Die Mitstreiter Warum diese Männer Fidar unterstützen

Frauen in die Aufsichtsräte: Diese Wirtschaftslenker unterstützen die Initiative.
1 / 10

Quotensieger: Telefonica Deutschland weist die umfangreichste Beteiligung von Frauen in den obersten Führungsgremien auf (Aufsichtsrat 31,2 Prozent, Vorstand 50 Prozent). Dafür erhielt die Tochter des spanischen Telefonica-Konzerns (02) den erstmals vergebenen Fidar-Award. Im Bild: Telefonica-Finanzchefin Rachel Empey (links) und Aufsichtsratschefin Eva Castillo Sanz (Mitte) neben CEO Markus Haas.

Foto: imago/Sven Simon
2 / 10

Bundesfamilienministerin Katarina Barley lobte bei der Preisverleihung in Berlin das Engagement von Fidar, mehr Frauen in die Aufsichtsräte und in die Führungsgremien deutscher Unternehmen zu bekommen ...

Foto: FidAR
3 / 10

... für den Quotensieger Telefonica nahm Veronika Daiber (Mitte, zwischen Katarina Barley und mm-Chefredakteur Steffen Klusmann) den Fidar-Award entgegen. Rechts: Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Foto: FidAR
4 / 10

Mehr Frauen in die Aufsichtsräte: Die Organisation Fidar erstellt regelmäßig den "Women on Board Index" - und wird auch von einer steigenden Zahl einflussreicher männlicher Wirtschaftslenker unterstützt. Dazu gehört zum Beispiel Commerzbank-Chef Klaus Peter Müller ...

5 / 10

"Fidars unermüdlicher Einsatz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass in den letzten Jahren mehr und mehr Frauen in die Aufsichtsorgane berufen wurden und weiterhin werden. Das ist ohne Zweifel gut für alle Beteiligten und der Unterstützung aller Männer wert. Ich habe eine deutliche Steigerung der Berufungen von Frauen in Aufsichts- und Beiräte schon als ehemaliger Vorsitzender der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gefordert. Mir wäre es lieber gewesen, wenn dieser Prozess ohne Frauenquote ausgekommen wäre. Doch ich habe in den letzten Jahren erfahren und beobachten können, dass wir – leider – ohne Quote in so kurzer Zeit nicht soviel Fortschritt gesehen hätten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Frauen sich deutlich intensiver um die Bildung und die Pflege von Netzwerken mit für sie interessanten Frauen und Männer bemühen. Auch wünsche ich mir, dass FidAR bei den diversen Treffen und Veranstaltungen dazu beiträgt, den ja oft hochqualifizierten Frauen ein von gesundem Selbstbewusstsein geprägtes Auftreten näherzubringen."

Klaus Peter Müller ist Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank

Foto: REUTERS
6 / 10

Der Wandel in den Unternehmen braucht die Unterstützung der Mächtigen: Das Plakat symbolisiert die Kampagne, mit der Fidar  jetzt um neue – männliche - Mitglieder wirbt.

7 / 10

"Fidar gehört zu den Institutionen, die sich seit Jahren kontinuierlich für die Verbesserung der Frauenquote einsetzen und keine Eintagsfliegen sind. Ich habe mich relativ früh in dieser Institution engagiert, weil ich sehe, dass wir Potential verschwenden, wenn wir Frauen systematisch von Führungspositionen ausschließen. Wenn man sieht, dass es möglich ist, dass nicht nur Männer im Aufsichtsrat sitzen, ist das gleichzeitig die Chance, Stereotype zu ändern, dass Aufsichtsräte Männersache sind. Ohne Quote geht es viel zu langsam. Deutschland ist diesbezüglich zu konservativ und zu wenig offen. Das erlebe ich in den Universitäten, Vorständen, Aufsichtsräten und auch sonstigen Gremien. Zu sehr regiert so etwas wie ein Old Boys Network, das sehr sublim Frauen nicht fördert. Dieses passt nicht mehr in die Zeit, denn das Anforderungsprofil an Führung hat sich geändert. Es geht nicht nur um Zahlen, Daten, Fakten und Durchsetzungsvermögen, also die typisch männliche Führungsart (Sachebene und Aufgabenebene), sondern genauso um Wertschätzung, Caring (Beziehungsebene). Wir brauchen Menschen, die ein androgynes Führungsverhalten zeigen (also typisch maskuline wie feminine Führungseigenschaften vereinen), egal ob sie Männer oder Frauen sind. Androgynes Führungsverhalten fördert Motivation, Kreativität und Innovation. Vor diesem Hintergrund glaube ich nicht, dass in 90 Prozent aller Führungspositionen Männer die beste Wahl sind und nur in 10 Prozent der Positionen Frauen."

Dieter Frey ist Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie und leitet das Center für Leadership and Peoplemanagement an der Ludwig-Maximilians-Universität in München

Foto: DPA
8 / 10

"Donner & Reuschel hat die Null schon längst gestrichen: im Aufsichtsrat unseres Bankhauses sind bereits ein Drittel der Mitglieder Frauen. Es ist uns doch allen klar, dass es bei Männern und Frauen unterschiedliche Stärken gibt, die großartige Chancen bieten. Fidar öffnet uns dazu die Augen und motiviert und fördert Talente für die AR-Arbeit. Dies unterstützen wir sehr gerne und engagiert. Lieber hätte ich keine Quote, aber die Praxis zeigt, dass es wohl notwendig ist, um Bewegung in Gang zu setzen und aus den alten Mustern auszubrechen. Eingefahrene Dinge muss man aktiv aufbrechen, das geschieht nicht von allein. Meiner Erfahrung nach ist eine gute und solide Ausbildung und zielgerichtetes Netzwerken für die berufliche Entwicklung wesentlich. Dabei kann FidAR eine wichtige Hilfe und Plattform sein."

Marcus Vitt ist Vorstandssprecher der Privatbank Donner & Reuschel

Foto: Donner & Reuschel
9 / 10

"Ich war beruflich lange in Frankreich, Italien, China und Türkei (Istanbul) tätig. In diesen Ländern waren „Kolleginnen“ und „Mitarbeiterinnen“ in allen Ebenen sehr präsent, sogar in sehr technischen Unternehmen. In Deutschland ist das leider immer noch anders; auch bei der Besetzung von Aufsichtsräten reduziert die Anforderung „fundierte Top-Level-Management- in einem Best-in-Class-Umfeld als auch hinreichende Branchenerfahrung“ den KandidatenInnenpool drastisch. Am Ende schlägt oft der „Bessere“ die „Gute“. Wenn es aber gelingt, eine Frau ins Gremium zu bringen, hat das oft sehr positive Auswirkungen: Der gewohnte und manchmal etwas zu raue und direkte Kommunikations-Stil entwickelt sich zur etwas galanteren und vermutlich effizienteren Gesprächskultur. Jetzt schon auf Selbstheilung in der Frauenfrage zu setzen, wäre noch deutlich zu früh. FidAR muss weiterhin in der Politik und in den Unternehmen regelmäßig das Thema ‚Frauen für Management- und Aufsichtsrats-Positionen‘ oben auf die Tagesordnung bringen. Scharfe verbindliche Anforderungen haben hier zu Lande Veränderungen immer beschleunigt, vor allem im technischen Bereich sind so oft nach anfänglichen Widerständen Innovationen und weltweite Marktführerschaft entstanden. Ähnliche Verhaltensmuster sind mit der Frauenquote ausgelöst worden. Die Veränderungen sind auf dem Weg und sichtbar."

Frank Döring ist Partner der Personalberatung Rochus Mummert

Foto: Rochus Mummert
10 / 10

"Diversity und 'women in boards' sind weltweit DER entscheidende Treiber für die Veränderung der Unternehmenskulturen. Fidar und die Frauenquote haben entscheidenden Anteil daran, dass in Deutschland eine Veränderung zum Besseren überhaupt stattfindet. Deshalb bin ich stolz, Mitglied bei Fidar zu sein. Die Frauenquote hat für alle kapitalmarktnahen Unternehmen eine Zeit des Umdenkens eingeleitet. Anfangs wurde noch gewitzelt, jetzt wird ernsthaft diskutiert, wie ein 'gemischter' Aufsichtsrat hilft, dass ein Unternehmen im internationalen Wettbewerb besser besteht. Gerade bei der digitalen Transformation haben Frauen die Nase vorne. Wie wir aus der Vermittlungstätigkeit des Deutschen Corporate Governance Instituts (DCGI) wissen, ist hier schon jetzt die Nachfrage nach Kandidatinnen größer als das Angebot. Bereits die Diskussion um die Quote hat in Deutschland und Europa einen überfälligen Veränderungsprozess in Gang gesetzt. Deutschland befreit sich zusehends von seiner 'Verklemmtheit'. Ohne Quote hätte es möglicherweise auch funktioniert, nur hätte es wahrscheinlich 100 Jahre gedauert. Wenn man als Unternehmen vorne sein will, muß man sich schnell verändern. Die Quote als Beschleuniger hat gut funktioniert und tut es noch. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass noch mehr Frauen die Aufsichtsratslaufbahn anstreben und sich gegebenenfalls dafür qualifizieren lassen."

Peter H. Dehnen ist Vorsitzender der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.