Endlossätze und Wortmonster Wenn Dax-Chefs Kauderwelsch reden

Bandwurmsätze, abstrakte Begriffe, zusammengesetzte Wörter und nicht erklärte Fachbegriffe sind laut Uni Hohenheim die wesentlichen Verständlichkeitshürden der Reden von Dax-Chefs. Einige Beispiele.
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"In den neun zwischen der K+S Aktiengesellschaft und ihren jeweils 100-prozentigen Tochtergesellschaften geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen soll klargestellt werden, dass der in den Verträgen bereits bislang enthaltene Verweis auf die gesetzliche Regelung zur Verlustübernahme gemäß Paragraph 302 Aktiengesetz sich stets auf die jeweils gültige Fassung dieser Vorschrift in ihrer Gesamtheit bezieht."

Aha. Der Satz hat nicht weniger als 51 Wörter und stammt von K+S-Chef Norbert Steiner. Im Schnitt hatten Steiners Sätze in seiner Rede auf der Hauptversammlung des Unternehmens laut Uni Hohenheim 15,7 Wörter.

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Allianz-Chef Michael Diekmann trug auf der Hauptversammlung unter anderem diese Passage vor: "Auch wenn sich diese Investitionen laut Internationaler Energie Agentur bereits innerhalb von zehn Jahren durch eingesparte Brennstoffkosten amortisieren lassen, stellt sich die Frage, wer das Geld für die dringend notwendigen Investitionen für die Energiewende, aber auch für Brücken und Straßen bereitstellen kann bzw. soll?" Das ist ein Satz mit 44 Wörtern. Im Schnitt kommt Diekmann aber "nur" auf 17,2 Wörter pro Satz.

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"Zusammen mit Siemens, den Stadtwerken Mainz und unterstützt durch das Bundeswirtschaftsministerium errichten wir eine Wasserstoff-Anlage, die bis zu 6 Megawatt elektrische Leistung aufnehmen kann - also etwa die Strommenge, die drei Windkraftanlagen pro Jahr erzeugen - und bis zu 200 Tonnen Wasserstoff jährlich produzieren wird." Bitte, was? 43 Wörter ohne Punkt, dafür mit Komma, gesprochen von Linde-Chef Wolfgang Reitzle auf der HV seines Unternehmens.

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Schön sind auch einige Wortungetüme, die die Forscher der Uni Hohenheim aus den HV-Reden der Dax-Chefs gepickt haben. Zum Beispiel das "On-Premise-Geschäftsmodell" oder die "Corporate-Governance-Struktur", beides gesprochen von SAP-Chef Bill McDermott am 21. Mai in Mannheim.

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Lanxess-Vormann Matthias Zachert informierte seine Zuhörer über ein "Effizienzsteigerungsprogramm" - ob die wussten, was er damit meint?

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Auf der HV von Lufthansa sprach Christoph Franz unter anderem über "Bruttoergebnisverbesserungen" - das hätte man sicher auch einfacher ausdrücken können.

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