Putin, Merkel, Erdogan Die wichtigsten G20-Akteure in Hangzhou

Beim G20-Gipfel kommen an diesem Sonntag und Montag die mächtigsten Staatenlenker der Welt im chinesischen Hangzhou zusammen. Hier die wichtigsten Akteure.
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XI JINPING: Chinas Staats- und Parteichef vereint mehr Macht in seinen Händen als seine Vorgänger. Mit dem Kampf gegen Korruption punktet der 63-Jährige im Volk und schaltet Gegner aus. Auch geht er hart gegen Bürgerrechtler vor. Mit dem G20-Gipfel will Xi Jinping den globalen Führungsanspruch der zweitgrößten Volkswirtschaft bekräftigen. Streitthemen wie Chinas Vormachtpolitik im Südchinesischen Meer würde Xi Jinping gerne ausklammern und sich auf wirtschaftliche Themen konzentrieren.

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WLADIMIR PUTIN: Der Kremlchef geht mit Selbstbewusstsein in die G20-Gespräche. Er weiß, dass beim Topthema Syrien nichts ohne Moskau läuft. Der 63 Jahre alte Ex-Geheimagent aus St. Petersburg will Russland wieder zur Großmacht machen. Deswegen annektierte er 2014 die Halbinsel Krim und griff in der Ostukraine ein. Das trug ihm Sanktionen des Westens ein, doch bei der G20 will Putin der Aufhebung dieser Strafen näher kommen. Sie treffen die russische Wirtschaft, in der es wegen verschleppter Reformen und niedriger Ölpreise im 17. Jahr seiner Herrschaft nicht gut aussieht. Politisch sitzt Putin fest im Sattel. Seiner Wiederwahl 2018 steht bislang nichts im Weg.

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BARACK OBAMA: Es ist sein G20-Abschied und einer seiner letzten Auftritte auf der Weltbühne überhaupt. Der 55 Jahre alte US-Präsident arbeitet heftig an seinem Vermächtnis, aber dafür ist ein komplexer G20-Gipfel nicht gerade der beste Rahmen. Die Erwartungen an die USA sind wie immer sehr hoch, aber Obama ist auf seinen letzten Metern nicht mehr ganz frei. Jeder wird von ihm wissen wollen: Und? Was passiert nach Dir? Die Wellen des heftigen Wahlkampfs zwischen Hillary Clinton und ihrem republikanischen Herausforderer Donald Trump werden Obama bis nach China begleiten. Asien liegt Obama sehr am Herzen, er wird dort nochmals stark die Freihandelskarte spielen.

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ANGELA MERKEL: Die Kanzlerin fährt mit einem Sack voller Probleme nach Hangzhou: Ihre Beliebtheitswerte in Deutschland sinken, die Umfragewerte für ihre CDU sind vergleichsweise schlecht und ihr Heimatverband in Mecklenburg-Vorpommern droht bei der Landtagswahl am Sonntag hinter die rechtspopulistische AfD zu fallen. Der Grund für Merkels derzeit sinkenden Stern ist ihre Flüchtlingspolitik - obwohl die Flüchtlingszahlen drastisch gesunken sind. Außenpolitisch wird sich die 62-Jährige in China vor allem um die Ukraine-Krise und den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei kümmern. Da stehen ihr unangenehme Gespräche mit Kremlchef Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bevor.

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RECEP TAYYIP ERDOGAN: Der türkische Staatspräsident hat gerade erst einen Putschversuch überstanden. Anschließend beschwerte sich der 62-Jährige bitterlich über mangelnde Unterstützung des Westens für den Nato-Partner Türkei: Statt Gesten der Solidarität gab es vor allem aus der EU Mahnungen zur Verhältnismäßigkeit, nachdem Erdogan den Ausnahmezustand verhängte. Seine erste Reise nach dem Umsturzversuch führte Erdogan nach Moskau, wo der Streit mit Wladimir Putin über den Abschuss eines Kampfjets zu den Akten gelegt wurde. Putin hatte Erdogan noch am Putsch-Wochenende persönlich angerufen.

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THERESA MAY: Für Großbritanniens Premierministerin ist es der erste Auftritt auf dem internationalen Parkett - und er könnte gleich unangenehm werden. Die Amtskollegen aus der EU warten weiter auf einen Zeitplan für die Brexit-Verhandlungen. Doch nicht nur sie fürchten anhaltende Unsicherheit. International ist die Sorge groß, der Ausstieg der Briten aus der EU könne zu einem Hemmschuh für das globale Wirtschaftswachstum werden. Auch das Verhältnis zum Gastgeber China ist derzeit nicht ungetrübt. Erst kürzlich hatte Theresa May (59) überraschend den geplanten Bau eines neuen Atomkraftwerks unter chinesischer Beteiligung gestoppt. Peking reagierte erbost.

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