Fusion Fiat-Chrysler-PSA Die Marken des neuen Auto-Giganten

Die geplante Fusion von Fiat Chrysler und PSA erschafft einen der größten Autokonzerne der Welt. Hier sind die Marken des neuen Giganten im Überblick.
1 / 15

Carlos Tavares (61) führt als Europas härtester Automanager künftig einen der größten Autokonzerne der Welt. Wenn seine PSA-Gruppe und Fiat Chrysler Automobiles wie geplant fusionieren, entsteht ein Konglomerat aus 14 Automarken mit fast neun Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr - beinahe auf Augenhöhe mit Toyota oder Volkswagen.

Foto: REUTERS/Christian Hartmann
2 / 15

Peugeot ist die wichtigste Marke der Groupe PSA - und eine der ältesten Automarken überhaupt, mit 130 Jahren Tradition. Die Familie Peugeot zählt bis heute zu den Großaktionären. Tavares trimmt den Hersteller mit hartem Sparkurs auf Rendite. Der Absatz (vorwiegend Kompaktwagen in Europa) schrumpft seit Jahren. 2019 verkaufte Peugeot nur noch 1,46 Millionen Autos, um 16 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Foto: Peugeot
3 / 15

Ans Schrumpfen gewöhnt hat sich auch Fiat, ebenfalls im 19. Jahrhundert gegründet und mit einer Industriedynastie verbunden: den Agnellis, deren Oberhaupt John Elkann (44) dem Aufsichtsrat des fusionierten Konzerns vorstehen soll. Der einstige Stolz der italienischen Industrie sucht seit Jahren nach kapitalstarken Rettern. Die Autos der Marke wurden laut einem Fachblog  2019 weltweit 1,43 Millionen Mal verkauft, Tendenz stark sinkend - 2018 waren es noch knapp 1,6 Millionen. Immerhin hat Fiat in Brasilien eine starke Position.

Foto: Fiat
4 / 15

Der größte Trumpf von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ist die Geländewagenmarke Jeep, die im vergangenen Jahr laut den Daten eines Fachblogs  1,49 Millionen Stück verkaufte - um rund 5 Prozent weniger als im Rekordjahr 2018. Der Bestseller wurde als Beifang aus Fiats Übernahme des 2009 in die Pleite geratenen US-Konzerns Chrysler gewonnen. Damit hat FCA, was PSA fehlt: eine starke Präsenz in Nordamerika. Auch in China und Brasilien sorgt Jeep zumindest für nennenswerte Verkäufe.

Foto: Spencer Platt/ Getty Images
5 / 15

PSA hingegen konzentriert sich stark auf den europäischen Markt. Die Marke Citroën, Pionier der europäischen Autoproduktion in Großserie und seit 1975 im Besitz von Peugeot, kam 2019 auf 0,99 Millionen verkaufte Autos - Tendenz leicht sinkend.

Foto: Citroen
6 / 15

In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich die deutsche Marke Opel, die auch schon mal größere Ambitionen hatte. PSA übernahm 2017 die Kontrolle und schaffte in kurzer Zeit, was dem Vorbesitzer General Motors jahrzehntelang nicht gelungen war: Opel in die schwarzen Zahlen zu bringen. Mit Hilfe des chinesischen Großaktionärs Dongfeng bekommen alle großen PSA-Marken bald auch konkurrenzfähige Elektromodelle - auf diesem Feld ist FCA ausgesprochen schwach.

Foto: Opel
7 / 15

In die 977.000 verkauften Opel-Modelle ist auch die britische Schwestermarke Vauxhall eingerechnet. Das Traditionsunternehmen ist schon lange auf reines Badge Engineering beschränkt: Vauxhall trägt kaum mehr als das Logo zur Entwicklung seiner Modelle bei. Tendenziell dürfte das Beispiel den Weg der anderen Konzernmarken vorgeben. Tavares lässt mehr Aufgaben zentralisieren. Die einzelnen Marken bedienen sich dann aus einem gemeinsamen Baukasten.

8 / 15

Die wachstumsstärkste Marke im Fiat-Chrysler-Reich heißt aktuell Ram. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz der bulligen Pick-ups im Hauptmarkt USA um 18 Prozent auf 703.000 Fahrzeuge, wie aus einer FCA-Präsentation hervorgeht . Ram gilt erst seit 2010 als eigenständige Marke, zuvor war der "Widder" bloß das Logo von Dodge und Modellname für dessen Pick-up.

Foto: DPA
9 / 15

Dodge selbst, gegründet 1900, hat schon verschiedene Neuaufstellungen durchgemacht und spezialisiert sich heute auf so genannte "Performance Cars" mit starker Beschleunigung. Knapp 600.000 davon wurden 2018 verkauft, für 2019 legte FCA bislang keine markenspezifischen Verkaufszahlen vor.

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP
10 / 15

Die frühere Konzernmutter Chrysler, die vor dem Notverkauf an Fiat noch als eine der "Big Three" von Detroit galt, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle mit weniger als 200.000 Fahrzeugen Absatz im Jahr 2018. Für 2019 gibt es keine offiziellen gesonderten Zahlen für Chrysler. Immerhin sorgt die Kooperation von FCA mit Googles Roboterauto-Firma Waymo für etwas futuristische Aura: Die von Waymo ausgerüsteten Chrysler Pacifica-Vans in Arizona sind die weltweit ersten kommerziell betriebenen fahrerlosen Taxis.

Foto: Caitlin OaHara/ REUTERS
11 / 15

Alfa Romeo, 1910 in Mailand gegründet und seit 1986 Fiat-Tochter, wird vor allem für Motorsporterfolge und Designklassiker der Vergangenheit gerühmt. Die wirtschaftliche Gegenwart ist ziemlich trist, jüngste Wiederbelebungsversuche wirken erfolglos. Vor zwei Jahren wurden gerade mal 120.000 Alfas verkauft, 2019 sollen es Branchenbeobachtern zufolge unter 100.000 gewesen sein - anstelle der ursprünglich geplanten baldigen Verdreifachung.

Foto: Alfa Romeo
12 / 15

Um auch in die Oberklasse vorzustoßen, hat PSA 2014 eine neue Marke ausgegliedert: DS, angelehnt an das Citroën-Kultmodell der 60er Jahre (das Kürzel steht für "déesse", Göttin). Mit der hydraulisch gefederten Eleganz der Phantomas-Limousine haben die heutigen SUV wenig gemein, als französische Präsidialkarosse taugen sie aber. Gut 63.000 DS-Wagen wurden 2019 verkauft. Mit einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr war die Marke die einzige mit wachsendem Absatz im PSA-Reich.

Foto: ERIC FEFERBERG/ AFP
13 / 15

Letzte Zuckungen kommen noch von Lancia, 1906 gegründet und lange Zeit das Auto der Wahl für Europas Haute-Volée. Heute wird nur noch der acht Jahre alte Kleinwagen Y verkauft, ausschließlich in Italien. Hohe Rabatte sorgen dafür, dass Lancia nach knapp 50.000 verkauften Autos 2018 noch einmal spürbar zulegte. Im ersten Halbjahr 2019 überholte Lancia laut Branchenbeobachtern  sogar die strauchelnde Schwester Alfa Romeo.

Foto: Marco Bertorello/AFP
14 / 15

Maserati hingegen steht unverändert für automobilen Luxus. Als einzige Marke von FCA wird das Unternehmen aus Bologna in einer eigenständigen Aktiengesellschaft geführt. Theoretisch könnte Maserati so schnell zu Geld gemacht werden, wie es mit dem Börsengang von Ferrari 2015 gelang. Allerdings sind auch hier die Wachstumspläne Makulatur. Im vergangenen Jahr schrumpften die Auslieferungen um gleich 45 Prozent  auf nur mehr 19.300 Stück. Ironie der Geschichte: Maserati gehörte in den 70er Jahren schon einmal zu Citroën und stand nach dessen Insolvenz vor der Schließung.

Foto: dycj - Imaginechina / AP
15 / 15

2007 belebte Fiat auch die 1971 übernommene und in die Motorsportabteilung integrierte Marke Abarth neu. Für die getunten Fiats setzt der Hersteller aber von vornherein auf kleine Stückzahlen. Keine 30.000 waren es 2018. Aus all den kleinen und mittelgroßen Playern eine große Macht zu formen, traut sich Tavares aber zu. Lesen Sie mehr: Die Autoindustrie nach dem großen Deal

Quellen: PSA, FCA Finanzberichte, Jato, Fiat Group World Blog

Foto: Abarth
wed/ak; eigene Recherchen