Trumps Milliardärs-Minister Das Kabinett des Großkapitals

Als Rächer der Arbeiter an den Eliten ist Donald Trump im Wahlkampf angetreten. In der Regierung umgibt sich der Multimilliardär mit Seinesgleichen.
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Zehn Milliarden Dollar betrage sein Vermögen, gab Donald Trump im Wahlkampf an. Gegenüber dem Finanzamt nannte er bisher offenbar Zahlen näher an Null, offengelegt hat der gewählte Präsident die Erklärungen aber bis heute nicht. Professionelle Milliardärs-Schätzer taxieren das Immobilienimperium irgendwo in der Mitte: 4,5 Milliarden Dollar sagt "Forbes", mit 3 Milliarden Dollar rechnet "Bloomberg". So oder so wird Trump der mit Abstand reichste US-Präsident der Geschichte - und sein Kabinett der politisch unerfahrenen Millionäre zieht mit ...

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... Wall-Street-Ikone Carl Icahn (20,3 Milliarden Dollar laut "Bloomberg") wird zwar kein Minister, dafür jetzt immerhin offizieller Sonderbeauftragter für Regulierungsfragen. Firmenjäger und Trump-Partner Icahn könnte als das eigentliche Mastermind der Operation gelten. Am Tag des Wahlsiegs setzte er nach eigenen Angaben "leider nur" eine Milliarde auf steigende Aktienkurse. Seine Wunschkandidaten sind auf den entscheidenden Posten installiert. Hauptaufgabe: eine beispiellose Steuersenkung für Milliardäre.

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Exxon-Mobil-Chef Rex Tillerson soll neuer US-Außenminister werden. Der Öl-Boss verfügt über keinerlei politische Erfahrung, aber über ausgezeichnete Beziehungen zu Russland, wo Exxon seit Jahrzehnten aktiv ist. Allein sein Aktienpaket am eigenen Konzern ist einschließlich Optionen derzeit mehr als 300 Millionen Dollar wert. Für Trump also beste Voraussetzungen für ein Ministeramt. Auch eine schwerreiche Wrestling-Größe wird im Kabinett Trump einen Ministerposten übernehmen ...

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Als Beauftragte für kleine und mittlere Unternehmen hat er Linda McMahon ernannt. Die Mittelstandsministerin ist mit Wrestling-Magnat Vince McMahon verheiratet, den "Forbes" auf 1,2 Milliarden Dollar taxiert. Der Reichtum besteht hauptsächlich aus der von beiden gemeinsam gegründeten Promotion-Firma World Wrestling Entertainment, die Linda zwei Jahrzehnte lang führte. In den vergangenen Jahren versuchte sie sich als Politikerin und gab allein für eine gescheiterte Kandidatur zum Senat 100 Millionen Dollar aus.

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Stärkstes Symbol für Trumps Wahlsieg war die knappe Mehrheit im traditionell linken Industriestaat Michigan, wo sein Versprechen auf Schutz für Jobs verfing. Zum Dank nominierte er als eine der ersten Ministerinnen Betsy DeVos, Erbin der mit 4,7 Milliarden Dollar reichsten Familie Michigans. Schwiegervater Rich (heißt wirklich so) gründete den Direktvertrieb Amway. Betsy selbst kommt aus reichem Elternhaus (Autozulieferer Prince), ihr Bruder Erik gründete die Sicherheitsfirma Blackwater, mit Ehemann Dick investiert sie in erneuerbare Energien. Ihre Kampagne für Privatschulen kann die Großspenderin der Republikaner als Bildungsministerin fortführen.

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Neu berufen als Wirtschafts- und Handelsminister ist Wilbur Ross, ein alter Bekannter Trumps und langjähriger Rothschild-Banker, der es in seiner zweiten Karriere als "King of Bankruptcy" in Problembranchen wie Kohle, Stahl, Banken oder neuerdings Öl auf 2,9 Milliarden Dollar gebracht hat. In seinem Amt verdrängt er ...

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... die einzige Milliardärin der Obama-Regierung. Ross' Vorgängerin Penny Pritzker wird als Erbin der Chicagoer Pritzker-Familie (Hyatt-Hotels) von "Forbes" auf immerhin 2,3 Milliarden Dollar geschätzt. Damit wird sie also von Wilbur Ross getoppt, aber um ganz sicher zu gehen ...

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... kommt als stellvertretender Wirtschaftsminister noch Todd Ricketts dazu, bekannt vor allem als Mitbesitzer des Baseball-Teams Chicago Cubs neben seinem Bruder Tom - das haben sich die Ricketts schon 900 Millionen Dollar kosten lassen. Vater Joe wird als Besitzer des Online-Brokers TD Ameritrade auf 1,3 Milliarden Dollar Vermögen geschätzt.

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Sehr dezent im Hintergrund hielt sich bislang der neue Finanzminister Steven Mnuchin, der seinem Vater mit einer Karriere bei Goldman Sachs folgte, anschließend mit eigenen Fonds vor allem in Hollywood-Blockbuster investierte, aber auch in die 2009 gestrauchelte Immobilienbank Indymac. Das in OneWest umbenannte Institut formte Mnuchin in eine "Zwangsversteigerungsmaschine" gegen überschuldete Hausbesitzer, verkaufte es mit Milliardengewinn für sich und seine Co-Investoren wie George Soros und besitzt dennoch laut "Fox Business" nur 40 Millionen Dollar. Zweifel sind angebracht - allein seine Villa in Bel Air kostete 26,5 Millionen.

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Das Rennen machte Mnuchin unter anderem gegen Tom Barrack, einen Immobilienunternehmer und alten Verbündeten Donald Trumps, der ihm einst beispielsweise beim Kauf des Plaza-Hotels half. Der wurde 2014 von der "Forbes"-Milliardärsliste gestrichen.

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Mit dem designierten Arbeitsminister Andy Puzder zieht ein einfacher Topmanager ins Kabinett ein, der Chef des Fast-Food-Unternehmens CKE Restaurants. Sein Vermögen lässt sich nicht so einfach beziffern, aber das Einkommen variierte bisher von Jahr zu Jahr um mehrere Millionen, und ein Multi-Millionen-Aktienpaket hat Puzder auch angesammelt. Im Amt will er gegen Mindestlöhne, Bezahlung im Krankheitsfall und bei Überstunden vorgehen ebenso wie gegen Ansprüche auf Arbeitspausen - und zugleich, entgegen Trumps Wahlkampflinie, die Einbürgerung billiger Arbeitskräfte fördern.

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Zwischen lauter Armeeveteranen und Generälen, der zweiten Hauptkategorie von Trumps Auserwählten, findet sich noch ein Milliardär: Als Armee-Staatssekretär im Verteidigungsministerium wurde Vincent Viola erkoren, laut "Forbes" 1,8 Milliarden Dollar schwer. Der Ex-Präsident der New Yorker Rohstoffbörse hat mehrere Firmen im elektronischen Börsenhandel gegründet und ist eine der realen Figuren des Buchs "Flash Boys".

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Inzwischen sind auch eine Reihe Berufspolitiker und Militärs in Trumps Kabinett berufen worden, die mit den wirklich Reichen kaum mithalten können - aber ein paar Multimillionäre sind doch dabei. Die künftige Verkehrsministerin Elaine Chao aber ist nicht nur regierungserfahren und mit Parlamentsführer Mitch McConnell verheiratet, sondern zudem Erbin des Reeders James Chao (Foremost Maritime Corporation). Im Jahr 2014 gab das Paar ein Vermögen von 22,8 Millionen Dollar an. Allein Chaos Aktien der Wells-Fargo-Bank warfen drei Millionen an Wertgewinn ab.

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In dieser Liga spielt auch Tom Price, der als langjähriger Betreiber einer orthopädischen Klinik in Atlanta auf 13 Millionen Dollar kommt. Als Kongressabgeordneter zählte der Arzt zu den vehementesten Gegnern von Obamacare. Der Staat habe in der Gesundheitsfürsorge nichts verloren, findet der designierte Gesundheitsminister. Er hat schon detaillierte Pläne, um die Krankenversicherung für zig Millionen ärmere Amerikaner wieder abzuwickeln.

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Auch Ben Carson, zeitweise Trumps aussichtsreichster Rivale um die Präsidentschaftskandidatur, ist nicht arm. Der frühere Chirurg hat als Medienstar, Motivationsredner und christlicher Buchautor ein Vermögen von 26 Millionen Dollar laut "Forbes" angehäuft. Wie Trump wollte er als Quereinsteiger den Politikbetrieb aufmischen. Jetzt soll er sich um Wohnungsbau und Stadtentwicklung kümmern.

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Selbst Trumps Strategiechef Steve Bannon hat laut "Celebrity Net Worth" 10 Millionen Dollar auf der hohen Kante. Der Herausgeber der rechten Seite "Breitbart" verkörpert den wütenden weißen Mann auch optisch, hat aber eine Karriere als Goldman-Sachs-Banker und Gründer einer eigenen Investmentboutique hinter sich.

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Richtig hochtreiben können hätte Trump den Wert seines Kabinetts noch mit der Berufung Harold Hamms. Allein seine Scheidung 2014 ließ sich der Ölmagnat eine Milliarde Dollar kosten, jetzt bleiben ihm noch 16,9 Milliarden Dollar laut "Bloomberg"-Milliardärsindex. Hamm hat Trump schon das energiepolitische Programm geschrieben und wurde zeitweise auch als Innenminister gehandelt. Das Energieministerium bekommt stattdessen mit dem texanischen Ex-Gouverneur Rick Perry ein einfacher Millionär. Perry wollte die Behörde als Präsidentschaftskandidat 2012 abschaffen, konnte sich in einer Fernsehdebatte aber nicht an ihren Namen erinnern. Innenminister wird Ryan Zinke, ein Ex-Football-Spieler und Marinekommandant.

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Im Wahlkampf trat er als vehementester innerparteilicher Gegner Trumps auf, jetzt ließ sich Mitt Romney als Kandidat für das Außenministeramt grillen - um dann doch das Nachsehen gegenüber Ölmann Tillerson zu haben. "Er hat geschafft, was ich nicht geschafft habe: die Wahl gewinnen", begründet Romney seinen neu gefundenen Respekt. Der Ex-Finanzinvestor (Bain Capital) hatte 2012 als zu reich und abgehoben verloren. Damals nannte er ein Vermögen von 250 Millionen Dollar. "So wenig nur?", fragte sich nicht nur die "Washington Post". Zum Vergleich: Auf diese Summe kam die gesamte erste Regierung George W. Bushs, die im Jahr 2000 als reich und elitär empfunden wurde.

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Nicht zu vergessen sind noch die Milliardäre im Hintergrund, die zwar selbst keine Posten anstreben, aber im Übergangsteam mit an den Fäden ziehen wie Silicon-Valley-Guru Peter Thiel (unter anderem dank Facebook 2,7 Milliarden Dollar schwer).

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