Einer dieser Männer könnte Jeff Bezos beerben Die Manager hinter dem Amazon-Chef

Mit seinem Ehrgeiz, seinen skurrilen Auftritten und seiner Begeisterung für Himmelfahrts-Projekte hat Jeff Bezos sich einen Star-Status in der Wirtschaftswelt erarbeitet wie sonst vielleicht nur Steve Jobs oder Mark Zuckerberg. Sein Milliarden-Imperium Amazon wird dagegen inzwischen hauptsächlich von einem Sechser-Klub gesteuert - allesamt Männer.
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21 Jahre nach seiner Gründung ist Amazon heute einer der beherrschenden Akteure in internationalen E-Commerce. Rund ein Viertel aller Onlinebestellungen laufen in Deutschland über die Seite des Onlinehändlers. Und mit immer neuen Diensten und Geräten sorgt Amazon-Chef Jeff Bezos dafür, dass Amazon diese dominierende Position behält und weiter ausbauen kann. Innovationen, die Ergebnis einer ganz speziellen Unternehmenskultur sind, die der 52-Jährige in Seattle geschaffen hat – und die nicht nur in Deutschland schon oft Objekt massiver Kritik war. Ohne ein fähiges Führungsteam, das es schafft, aus den möglichen Innovationen die besten heraus zu sieben und erfolgreich neue Geschäftsfelder zu erschließen, wäre Amazon allerdings nicht dort, wo es heute ist. Wer zu Bezos engstem Führungszirkel gehört und womöglich das Zeug zum Nachfolger hat (- auch wenn es derzeit keine Anzeichen für einen Wechsel gibt): Ein Überblick.

Foto: Chip Somodevilla/ Getty Images
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Werner Vogels - Amazons Technik-Gehirn Chief Technology Officer Werner Vogels ist einer der engsten Vertrauten von Bezos und einer seiner wichtigsten Botschafter. Der Niederländer, den Bezos bereits 2004 anwarb und den er ein Jahr später zum Technologiechef und Vizepräsidenten machte, gilt als einer der Väter der Amazon-Datenwolke, mit denen Amazon seit 2005 auch kleineren Unternehmen Zugriff auf flexible Rechenleistung gibt. Der hochintellligente und dennoch nahbare Manager mit einem Faible für niederländischen Fußball und Start-ups, nimmt für Amazon viele öffentliche Auftritte wahr und repräsentiert das Unternehmen nach außen. Als potenzieller Nachfolger kommt der mit einer Musikerin verheiratete zweifache Familienvater aber wohl eher nicht in Frage. Mit seinen 57 Jahren ist er älter als sein Chef Jeff Bezos.

Foto: Amazon
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Jeff Blackburn - der Dealmaker Jeffrey (Jeff) Blackburn verantwortet seit mittlerweile fast zehn Jahren die Entwicklung neuer Geschäftsfelder bei Amazon und ist damit ein entscheidender Dealmaker des Konzerns. 1998 nach einem Job bei der Deutschen Bank bei Amazon eingestiegen, hat der 45-Jährige Stanford-Absolvent bereits die unterschiedlichsten Jobs bei dem Onlineversender innegehabt und Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen gesammelt. So tütete er 2009 die vielbeachtete Akquisition des Online-Schuhhändlers Zappos ein, verantwortete zeitweise den europäischen Kundendienst, die Produktentwicklung und war für das operative Geschäft tätig. Für Bezos ist der bewährte Allrounder laut Insidern ein langjähriger Vertrauter, dessen Urteil er schätzt. Nachfolgepotenzial: durchaus vorhanden.

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David Limp – der Hardware-König Als Verantwortlicher für das Hardware-Geschäft war der Amerikaner für den grandiosen Flop des Fire Phone mitverantwortlich. Bei Amazon aber keinen Grund, den Hut zu nehmen. Schließlich glaubt Amazon-Chef Jeff Bezos fest an das Prinzip 'Trial and Error'. Limps letzte Vorstöße wie der interaktive Lautsprecher Echo, der Dash-Bestell-Button oder der neue Kindle scheinen da deutlich mehr Aussicht auf Erfolg zu haben. Als potenzieller Nachfolger für Bezos dürfte Limp, der vor seinem Amazon-Karrierestart vor sechs Jahren unter anderem bei Palm gearbeitet hat, aber wohl aufgrund seiner klaren Hardware-Ausrichtung weniger in Frage kommen.

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Andy Jassy - Herr über die Wolke Der Harvard Absolvent führt mit der AWS einen der wichtigsten Geschäftsbereiche von Amazon, für den sich auch Jeff Bezos sehr interessiert. Wenig erstaunlich: Mit dem eher aus der Not heraus geborenen Amazon Web Services Geschäft hat Amazon eine viel beachtete Wachstumsgeschichte geschrieben. Und hängt mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent selbst Konkurrenten wie Microsoft, IBM, Salesforce und Google ab. Jassy selbst, der ursprünglich von Marketing kommt und bereits 2002 bei dem Onlinehändler anheuerte, hat die Erfolgsgeschichte AWS von Beginn an mitentwickelt. Und der 47-Jährige hat Bezos` Innovationsmanagement absolut verinnerlicht. Gute Voraussetzungen für eine potenzielle Nachfolge.

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Jeff Wilke - der Chefhändler Vom Kundendienst über das Geschäft in Nordamerika bis hin zum kompletten internationalen "Consumer Business" Segment. Der 48-Jähige Wilke hat in seiner mehr als 16-jährigen Karriere bei Amazon bereits die unterschiedlichsten Jobs gemacht und den Onlinehändler bei seiner Entwicklung zum Handelsriesen begleitet. In Branchenkreisen gilt er daher als einer der unersetzlichsten Männer in Bezos Führungsteam. Und als einer mit den besten Aussichten Bezos womöglich einmal zu beerben.

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Diego Piacentini - der Digitalstratege Als Vize-Präsident von Amazons internationalem Endkundengeschäft hat Piacentini in seinen 16 Jahren bei Amazon diverse Marketing- und Handelspositionen bekleidet. Und war lange - dank der anfänglichen Bezahlung mit Aktienotionen - einer der größten Aktionäre von Amazon. Dabei war Piacentini, den Bezos zuletzt mit dem Aufbau des Indien-Geschäftes betraute, nicht immer unfehlbar. Den Kindle, erzählte der ehemalige Apple-Manager einmal, habe er zunächst für keine gute Idee gehalten. Bezos habe ihn eines Besseren belehrt. Jetzt will Piacentini erst einmal andere eines Besseren belehren, nämlich die italienische Regierung. Ab Sommer 2016 nimmt er sich bei Amazon eine zweijährige Auszeit, um die italienische Regierung als Digitalberater zu unterstützen.

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