Was Autos über die Fahrer wissen Diese Geschäfte wollen Autohersteller mit Fahrdaten machen

Ständig online - das sind mittlerweile Millionen neuerer Fahrzeuge. Die permanente Internetverbindung im Auto verbessert nicht nur die Spracherkennung, spielt Echtzeit-Verkehrsdaten oder Internet-Radiostationen ins Auto. Sie versorgt auch Autobauer mit einer enormen Fülle an Echtzeit-Fahrdaten. Die ersten Hersteller beginnen nun, diese Daten für neue Dienste und Zusatzgeschäfte zu nutzen. Was schon möglich ist, was angedacht wird.
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Bis zu 100 Steuergeräte und Prozessoren sind heute in einem Neuwagen verbaut, wie das Wall Street Journal (WSJ) in einem Artikel beschreibt (mehr dazu) . Sie erfassen in Echtzeit Daten von Dutzenden Sensoren: Von der GPS-Position über die Geschwindigkeit und Motordaten bis hin zum Bremsverhalten oder der Betätigung von Scheibenwischern. Moderne Autos laden solche Daten meist selbständig in der Cloud des jeweiligen Herstellers hoch ...

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... und Autohersteller nutzen diese Daten bereits. Etwa, um die Performance eines Wagens zu verbessern. Oder wie Tesla nachträglich eine Notbrems-Funktion nachzurüsten. Oder um Autobesitzer etwa rechtzeitig in die Werkstatt zu lotsen, falls die Sensoren Unregelmäßigkeiten im Motorverhalten melden. Doch die Pläne der Autohersteller gehen noch deutlich darüber hinaus - sie hoffen, mit dem Verkauf von Fahrdaten auf neue Geschäfte abseits ihres Stammgeschäfts, also des Bauens und Verkaufens von Autos.

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Etwa bei Versicherungen: So will Hyundai in den USA im kommenden Jahr Assekuranzen Fahrdaten zur Verfügung stellen - wenn die Autobesitzer einwilligen. Versicherungen sollen so günstigere Tarife auf Basis des Fahrverhaltens anbieten können. Ford, General Motors und deutsche Autohersteller planen Ähnliches.

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Autohersteller nutzen auch bereits Positions- und andere Fahrzeugdaten, um Autofahrern das Finden von freien Parkplätzen zu erleichtern. Die Positionsdaten lassen sich in Verbindung mit einem elektronischen Fahrzeugschlüssel aber auch für einen anderen Dienst nutzen: So können Volvo-Fahrer in mehreren US-Städten sich bereits Amazon-Pakete direkt in den eigenen Kofferraum liefern lassen. Ähnliches bietet auch GM für seine Fahrzeuge an.

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Noch in diesem Jahr will GM einen weiteren datenbasierten Dienst starten: Wenn der Tank eines GM-Fahrzeugs sich leert, will der Hersteller automatisch einen Gutschein für die nächstgelegene Tankstelle im Fahrzeugdisplay einspielen. Die Kraftstoffverkäufer zahlen GM dann eine Gebühr dafür, dass der Autobauer Fahrer zu ihrer Tankstelle schickt. Aber auch bei diesem Dienst gilt: Autobesitzer müssen zuerst einwilligen, dass GM ihre Fahrzeugdaten für solche Dienste verwendet.

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Mittlerweile gibt es auch eine Handvoll Startups wie Otonomo, Wejo oder die deutsche Caruso GmbH, die sich um die Aufbereitung, Anonymisierung und den Weiterverkauf der Fahrzeugdaten kümmern. Laut WSJ prüfen die Autobranche etwa auch, ob sie die Echtzeit-Daten von Scheibenwischern nutzen können ...

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... werden diese angeschaltet, regnet es wohl. Solche Daten könnten die Autohersteller dann etwa an Wetterdienste verkaufen, die so Regenfronten präziser und in Echtzeit verfolgen könnten. Und auch die Daten und Bilder, die in Autos verbauten Kameras liefern, ließen sich gut für Kartendienste nutzen: Sie könnten so direkt von den Herstellern etwa präzisere Informationen über Staus oder Baustellen erhalten.

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Branchenexperten meinen zudem, dass die Autohersteller mithilfe ihrer Fahrdaten bald präzisere Voraussagen über die Gewohnheiten jedes einzelnen Fahrers machen können. So könnte das Onboard-Navi viel früher eine alternative Route vorschlagen, falls sich auf der üblichen Stammroute eines Pendlers ein Stau ankündigt.

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Autohersteller betonen dabei gerne, dass sie für ihre Dienste zuerst das explizite Einverständnis des Autobesitzers zur Datensammelei einholen. Doch Sicherheitsexperten warnen, dass Konsumenten auch bei Autoherstellern oft nicht klar ist, in welchem Umfang sie einwilligen. Da seien die Autobauer auch nicht besser als viele Online-Dienste oder Handy-Apps, warnen sie - denn Konsumenten "bezahlen" solche Dienste häufig mit ihren persönlichen Daten.

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