Die größten Märkte für Elektroautos Deutschland verliert den Anschluss

Der Markt für Elektroautos kommt allmählich in Schwung - allerdings eher lokal begrenzt. Weil es im eigenen Land an Absatz mangelt, können auch die deutschen Hersteller bislang kaum punkten.
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China ist 2015 zum größten Absatzmarkt für Elektroautos aufgestiegen: fast 190.000 Fahrzeuge mit Stecker wurden dort verkauft, nahezu ausschließlich von heimischen Startups wie Kandi oder Zotye. Marktführer BYD (im Bild der Bestseller BYD Qin) ist der deutschen Autobranche immerhin als Kooperationspartner von Daimler bekannt. Deren Gemeinschaftsprodukt Denza fährt jedoch weiter hinten in der Statistik.

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Der US-Markt machte einen leichten Rücksetzer auf 115.000 Elektroautos (0,7 Prozent Marktanteil). Trotzdem schaffte es das kalifornische Fabrikat Tesla Model S erstmals, weltweit die Verkaufsliste der Elektroautos anzuführen. Außer in der Heimat ist das Auto auch in vielen kleineren Absatzmärkten wie Kanada, Schweiz oder Dänemark die Nummer eins. Die Chinesen hingegen sind auf ihren eigenen Markt beschränkt.

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Teslas Europa-Sprungbrett sind die Niederlande, die mit 43.000 verkauften E-Mobilen (9,6 Prozent Marktanteil) auch den größten Absatzmarkt des Kontinents bilden. Die üppigen Subventionen kommen jedoch weniger batteriebetriebenen Elektroautos (im Bild die Taxi-Flotte am Flughafen Schiphol) zu Gute als Plug-in-Hybriden wie dem Mitsubishi Outlander PHEV oder dem VW Golf GTE. Die können wahlweise auch Benzin tanken.

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Der Volkswagen-Konzern geht nach seinem Diesel-Skandal in die Elektrooffensive. Vom Golf wird auch eine E-Version in Wolfsburg gebaut, verkauft jedoch hauptsächlich in Norwegen. Dort liegt das Mekka der Elektroautoverkäufer mit sagenhaften 22,8 Prozent Marktanteil oder 34.000 Stück. Der VW E-Golf, äußerlich kaum vom Verbrenner zu unterscheiden, ist dort sogar das meistverkaufte Auto überhaupt des Jahres 2015.

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In Japan lag im vergangenen Jahr der Plugin-Hybrid Mitsubishi Outlander PHEV ganz vorne - von ihm wurden knapp 11.000 Stück verkauft. Nissans Elektroauto Leaf büßte die Marktführerschaft in dem Segment mit rund 9000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2015 ein - was wohl auch daran lag, dass Ende 2015 die zweite Leaf-Generation zu den Händlern kam.

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Auch Großbritannien zählt mit 28.000 verkauften Elektroautos und leicht über 1 Prozent Marktanteil zu den größeren E-Auto-Nationen. Im Bild testet Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson in Tokio den Bestseller Outlander Plug-In, der auch in den Niederlanden, Schweden und Spanien das Ranking anführt und damit Europas erfolgreichstes Elektroauto darstellt.

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Frankreich, wo immerhin 1,4 Prozent aller Neuwagen (27.000 Stück) elektrisch angetrieben werden, ist eine Bastion für Renault. Der Hersteller setzte ähnlich früh wie sein Partner Nissan auf erschwingliche Stromfahrzeuge für den Massenmarkt. Am erfolgreichsten ist der Renault Zoe, der allein auf mehr als 10.000 Neuzulassungen kam.

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Das Vorzeigemodell der deutschen Industrie für den Elektroboom ist BMWs i3, das mit Carbonkarosserie unter die Top 5 der weltweit erfolgreichsten Stromer des Jahres 2015 kommt - vor allem jedoch dank der hohen Absatzzahlen in den USA. In Deutschland selbst, wo vergleichsweise wenig Subventionen fließen, ist der Elektroautomarkt trotz hoher Wachstumsraten noch klein: 24.000 Fahrzeuge oder 0,7 Prozent Marktanteil. Und der Bestseller ist noch nicht einmal aus eigener Produktion ...

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... sondern der Kia Soul EV, der sich in Deutschland im vergangenen Jahr 3800-fach verkaufte. Das sind um ein Vielfaches mehr als in der südkoreanischen Heimat. Auf den Straßen muss man das kantige Modell in beiden Ländern lange suchen: Nach Recherchen von manager-magazin.de werden viele der in Deutschland neu zugelassenen Kia Soul gleich wieder als junge Gebrauchte nach Norwegen weiterverkauft, wo es echte Nachfrage gibt. Unterwegs schönen sie die für die EU wichtige CO2-Bilanz des Herstellers.

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