Wir sind jetzt Deutschland Die wichtigsten Netzwerke in Stuttgart

In der Schwabenmetropole geben noch die alten Herren den Ton an. Man trifft sich bei Vernissagen, in kleinen Kreisen, Dorfkneipen – oder beim VfB. Die Jungmanager und Unternehmersöhne machen bei diesem Klüngel nicht mehr mit. Sie haben ihre eigenen Zirkel.
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Die Alten

Kultur, VfB..: Die Kulturszene ist Dreh- und Angelpunkt der Stuttgarter Gesellschaft. In Beiräten und Kuratorien von Bachakademie, Deutsches Literaturarchiv Marbach, der Ludwigsburger Schlossfestspiele oder Staatsgalerie engagieren sich viele Manager und Unternehmer. Man trifft sie häufig bei Premieren und Vernissagen. Ansonsten machen sich die Bosse in der Öffentlichkeit rar. Nur beim VfB in den Lounges der Mercedes-Benz Arena tauchen manche von ihnen noch auf. Die Unternehmenslenker Dieter Zetsche (Daimler) oder Matthias Müller (Porsche) etwa, sowie Kärcher-Chef und Urschwabe Hartmut Jenner, der im Aufsichtsrat des Fußballklubs sitzt. Jenner hat das Zeug zum neuen schwäbischen Patron, in direkter Erbfolge derer von Stihl und Dürr.

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... und Dorfkneipen: Rund um Stuttgart führen viele Städte ein gesellschaftliches Eigenleben. Ob in Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Böblingen, Reutlingen – die lokale Wirtschaftsprominenz bleibt vor Ort und fährt eher selten in die Metropole. Bestes Beispiel: Bietigheim-Bissingen. Dessen prominentester Bürger, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der "König von Bietigheim", hält gern im Restaurant "Friedrich von Schiller" Hof.

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Die Jungen

Partys... : Maultaschen und Trollinger in den Weinstuben "Fröhlich" und "Zur Kiste" – die Jungmanager und Unternehmersöhne haben diese Schwabentümelei satt. Sie, die oft international ausgebildet sind, zieht es ins "Oggi" oder "Cavos". Der einzige Ort, wo sich Jung und Alt noch treffen, ist im Herbst der Wasen, das Cannstatter Volksfest. Legendär sind die Partys des Kaufhauses Breuninger und von Klatschreporterin Karin Endress.

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... und Zirkel: Am liebsten treffen sich die Wirtschaftsleute in kleinen Zirkeln, meist zu Hause. Oder allenfalls im halb öffentlichen Raum wie im geheimnisumwitterten "Weinberghäuschen" der IHK mit seinen gerade mal 14 Plätzen. Größer ist der Donnerstagskreis, der von Ex-HP-Chef Jörg Menno Harms geleitet wird und sich vier- bis fünfmal im Jahr donnerstags zwischen 18 und 20 Uhr in den Räumen der LBBW trifft. Zwei neue, eher für Jungmanager gedachte Runden etablierten sich in den vergangenen Jahren: Der "Business Club Stuttgart Schloss Solitude", hinter dem Szenegastronom Jörg Mink ("Zur Linde") und Ex-IBM-Chef und VfB-Ehrenpräsident Erwin Staudt stecken, und die "Babbelrunde" des Ditzinger Logistikunternehmers Stephan Hewel.

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