Siemens rückt von Zukunfts-Aggregat ab Wie Autobauer und Zulieferer um den Elektromotor kämpfen

Siemens will sich möglicherweise aus dem Bau von Elektromotoren für Autos verabschieden. So bleibt offen, wer die zukunftsträchtigen Antriebe künftig für BMW, Daimler, VW und Co. baut. Hier ein Überblick über die aktuellen Strategien der Autohersteller und Zulieferer.
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Anfangseuphorie: Zum Elektroauto-Gipfel 2010 ließ sich der damalige Siemens-Chef Peter Löscher in einem Nachbau des Elektroautos "Viktoria" aus dem Jahre 1905 chauffieren. Unter anderem sollte das Geschäft mit E-Motoren dem Münchener Technologiekonzern einen großen Anteil an dem entstehenden Boommarkt verschaffen. Inzwischen erwägt Siemens aus dem Motoren-Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Zulieferer Valeo auszusteigen.

Foto: Soeren Stache/ picture alliance / dpa
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Ein allgemeiner Umstieg vom Verbrenner auf Elektroautos würde die Karten im Motorenbau neu mischen. Zwar ist der Motor auch im Batteriewagen ein Herzstück. Doch er ist deutlich weniger komplex und lässt sich an anderen Stellen im Auto platzieren - zum Beispiel direkt an der Achse oder sogar in den Rädern (Foto: Mercedes SLS) .

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Deshalb gönnen manche Hersteller ihren Fahrzeugen einen zweiten Kofferraum, wo klassischerweise das Antriebsaggregat sitzt(Im Bild: Tesla Model S).

Foto: Wolfgang Groeger-Meier
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Trotz der anderen Beschaffenheit - die deutschen Hersteller setzen bisher überwiegend auf die Elektromotoren-Fertigung im eigenen Hause. Beispiel BMW: Die Münchener haben den 125-Kilowatt-E-Motor für den i3 selbst entwickelt und fertigen ihn im Werk Landshut. "Seit jeher ist der Antrieb für die Bayerischen Motoren Werke ein zentrales Differenzierungsmerkmal", ließ BMW zur Einführung des Wagens wissen.

Foto: BMW
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Inzwischen haben die Münchener den Motor weiterentwickelt. Der Antrieb für den sportlicheren i3s hat zehn Kilowatt mehr Kraft und beschleunigt den Wagen in 6,9 Sekunden auf 100 Kilometer.

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Volkswagen lässt die Motoren für seine Elektroautos im Werk Kassel bauen. Gewerkschaften hätten vermutlich wenig Verständnis dafür, wenn diese Tätigkeit ausgegliedert würde. Entwicklungsvorstand Frank Welsch ist aber auch überzeugt, dass die Autohersteller sich mit immer ausgefeilteren Elektromotoren voneinander abgrenzen können. Unter anderem komme es darauf an, die Geräuschkulisse für die Fahrzeuginsassen angenehm zu gestalten.

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US-Elektroauto-Vorreiter Tesla baut seine Elektromotoren ebenfalls selbst - im kalifornischen Fremont. Anfang 2017 wurde bekannt, dass es auch in der so genannten Gigafactory in Nevada eine Fertigung für Elektromotoren und Getriebe geben werde. Die 350-Millionen-Dollar-Investition werde 550 weitere Jobs dort bringen, sagte der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval.

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Aufgrund der zahlreichen Eigeninitiativen der Autobauer bleiben die Möglichkeiten für Zulieferer begrenzt. Bosch (im Bild: Elektrokomponente für einen Hybridantrieb) immerhin hat sich in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler zusammengetan...

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... und baut unter anderem Antriebe für die Plugin-Hybride von Mercedes.

Foto: Daimler
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Die Stuttgarter wollen aber auch mit Elektromotoren für Kleinwagen den Markt aufrollen.

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Doch Daimler-Tochter Smart wiederum lässt sich den Elektromotor von Kooperationspartner Renault zuliefern.

Foto: Daimler
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Und Toyota stellt Elektroantriebe für seine Hybridfahrzeuge sowieso selbst her.

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Neue Märkte soll Bosch die so genannte E-Achse erschließen. Sie integriert Motor und Getriebe zu einem kompletten Antriebsstrang und lässt sich beinahe beliebig skalieren. Wenn die großen Autobauer schon kein Interesse zeigen, sollten zumindest Start-ups in China oder auch Europa (Streetscooter, eGo Mobile) Interesse zeigen.

Foto: Bosch
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Auch Siemens berichtet eher von China, wenn es um Erfolge beim Elektromotoren-Geschäft geht. In Europa ist das Thema E-Mobilität allerdings als Ganzes weiterhin hochaktuell für den Münchener Konzern. So stattet das Unternehmen Lastwagen mit E-Motoren aus und setzt dabei auf die Oberleitungstechnik. In Schleswig-Holstein soll nun eine der ersten Teststrecken entstehen.

Foto: Siemens AG
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Große Ziele verfolgt Siemens auch mit Elektroflugzeugen. Der Ausflug zurück in die Pkw-Zulieferung könnte dagegen in wenigen Jahren enden.

Foto: Siemens
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