Aktien, Fonds, Zertifikate Welche Anlagen sich noch lohnen

Ab 2009 wird auf Kapitalerträge eine Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent fällig. manager-magazin.de zeigt die Auswirkungen auf Anlageformen wie Investmentfonds, Aktien, Zertifikate oder Zinspapiere.
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Aktien: Noch sind Kursgewinne steuerfrei, wenn Aktien länger als ein Jahr gehalten werden. Diese Steuerfreiheit wird fallen: Von 1000 Euro Kursgewinnen wird die Bank dann 250 Euro direkt an den Fiskus überweisen. Die Stichtagsregelung zum 1. Januar 2009 wird drastische Auswirkungen haben - wer bis 31. Dezember 2008 zum Beispiel 10.000 Euro in Aktien investiert und diese zehn Jahre lang hält, kassiert bei einer jährlichen Rendite von 7 Prozent knapp 20.000 Euro steuerfrei. Wer erst ab 2009 mit der gleichen Summe einsteigt, muss auf den Wertzuwachs von 10.000 Euro dagegen 2500 Euro Abgeltungsteuer zahlen. Die Steuerlast erhöht sich noch durch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Auch bei Dividenden verdoppelt sich für viele Aktionäre die Steuerlast ...

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Dividenden: Schüttet ein Unternehmen 1000 Euro Dividende an den Anleger aus, muss er davon derzeit nur die Hälfte zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern, denn das Unternehmen zahlt die Dividende ja aus bereits versteuertem Gewinn. Dieses Halbeinkünfteverfahren wird mit der Abgeltungsteuer kassiert, so dass von 1000 Euro ausgezahlter Dividende künftig 250 Euro Steuer fällig werden. Für Anleger mit einem persönlichen Steuersatz von 25 Prozent verdoppelt sich damit ab 2009 die Steuerlast. Spürbar wird die Besteuerung von Dividenden vor allem für Besitzer von Aktienfonds ...

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Investmentfonds: Aktienfonds, die Erträge automatisch wieder anlegen (thesaurierende Fonds), sollen ebenfalls jährlich besteuert werden. Der Fiskus unterstellt, dass Erträge real geflossen seien ("Zuflussfiktion") und unterwirft diese Jahr um Jahr der Steuer. Die jährlich versteuerten Erträge sollen beim späteren Verkauf der Fondsanteile aus dem Veräußerungsgewinn herausgerechnet werden, um eine Doppelbesteuerung zu verhindern. Dieses Verfahren ist extrem aufwendig und dürfte für noch mehr Bürokratie sorgen.

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Zertifikate: In letzter Minute hat der Gesetzgeber per Sonderregelung durchgesetzt, dass Zertifikate, die nach dem 14. März 2007 gekauft und über den 30. Juni 2009 hinaus gehalten werden, bereits jetzt unter die Abgeltungsteuer fallen. Zudem fallen sie unter das Emittentenrisiko - geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld weg. Sicherer und auch steuerlich günstiger ist es, einen Index durch den Kauf eines Indexfonds oder eines so genannten Exchange Traded Funds (ETF) nachzubilden: Wer noch in diesem Jahr einen Indexfonds oder ein ETF kauft und diesen langfristig hält, muss auf die Kursgewinne keine Abgeltungsteuer zahlen.

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Ausschüttende Fonds: Bei Investmentfonds, die ihre jährlichen Erträge direkt an die Anleger ausschütten, greift die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zweimal zu: jedes Jahr bei den ausgeschütteten Erträgen und dann noch einmal zu dem Zeitpunkt, wenn der Anleger seine Fondsanteile mit Gewinn verkauft. Aus diesem Grund könnten Investmentfonds, die ihre Anleger mit jährlichen Ausschüttungen beglücken, künftig zu einer kleinen Minderheit gehören. Einen Aufschwung dürften dagegen Zinspapiere erleben ...

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Anleihen und Zinspapiere: Festverzinsliche Wertpapiere werden ab 2009 für Gutverdiener interessanter. Statt des persönlichen Steuersatzes von bis zu 42 Prozent (gegebenenfalls plus 3 Prozent Reichensteuer) werden auf Zinserträge dann nur noch 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig - für Spitzenverdiener wird die Steuerlast bei diesen risikoarmen Papieren fast halbiert. Kritiker befürchten, dass sich noch mehr Bundesbürger aus Aktien verabschieden, wenn risikoarme, festverzinsliche Papiere steuerlich bessergestellt und Risikopapiere wie Aktien belastet werden. Besonders hart getroffen werden zum Beispiel Sparpläne mit Aktienfonds ...

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Sparpläne: Bei langjährigen Aktien- und Fondssparplänen entfaltet die geplante Abgeltungsteuer ihre volle Wucht. Wer zum Beispiel 30 Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Aktienfondssparplan einzahlt, kann bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 8 Prozent mit einem Endvermögen von rund 150.000 Euro rechnen – bislang steuerfrei. Sollte jedoch künftig der Wertzuwachs mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt werden, würde das Durchhaltevermögen des Anlegers mit einem Steuerbescheid in Höhe von rund 32.000 Euro quittiert. Regelungen wie in europäischen Nachbarländern, die längerfristige Anlagen stufenweise steuerlich weniger belasten, sind bisher nicht vorgesehen.

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Indexzertifikate: Indexzertifikate auf Dax, MDax oder TecDax waren in der Vergangenheit bei Anlegern sehr beliebt, da sie wie ein steuerfreies Zinspapier auf den jeweiligen Index funktionieren. Da gezahlte Dividenden in die Performance des Index einfließen, können Besitzer von Indexzertifikaten nach einer Haltedauer von einem Jahr sowohl die Kursgewinne als auch die durchschnittliche Dividendenrendite des Index steuerfrei einstreichen. Mit dem Steuercharme der Indexzertifikate wird es ab 2009 vorbei sein.

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Immobilienfonds: Immobilien sollen laut der Eckpunkte zur Abgeltungsteuer nicht von der Abgabe erfasst werden. Damit dürfte auch der Verkauf offener Immobilienfonds nach einer Haltedauer von zehn Jahren steuerfrei sein: Immobilien und Immobilienfonds gehören folglich ebenso wie Anleihen zu den Gewinnern der Steuerreform.

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Lebensversicherungen: Erträge aus Kapitallebensversicherungen, die ab 1. Januar 2005 abgeschlossen werden, müssen versteuert werden. Allerdings gelten Ausnahmen: Sofern die Lebensversicherung mindestens zwölf Jahre lang bespart wird und der Versicherte 60 Jahre oder älter ist, muss er nur die Hälfte der Erträge versteuern. Eine Steuerlast von nur 12,5 Prozent auf die Gesamterträge könnte der Kapitallebensversicherung wie auch der fondsgebundenen Lebensversicherung zu einem Comeback verhelfen.

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Riester-Rente, Rürup-Rente: Fondssparpläne innerhalb der staatlich geförderten Altersvorsorge werden zu den Gewinnern der neuen Besteuerung zählen, da sie nicht von der Abgeltungsteuer betroffen sind. Zwar wird innerhalb dieser Modelle die später ausgezahlte Rente zum persönlichen Steuersatz versteuert (nachgelagerte Besteuerung), doch dafür sind die Einzahlungen steuerfrei. Ein Sparer, der in einen Riester-Fondssparplan einzahlt, kann seine Beiträge nicht nur von der Steuer absetzen. Zusätzlich schützt er die erworbenen Fondsanteile vor der Abgeltungsteuer.

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