Vor dem Votum in Großbritannien Diese Manager warnen vor einem Brexit

Am 23. Juni stimmen die Briten über einen Verbleib in der EU ab. Bislang hielten sich Unternehmen und Manager mit einem öffentlichen Votum vornehm britisch zurück. Das ist jetzt vorbei. Denn Konzerne wie BMW haben einiges zu verlieren.
1 / 11

Raus aus der EU oder nicht? Die Briten sind in dieser Frage tief gespalten, Befürworter und Gegner halten sich die Waage. Die Unternehmen votieren laut Umfragen noch mehrheitlich für einen Verbleib der Briten in der EU, auch wenn hier zuletzt die Front der Befürworter bröckelte:
Nach einer Anfang Mai veröffentlichten Umfrage der britischen Handelskammer sprachen sich gut 54 Prozent der 2000 befragten Unternehmen auf der Insel für einen Verbleib aus. 37 Prozent votierten für einen Austritt aus der EU. Das war allerdings ...

Foto: REUTERS
2 / 11

... noch vor den drastischen Warnungen und Berichten unter anderem des IWF und des britischen Finanzministeriums vor den Folgen eines Brexit. Die Mitglieder des Verbands der britischen Industrie wiederum (CBI) votierten im März noch zu 80 Prozent für einen EU-Verbleib des Landes.
Unternehmen und Manager selbst hielten sich in der teils heftig geführten Debatte bislang öffentlich zurück. Je näher aber der Volksentscheid am 23. Juni rückt, desto mehr steigt auch im Wirtschaftslager die Nervosität. Deutsche Konzerne ...

Foto: DPA
3 / 11

... wie Airbus, Siemens (Bild zeigt Siemens-Windkraftturbinen in London Array) und BMW, die in Großbritannien produzieren und mit dem Land Geschäfte machen, haben ihre britischen Mitarbeiter ausdrücklich vor den Folgen eines Brexit gewarnt. So zum Beispiel ...

Foto: Siemens
4 / 11

... Torsten Müller-Ötvös, Chef der BMW-Tochter Rolls-Royce. Der Luxus-Karossen-Hersteller betreibt eine Manufaktur in Goodwood. Ein Austritt würde die Produktionskosten steigern "und könnte damit Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen haben", warnte Müller-Ötvös in einem Brief an die Mitarbeiter. Das kann man als unangemessene Drohung empfinden - oder als pure Aufklärung, wie der Manager meint. Er bezieht damit jedenfalls klar Position wie übrigens auch ...

Foto: REUTERS
5 / 11

... BMW-Vertriebschef Ian Robertson selbst. "Ich habe dafür gestimmt, in der EU zu bleiben", sagt der Brite. Seit acht Jahren lebt er in Deutschland und wirbt als einer der wenigen Manager hierzulande offen für den Verbleib des Königreichs in der EU. Für BMW ist ...

Foto: REUTERS
6 / 11

... Großbritannien der viertgrößte Markt und das einzige Land, in dem alle drei Konzernmarken - BMW, Mini (Bild zeigt Produktion in Oxford) und Rolls-Royce - Werke haben. 8000 Menschen arbeiten dort für die Bayern und ihre britischen Töchter. Rund 750 Millionen Euro hat BMW in den vergangenen Jahren in sein britisches Produktionsnetz investiert, das klare Votum des Managements ist daher verständlich und doch kein Ausnahmefall ...

Foto: picture alliance / dpa
7 / 11

... Airbus-Chef Tom Enders machte unlängst klar: "Wenn Großbritannien die EU verlässt, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies positive Konsequenzen für unsere Wettbewerbsfähigkeit in Großbritannien hätte." Enders meint damit nicht nur den Zugang zum britischen Markt. Mit den Wettbewerber BAe Systems zum Beispiel arbeitet Airbus am Kampfjet Eurofighter zusammen. Die britischen Werke Filton und Broughton haben in der europäisch fein aufgeteilten Konzernstruktur die Führung für Tragflächentechnik. Und der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Automarke) ist ein wichtiger Lieferant.

Foto: Dan Anderson/ picture alliance / dpa
8 / 11

... auch der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, warnt vor einem Brexit. Dieser brächte für alle Beteiligten Nachteile, äußerte er unlängst im "Handelsblatt" und tritt zugleich der Vermutung entgegen, der Finanzplatz Frankfurt werde von einem Ausscheiden der Briten aus der EU profitieren: "Aus meiner Sicht ist das kurzsichtig. Die Realität ist, dass ein Votum für einen Exit nur Verlierer produzieren wird - sowohl in Großbritannien und im Rest Europas."

Foto: REUTERS
9 / 11

In die gleiche Richtung argumentiert der Chef des Konsumgüterkonzerns Henkel, Hans Van Bylen. Der "Rheinischen Post" sagte der Manager: "Extreme Positionen gewinnen in vielen Ländern an Bedeutung. Das ist kein gutes Umfeld für die Stabilität in der Gesellschaft und Wirtschaftswachstum." Ein weiterer deutscher Top-Manager ...

Foto: Federico Gambarini/ dpa
10 / 11

... bezieht mit Werner Brandt, klar Position. Ein Brexit würde nicht nur Europa spalten, sondern auch einen signifikanten Einfluss auf die Weltwirtschaft haben, warnte der einflussreiche Aufsichtsrat kürzlich. Brandt sitzt in den Kontrollgremien von RWE, Lufthansa und Pro SiebenSat1 Media. Großbritannien brauche die EU und die EU brauche Großbritannien. "Hoffentlich setzt sich der britische Pragmatismus am Ende durch", zitiert das "Handelsblatt" den Manager. Als Gegner eines Brexit ...

Foto: DPA
11 / 11

... gab sich auch Wolfgang Schäfer, Finanzvorstand des Autozulieferers Continental zu erkennen. Verließen die Briten die EU, drohten sie sich damit "ins eigene Fleisch" zu schneiden. "Wir würden eine Fortsetzung der EU-Mitgliedschaft begrüßen, da ein Austritt die EU und auch Großbritannien schwächen würde", sagte Schäfer laut Nachrichtenagenturen.

Foto: DPA