Schlecker, Hoeneß, Funke, Middelhoff Die spektakulärsten Wirtschaftsprozesse

Der Prozess gegen den früheren Drogeriekönig Anton Schlecker und dessen Familie wird zu den spektakulärsten Wirtschaftsstrafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik zählen. Doch nicht nur bei Schlecker ging es um Milliarden. Ein Überblick.
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Prozess gegen Ex-Drogeriekönig und Familie

Er machte zeitweise mit mehr als 14000 Drogeriefilialen in ganz Europa und etwa 50.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von mehr als sieben Milliarden Euro - entsprechend monumental war auch die Pleite, die Anton Schlecker wenige Jahre später hinlegte. 2012 musste der einstige Drogeriekönig für sein Reich Insolvenz anmelden. Ermittler glauben jedoch, dass Schlecker schon früher, als sich der Untergang bereits abzeichnete, Gelder beiseite geschafft und die Lage des Konzerns verschleiert hat. Deshalb wird Schlecker sowie seiner Gattin Christa, den Kindern Meike und Lars sowie zwei involvierten Wirtschaftsprüfern nun in Stuttgart der Prozess gemacht. Schlecker wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, seine Kinder Lars (46) und Meike (44) wurden dagegen zu Haftstrafen von zwei Jahren und acht Monaten beziehungsweise zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

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Ex-HRE-Chef Georg Funke

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate gilt als das deutsche Gesicht der Finanzkrise (Archivbild von 2008). Ursprünglich wurde gegen Funke und mehrere andere Ex-HRE-Manager wegen Untreue ermittelt. Davon ist nur noch wenig übrig. Funke wird vorgeworfen, 2007 und 2008 Bilanzzahlen geschönt zu haben, mögliche Maximalstrafe sind drei Jahre Gefängnis. Der mitangeklagte ehemalige Finanzvorstand Markus Fell muss sich darüber hinaus wegen Marktmanipulation verantworten, strafbar mit maximal fünf Jahren Haft. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende des vergangenen Jahrzehnts war die HRE der teuerste Schadenfall für den Bund: Das "systemrelevante" Institut wurde mit mehr als 120 Milliarden Euro Bürgschaften gestützt, um den drohenden Kollaps weiterer Banken zu verhindern. Funke stand als Paradebeispiel eines Gierbankers da. Nach jahrelanger Verzögerung begann der Strafprozess gegen Funke und Fell am 20. März 2017 und wurde Ende September gegen eine Auflage von 18 000 Euro eingestellt, die Funke an gemeinnützige Vereine zahlen muss. Grund für die Entscheidung der Richter: Die Vorwürfe hätten anhand der Beweisaufnahme nicht hinreichend geklärt werden können, die Erhebung weiterer Beweise wäre voraussichtlich nicht bis Ablauf der Verjährungsfrist 2018 möglich gewesen.

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Mehrere Vorstände und Ex-Vorstände der Deutschen Bank vor Gericht

Der seinerzeit amtierende Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, die früheren Chefs der Bank Josef Ackermann und Rolf Breuer, dazu die beiden Vorstandsmitglieder Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck - eine so prominent besetzte Anklagebank gibt es selten in deutschen Gerichtssälen. Die fünf Manager mussten sich 2015/2016 vor dem Landgericht München verantworten, weil sie zuvor das Gericht im Zusammenhang mit der Kirch-Affäre der Deutschen Bank belogen haben sollten. Das Münchener Gericht sprach jedoch alle fünf Angeklagten im April 2016 vom Vorwurf des Prozessbetrugs frei.

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Die schmutzigen Immobiliendeals bei Sal. Oppenheim

Auch dieses Mammutverfahren gehört in die Riege der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse: Vor dem Landgericht Köln mussten sich ab 2012 vier ehemalige persönlich haftende Gesellschafter der Bank Sal. Oppenheim - darunter Matthias Graf von Krockow (Mitte, r., stehend) sowie Friedrich Carl Janssen (zweiter v. l., sitzend) - sowie der Immobilienunternehmer Josef Esch wegen des Vorwurfs der Untreue und der Beihilfe dazu verantworten. Es ging um Immobiliengeschäfte im dreistelligen Millionenvolumen. Parallel zum Strafverfahren liefen zudem zahlreiche Zivilverfahren, in denen zum Teil prominente Kunden der Bank Schadensersatz forderten. 2015 wurden die vier Ex-Sal.-Oppenheim-Gesellschafter zu Haftstrafen verurteilt. Das Verfahren gegen Esch wurde gegen eine millionenschwere Geldauflage eingestellt.

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Uli Hoeneß und die heimlichen Millionen in der Schweiz

Anfang 2013 begann die Affäre um heimliche Konten in der Schweiz, auf denen FC-Bayern-Macher Uli Hoeneß Millionenbeträge deponiert hatte - offenbar ohne Wissen des deutschen Fiskus. Der Fall beschäftigte monatelang die deutsche Öffentlichkeit und führte zum - aus heutiger Sicht vorübergehenden - gesellschaftlichen Absturz des Unternehmers und Fußballmanagers. 2014 wurde Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Hoeneß verbrachte tatsächlich einige Zeit hinter Gittern - und steht heute wieder an der Spitze des FC Bayern München.

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Wendelin Wiedeking und die missglückte VW-Übernahme

Ex-Porsche-Chef Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter versuchten im Jahr 2008, mittels Optionsgeschäften den VW-Konzern zu übernehmen. Die Sache ging schief: Am Ende übernahm VW den Angreifer Porsche, Wiedeking und Härter mussten gehen. Hedgefonds, die auf Verluste bei der VW-Aktie gewettet hatten, verloren Milliarden. Wiedeking und Härter mussten sich vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten, wurden aber im März 2016 freigesprochen.

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Klaus Esser und die Mannesmann-Millionen

November 2006: Der Düsseldorfer Mannesmann-Prozess wird eingestellt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann , der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser und drei weitere Angeklagte zahlen sechs Millionen Euro als Geldauflage. Hintergrund war der Verdacht, dass Klaus Esser unberechtigt und unter Einflussnahme von Vodafone als Prämien deklarierte Zahlungen in Höhe von umgerechnet 25 Millionen Euro erhalten hatte. Genehmigt worden waren die Prämien unter anderem von den damaligen Aufsichtsräten Ackermann und Zwickel.

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Heros und das Geld der Kunden

Mai 2007: Der Gründer des größten deutschen Geldtransportunternehmens Heros, Karl-Heinz Weis, wird wegen Veruntreuung von rund 350 Millionen Euro und Bankrotts zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt zwei weitere Angeklagte zu jahrelangen Haftstrafen. Gemeinsam hatten die Verurteilten rund 350 Millionen Euro von Kundengeldern abgezweigt, um Finanzlöcher im eigenen Unternehmen zu stopfen - und um sich selbst zu bereichern. Von rund 70 Millionen Euro fehlt bis heute jede Spur.

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Volkswagen und die Spesenkonten

Januar 2007: Im ersten Prozess des Skandals um Schmiergelder, Vergnügungsreisen, Bordellbesuche, teure Geschenke und Partys auf Kosten des Volkswagenkonzerns wird der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 576.000 Euro verurteilt. Er hatte gestanden, den ehemaligen VW-Betriebsratschef Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe "gekauft" zu haben. Im zweiten Prozess wurden im Februar 2008 Volkert zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten und Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

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Die Telekom und der dritte Börsengang

April 2008: In diesem Monat eröffnete das Oberlandesgericht Frankfurt den Musterprozess um den dritten Börsengang der Deutschen Telekom. Rund 17.000 Anleger haben den Konzern auf insgesamt 80 Millionen Euro Schadenersatz verklagt, weil dieser im Jahr 2000 Risiken verschwiegen habe. Mehrfach wurde die Urteilsverkündung verschoben. Ein für April, dann für Mai vorgesehener Termin wurde kürzlich auf den Oktober dieses Jahres verlegt.

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Alexander Falk und die geschönten Umsätze

Mai 2008: Alexander Falk wird wegen versuchten Betrugs in Hamburg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, die Revision vom BGH als unbegründet verworfen. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass Falk zusammen mit vier seiner Manager den Wert der Firma Ision durch Umsatzmanipulation künstlich nach oben getrieben hatte. So erzielte er beim Käufer, der englischen Energis, einen höheren Preis. Energis hatte Ision im Jahr 2000 für umgerechnet rund 800 Millionen Euro gekauft, um kurz danach in die Insolvenz zu gehen. Das Urteil markierte das Ende des Abstiegs des Stadtplanverlags-Erben. Falk gehörte einst zu den 30 reichsten Menschen Deutschlands.

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Reinhard S. und das System Siemens

28. Juli 2008: Im ersten Strafprozess um die Siemens-Korruptionsaffäre hat das Landgericht München den ehemaligen Siemens-Direktor Reinhard S. wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem musste er eine Geldstrafe in Höhe von 108.000 Euro zahlen. Der Ex-Direktor hatte gestanden, für den Elektrokonzern 50 Millionen Euro in schwarze Kassen geleitet zu haben. Nach seiner Festnahme Ende 2006 hatte er der Staatsanwaltschaft das damalige Schmiergeldsystem bei Siemens umfassend erklärt.

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Klaus-Gerd Lederer und die verschleppte Insolvenz von Babcock Borsig

22. September 2008: Sechs Jahre nach der Pleite des Oberhausener Anlagenbauers Babcock Borsig wird Vorstandschef Klaus-Gerd Lederer wegen Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe, einer Geldbuße und zu 1000 Stunden Sozialarbeit verurteilt. Der Angeklagte hatte im Prozess gestanden, schon im April 2002 von der Zahlungsunfähigkeit des Oberhausener Industriekonzerns Babcock Borsig gewusst zu haben. Der Insolvenzantrag war jedoch erst drei Monate später gestellt worden - nach dem Ausscheiden des Managers. Lederer erklärte vor Gericht: "Ich nehme für mich in Anspruch, wirtschaftlich sinnvoll gehandelt zu haben."

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Jürgen Sengera und die Boxclever-Kredite

August 2009: Der Prozess gegen den ehemaligen WestLB-Chef Jürgen Sengera wegen eines Milliardenkredits an den Fernsehgeräteverleiher Boxclever muss neu aufgerollt werden, nachdem der BGH den Freispruch des Düsseldorfer Landgerichts aufgehoben hat. Dem Manager wird Untreue vorgeworfen. Die zu seiner Zeit drittgrößte Landesbank in Deutschland war durch den Kredit in eine finanzielle Schieflage geraten. Durch das Darlehen in Höhe von 1,35 Milliarden Euro an Boxclever war der WestLB ein Schaden von rund 400 Millionen Euro entstanden. Sengera war an den maßgeblichen Vorstandsbeschlüssen im Dezember 1999 und im Frühjahr 2000 beteiligt.

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Gerhard Schmid und der vorsätzliche Bankrott

April 2010: Der Prozess gegen den Gründer und früheren Chef der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, muss neu aufgerollt werden. Denn Schmid hat mit seiner Revision vor dem Bundesgerichtshof Erfolg: Die Karlsruher Richter machen zahlreiche Lücken in dem Urteil des Landgerichts Kiel vom Januar 2009 aus. Schmid war wegen vorsätzlichen Bankrotts zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Er soll 2002 Unternehmensanteile und Geld im Gesamtwert von 1,2 Millionen Euro nach Liechtenstein geschafft haben, um sie vor einer drohenden Pfändung in Sicherheit zu bringen.

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Stefan Ortseifen und die IKB-Rettung

Juli 2010: Der frühere Chef der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen, wird in Düsseldorf wegen Börsenmanipulation zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die Mittelstandsbank soll Aktionären bewusst die Auswirkungen der US-Immobilienkrise verschwiegen haben. Die Revision ist derzeit beim Bundesgerichtshof anhängig. Ortseifen war bereits im Juli 2007 als Vorstandssprecher der IKB entlassen worden, weil die Tochter der staatlichen KfW-Bank durch Fehlspekulationen mit schlecht abgesicherten amerikanischen Hypothekenkrediten in Schieflage geraten war.

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Die Deutsche Bank und die Zinswetten

März 2011: Der BGH verurteilt die Deutsche Bank zur Zahlung von rund 540.000 Euro Schadenersatz an ein mittelständisches Unternehmen. Dieses hatte bei einem sogenannten Swap-Geschäft - einer Wette auf die Zinsentwicklung - einen großen Verlust erlitten. Die Bank habe ihre Beratungspflichten verletzt, urteiten die Karlsruher Richter. Die so genannten "Spread Ladder Swap"-Verträge hatten die Deutsche Bank und andere Kreditinstitute auch mit zahlreichen anderen mittelständischen Unternehmen, Städten und kommunalen Unternehmen abgeschlossen.

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Rolf Demuth und die Bilanzen von Schieder

April 2011: Der Gründer und Chef des einst größten Möbelproduzenten Europas, der Schieder-Gruppe, wird vom Landgericht Detmold zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein Finanzchef bekam eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Zwei weitere Mittäter erhielten Bewährungsstrafen. Die Manager hatten Bilanzen gefälscht und damit Kredite in dreistelliger Millionenhöhe erschlichen. 2007 musste der Konzern mit rund 11.000 Mitarbeitern Insolvenz anmelden. Der finanzielle Schaden soll insgesamt 283 Millionen Euro betragen.

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Wilhelm Schelsky und die AUB

Oktober 2010: Das Urteil des Landesgerichts Nürnberg-Fürth gegen den von Siemens geschmierten Gründer der IG-Metall-Konkurrenz AUB, Wilhelm Schelsky, wird vom Bundesgerichtshof (BGH) weitgehend bestätigt. Das Landgericht Schelsky zu einem Schadensersatz in Höhe von 3,2 Millionen Euro verurteilt. In dem Skandal ging es um veruntreute Gelder, mit denen Schelsky eigene Unternehmen aufgebaut haben soll. Der ehemalige Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer war zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden. Während des mehrwöchigen AUB-Strafverfahrens gegen Schelsky und Feldmayer war deutlich geworden, dass Siemens jahrelang versucht hatte, mit Millionenzahlungen an die AUB ein Gegenwicht zur IG Metall aufzubauen.

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Die Telekom und die Spitzelaffäre

November 2010: Im Prozess um die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom hat das Landgericht Bonn den früheren Sicherheitschef des Konzerns zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Der Angeklagte Ex-Abteilungsleiter für Konzernsicherheit, Klaus T., hatte im Prozess als Hauptangeklagter die alleinige Verantwortung für das illegale Ausspionieren übernommen. In den Jahren 2005 und 2006 waren mehr als 40 Personen von den Ausspähungen betroffen, unter ihnen waren neben Journalisten auch Aufsichtsräte und Gewerkschafter. Die Ermittlungsverfahren gegen Ex-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sowie gegen Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel waren schon vor dem Prozess eingestellt worden.

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Helmut Kiener und der 345-Millionen-Betrug

März 2011: Der Fondsmanager Helmut Kiener soll Anleger um 345 Millionen Euro betrogen haben. Die Anklage wirft ihm gewerbsmäßigen Betrug in besonders schweren Fällen, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung in Höhe von 5,1 Millionen Euro vor. Dem ebenfalls angeklagten Claus Z. wird Beihilfe vorgeworfen. Er soll für Kiener Depot und Kontodaten frisiert haben. Unter den Opfern sind neben rund 5000 Privatanlegern auch Großbanken wie Barclays Capital und die BNP Paribas.

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Leo Kirch und die Interview-Pleite

März 2011: Neun Jahre nach der Pleite der KirchMedia-Gruppe sagt der Medienunternehmer Leo Kirch erstmals als Zeuge im Schadenersatzprozess gegen die Deutsche Bank und deren ehemaligen Chef Rolf Breuer aus. Es geht um zwei Milliarden Euro. Kirch wirft dem Frankfurter Geldhaus vor, 2002 durch ein TV-Interview Breuers die Insolvenz seiner Gruppe herbeigeführt zu haben. Darin hatte Breuer über die Kreditwürdigkeit Kirchs gesagt: "Was man alles lesen und hören kann ist, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Danach haben aus Kirch-Sicht die Banken den Geldhahn zugedreht. Seither überzieht er die Deutsche Bank mit Klagen und fordert Schadenersatz in Milliardenhöhe.

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Thomas Middelhoff und die Arcandor-Deals

November 2014: Thomas Middelhoff war im November 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue zulasten des ehemaligen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Wegen Fluchtgefahr wurde er noch im Gerichtssaal verhaftet und saß mehr als fünf Monate in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen in Untersuchungshaft, bevor er gegen Kaution entlassen wurde und seine Freiheitsstrafe im offenen Vollzug in Bielefeld verbüßte. Am 26. November 2017, nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe, kommt er auf freien Fuß. Der Rest seiner Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

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Die BayernLB, die Formel 1 und die Hypo Alpe Adria

Mai 2011: Ein Gericht hat der BayernLB erlaubt, das Vermögen ihres früheren Risikovorstands Gerhard Gribkowsky sicherzustellen. Gribkowsky wird vorgeworfen, beim Verkauf von Formel-1-Anteilen Bestechungsgelder von 50 Millionen Dollar kassiert zu haben. Offen sind Strafverfahren und Prozesse gegen diverse Ex-Vorstände der BayernLB. Ihnen werden unter anderem der verlustträchtige Kauf der Österreich-Tochter Hypo Alpe Adria (HGAA) vorgeworfen. Der Kauf der HGAA im Jahr 2007 hatte der BayernLB horrende Verluste eingebrockt und die Steuerzahler mit 3,7 Milliarden Euro belastet.

Foto: Frank Leonhardt/ picture alliance / dpa
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