Unrühmliches Länderranking Wo Deutschlands langsamste Finanzbeamte "arbeiten"

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Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, hat noch wenige Tage Zeit, dieser Pflicht nachzukommen: Bis zum 31. Mai müssen die Papiere beim Finanzamt sein. Danach sind die Beamten mit der Bearbeitung dran, und die lassen sich mitunter gehörig Zeit.

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Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat bei sämtlichen Finanzverwaltungen der Bundesländer nachgefragt, wie lange die Finanzämter dort im Schnitt für die Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen brauchen. Ergebnis ist ein Ranking nach Geschwindigkeit - oder Langsamkeit, je nachdem.
Am wenigsten Geduld brauchen der Rangliste zufolge die Steuerzahler in Hamburg, wo Steuerbescheide im Schnitt innerhalb von 37,8 Tagen erstellt sind - das ist bundesweit der beste Wert.

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Auch Rheinland-Pfalz lässt seine Steuerzahler nicht allzu lange warten: Mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 38,5 Tagen steht das Land knapp geschlagen auf Platz 2.

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Es folgen: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Sachsen, die sich alle im Bereich von 40 bis 43 Tagen befinden. In Schleswig-Holstein, Bayern und Thüringen dauert es 45 bis 47 Tage. Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Niedersachsen liegen sogar jenseits der 50 Tage.
Übrigens: Die Daten von der Finanzverwaltung sind flächendeckend und lückenlos, so der BdSt. Angaben zu einzelnen Städten oder konkreten Ämtern machen die Finanzbehörden allerdings nicht, so der Verband. Dafür gibt es vermutlich gute Gründe, wie die folgenden Fälle erahnen lassen.

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Die Frankfurter mussten lange auf den Klassenerhalt in der Bundesliga warten. Wer in Hessen eine Einkommensteuererklärung abgibt, ist das Warten allerdings gewöhnt. Mit mehr als 56 Tagen im Durchschnitt ist die Bearbeitungszeit in dem Bundesland die drittlängste in Deutschland.

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Noch krasser: Bremen. Dort beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit laut BdSt mehr als 78 Tage.

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Die rote Laterne tragen die Untergebenen dieses Herrn. Es handelt sich um Norbert Walter-Borjans, den Finanzminister von Nordrhein-Westfalen. Dass NRW auf dem letzten Platz des Rankings liegt, ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die dortige Finanzbehörde die Anfrage des BdSt regelmäßig mit der pauschalen Auskunft beantwortet, die Bearbeitung der Einkommensteuererklärungen dauere fünf Wochen bis sechs Monate. Demnach muss der Steuerzahler im Schnitt mehr als 100 und maximal 168 Tage warten.
Würden Walter-Borjans' Beamte einen realistischen Durchschnitt angeben, so glaubt der BdSt, dann würde das Land im Ranking wohl besser dastehen.

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