Erster Multi-Milliarden-Auftrag für Boring Company Das ist Elon Musks irrer Plan für Chicago

Die Boring Company ist erst 18 Monate alt, hat kaum erprobte Technik - und bekommt schon den Zuschlag für eines der größten Infrastruktur-Projekte der USA, mit einer futuristischen Vision.
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Prestigeerfolg für Elon Musk: Seine Ende 2016 gegründete Boring Company, die zunächst wie ein aus einer Twitter-Laune entstandener Witz wirkte, bekommt einen ernsthaften Multi-Milliarden-Auftrag.

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Chicagos Bürgermeister Rahm Emanuel (früher Wahlkampfleiter und Stabschef von Ex-US-Präsident Barack Obama) bestätigte, dass der neue Flughafenexpress von der Firma des Multiunternehmers aus dem Silicon Valley gebaut werden soll.

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Den Wettbewerb gegen den Superstar-Milliardär aus Kalifornien verloren haben etablierte Baukonzerne, die bereits Flughafenterminals wie in London-Heathrow errichtet haben, oder auch Infrastrukturfonds mit Promiunterstützung wie Basketballlegende Magic Johnson.

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Die Boring Company zeigt auf ihrer Website bereits Designentwürfe, wie der Flughafenbahnhof in Zukunft aussehen soll - schon in wenigen Jahren, wenn es nach Emanuel und Musk geht.

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Zwei Tunnel (etwa so lang wie die Röhren für das Großprojekt "Stuttgart 21") sollen eine schnelle Verbindung schaffen zwischen dem O'Hare Airport, der rund 80 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigt und früher als weltgrößter Flughafen galt ...

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... und der Innenstadt von Chicago, immer noch der drittgrößten Stadt der USA, die als Zentrum im Mittleren Westen wirtschaftlich inzwischen aber hinter die florierenden Küstenmetropolen zurückfällt. Es gibt bereits eine Bahnverbindung ...

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... nämlich mit der Blue Line der traditionsreichen und vergleichsweise gut funktionierenden U-Bahn (die in Chicago L für "Elevated Railroad" heißt). Die braucht aber 45 Minuten und rund 20 Stops für die gut 30 Kilometer lange Strecke. Emanuel hat versprochen, die Fahrzeit mit einer Hochgeschwindigkeitsbahn auf 12 Minuten zu verkürzen.

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Klassischerweise wäre das ein Fall für Züge, die auf Geschwindigkeiten von 200 km/h aufwärts gebaut sind, wie der gerade von Siemens vorgestellte Velaro Novo - oder, wenn es schon eine futuristische Abkehr vom erprobten Rad-Schiene-System sein soll ...

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... eine Magnetschwebebahn oder ein rohrpostähnliches Luftdrucksystem. Diesen "Hyperloop" propagiert niemand anderes als Elon Musk als Verkehrslösung der Zukunft.

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Für den Hyperloop sind auch schon diverse Unternehmen und Forscher aktiv. Es bestehen zumindest Teststrecken in Nevada und Kalifornien, auch auf dem Gelände von Musks Raumfahrtfirma SpaceX ...

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Doch die seit 2013 verfolgte Idee war für das Chicago-Projekt wohl schon wieder zu langweilig. Elon Musk hatte zuvor spekuliert, die Flughafenbahn könne "vielleicht auf Schienen fahren, vielleicht auch nicht". Der jetzige Entwurf der Boring Company zeigt diese Gefährte:

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"Electric Skates" heißen sie, also elektrische Rollschuhe. Kabinen für 8 bis 16 Passagiere sollen im Halbminutentakt elektrisch und autonom durch die Tunnel sausen. Den Namen "Loop" hat Musk für sein System von der historischen Hochbahn geklaut. So heißt auch die Bahnschleife, die den Kern der Innenstadt umrundet. Dort steht übrigens schon eine halbfertig gebaute "Superstation" aus einem aufgegebenen Flughafen-Expressprojekt früherer Jahrzehnte.

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Die Electric Skates sollen auf das Fahrgestell des Tesla Model X aufgesetzt werden. Die Synergien zwischen Elon Musks Unternehmen müssen ausreichen, um die Kosten für das Projekt zu drücken. Denn - ein absolutes Novum bei derartigen Transportvorhaben - der Staat soll kein Geld dazugeben, und die Tarife dürfen zwar höher als bei der U-Bahn, aber nur halb so hoch wie normale Taxi- oder Uber-Gebühren sein. Toronto hat das mit seinem 2015 eröffneten Flughafenexpress auch versucht, musste den Betreiber dann aber doch verstaatlichen - und der hatte noch auf herkömmliche Bahntechnik gesetzt.

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Das zentrale Versprechen der Boring Company heißt, den Tunnelbau auf einen Bruchteil der bisher benötigten Kosten und Bauzeit zu reduzieren - unter anderem, indem der Querschnitt der Röhren reduziert wird. Für einen ersten Testtunnel auf dem SpaceX-Gelände in Hawthorne bei Los Angeles demonstrierte Musks Firma ihr Können noch mit einer herkömmlichen Schildvortriebsmaschine (namens "Godot") ...

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So entstand in kurzer Zeit der erste Boring-Tunnel, 15 Meter lang und vier Meter im Durchmesser. Das muss vorerst als Ausweis der technologischen Kompetenz reichen. Für ihre echten Erfolge will die Firma eigene Tunnelbohrer entwickeln und die etablierten Konstrukteure wie den deutschen Spezialisten Herrenknecht in ihrem Metier übertreffen. Laut Experten ist die Aufgabe so komplex wie der Bau neuer Raketen. Aber das hat Elon Musk ja auch schon geschafft ...

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