträchtigen Tarifrunde. Die Arbeitgeber wollen wegen der Freigabe der Ladenöffnungszeiten sämtliche Abend- und Nachtzuschläge streichen, stoßen damit aber auf den erbitterten Widerstand der Gewerkschaft Verdi. Die Tarifbindung für den Einzelhandel in Hessen, Saarland und Baden-Württemberg läuft Ende März ab, Ende April läuft dann der Tarifvertrag für die übrigen Bundesländer aus. Der Einzelhandelsverband befürchtet wegen der Mehrwertsteuererhöhung zudem Umsatzeinbußen für dieses Jahr.

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Groß- und Außenhandel: Im Groß- und Außenhandel mit rund 1,1 Millionen Beschäftigten laufen in diesem Jahr ebenfalls die Tarifverträge aus - in den südlichen Bundesländern Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg per Ende März, in den übrigen Tarifgebieten einen Monat später. Eine Lohnforderung gibt es noch nicht.

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Holz- und kunststoffverarbeitende Industrie: Kündigungstermin für die Tarifverträge in dieser Branche ist der 30. April - zumindest in den Tarifbezirken Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Niedersachsen. Auch hier halten sich die Tarifpartner noch bedeckt.

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Deutsche Bahn AG: Für 142.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn läuft der Tarifvertrag am 30. Juni 2006 aus. Der Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, hält eine 5-prozentige Lohnsteigerung für nicht ausreichend: Die Tarifforderung soll Ende März von den Mitgliedern festgelegt werden. Durch die geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn bis 2008 erhalten die Verhandlungen zusätzliche Brisanz.

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Deutsche Telekom: Für rund 70.000 Beschäftigte der Deutschen Telekom enden die Tarifverträge am 31. Juli 2007. Zu Beginn des Jahres hatten sich die Gewerkschaft Verdi und die Mobilfunksparte T-Mobile auf 3 Prozent mehr Lohn und Gehalt geeinigt: Dies könnte Pilotfunktion haben. Die Deutsche Telekom steht nach der jüngsten Gewinnwarnung besonders unter Druck, einen einvernehmlichen und nicht zu teuren Abschluss zu erzielen.

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Versicherungsgewerbe: Rund 700.000 Menschen sind im deutschen Versicherungsgewerbe beschäftigt. Die Tarifverträge laufen Ende August aus. Wie in der Chemiebranche wird auch hier mit einer eher leisen, konsensorientierten Lohnrunde gerechnet, obwohl viele Finanzkonzerne trotz steigender Gewinne Stellen streichen.

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Öffentlicher Dienst: Zum Jahresende laufen die Verträge von 1,5 Millionen Arbeitern und Angestellten im öffentlichen Dienst aus. Die Verhandlungen werden Abschluss des Tarif-Schlüsseljahres 2007 sein.

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