Wettbewerb Das sind die innovativsten Mittelständler Deutschlands (Auswahl)

Viele mittelständische Unternehmen profitieren von der Digitalisierung. manager magazin zeigt digitale Vorbilder.
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Segment: Digitalisierung der Energiewende
Unternehmen: QUNDIS (Gesamtsieger Größenklasse C)

Die Erfurter greifen die Platzhirsche am Markt für Messdienstleistungen an. QUNDIS hat eine offene, internetbasierte Technologie für die Verbrauchsdatenerfassung von Wärme und Wasser entwickelt. Allein zwischen 2012 und 2014 erhielt das Unternehmen 55 Patente. In Kooperation mit IBM entwickelte es eine cloudbasierte „Smart Metering Plattform“, die einen vollautomatisierten, unmittelbaren Zugriff auf Verbrauchsdaten erlaubt. In ihrem wichtigsten Markt (Heizkostenverteiler) ist die Firma mit rund vier Millionen verkauften Exemplaren bereits Marktführer in Deutschland. QUNDIS setzte sich in der Größenklasse C (mehr als 250 Mitarbeiter) als Gesamtsieger durch.

Foto: HAMISH JOHN APPLEBY
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Segment: Nachhaltigkeit in Lieferketten
Unternehmen: iPoint-systems (Gesamtsieger Größenklasse B)

Das Mineral Coltan, häufiges Bauteil in Rechnern, wird vor allem in der Demokratischen Republik Kongo produziert. Wer Coltan einkauft, finanziert den dortigen Bürgerkrieg indirekt mit. Coltan gilt daher als Konfliktmineral, wie Wolfram, Zinn oder Gold. Die Software von iPoint-systems ermöglicht es Unternehmen, die Lieferketten dieser Mineralien zu überwachen. Verdächtige Informationen der Zulieferer werden markiert. So können sich Unternehmen bei der Überprüfung der Lieferkette auf die kritischen Fälle konzentrieren. Mit dieser Technologie holte sich die Firma mit ihren 75 Beschäftigten bereits fünf Mal das Top 100-Siegel und erreichte 2016 in der Größenklasse B (51 bis 250 Mitarbeiter) den Gesamtsieg.

Foto: iPoint
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Segment: Medizintechnik
Unternehmen: Fiagon und Syntellix (Gesamtsieger Größenklasse A)

Fiagon: Das Medizintechnik-Start-up aus Hennigsdorf produziert elektromagnetische Navigationssysteme für chirurgische Eingriffe. Die wichtigsten Einsatzgebiete sind die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie die Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. Die Systeme helfen auch kleineren Krankenhäusern, ihre Qualität zu steigern und lassen sich einfach und platzsparend in vorhandenes OP-Equipment integrieren. Bis heute wurden bereits über 100.000 Operationen in mehr als 50 Ländern mit Fiagon-Instrumenten durchgeführt. Fiagon wurde zum zweiten Mal Gesamtsieger in der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter).

Foto: Fiagon
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Syntellix:

Erst 2008 gegründet, heute schon Weltmarkführer – die selbstauflösenden Implantate von Syntellix revolutionieren die Medizin. Die wichtigste Innovation der Hannoveraner sind sogenannte MAGNEZIX-Implantate. Obwohl metallisch, lösen sie sich kontrolliert im Körper auf und müssen nicht mehr operativ entfernt werden. Das Start-up mit 24 Mitarbeitern ist bereits in über 25 Ländern aktiv und will sein Produktportfolio weiter ausbauen. 60 Prozent seiner Zeit widmen die Topmanager der Firma dem Thema Innovation, Beschäftigte können ihr Wissen an bis zu 18 Weiterbildungstagen pro Jahr erweitern. Auch Syntellix erhielt das Top-100-Siegel in 2016 zum zweiten Mal.

Foto: Syntellix
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Segment: Rohstoff der Zukunft
Unternehmen: SÜLZLE-Gruppe

In deutschen Kläranlagen fallen bei der Reinigung von Abwässern jährlich rund zwei Millionen Tonnen Klärschlamm an. Die wurden bisher einfach entsorgt. Sülzle hat ein Verfahren entwickelt, Klärschlamm als Energieträger zu nutzen. Die SynGas-Anlage vergast den Schlamm bei über 800 Grad. Es entsteht ein synthetisches Gas, das ein Blockheizkraftwerk in Strom umwandelt. Dieser wiederum deckt den Bedarf des Klärwerks. Und die Asche, die bei dem Vergasungsprozess anfällt, ist reich an Phosphor – die Grundlage für Dünger in der Landwirtschaft. SynGas ist nur ein Beispiel für die vielfältige Kompetenz der Firma, die mit heute 500 Mitarbeitern seit 1880 in Familienhand ist und Lösungen in den Bereichen Umwelt- und Gebäudetechnik, Anlagenbau sowie Stahlhandel anbietet.

Foto: Süzle
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Segment: Internet-Infrastruktur
Unternehmen: TAO Group

Die TAO Group aus Stuttgart entwickelt Höhenplattformen für Telekommunikation und Telemetrie. Auf dem Gebiet autonom fliegender Luftschiffe zu Kommunikationszwecken ist die vor 15 Jahren aus der Universität Stuttgart ausgegliederte Unternehmensgruppe in Deutschland die unbestrittene Nummer eins. Der Einsatzort des sogenannten „Sky-Dragon“ liegt in der Stratosphäre in bis zu 20 km Höhe. Google arbeitet derzeit an einem Vorhaben mit ähnlichen Ambitionen: „Project Loon“ will Menschen in entlegenen, ländlichen Regionen der Welt eine schnelle Verbindung ins Internet ermöglichen. Die kleine TAO Group mit ihren 35 Mitarbeitern macht selbstbewusst einem Branchenriesen aus dem Silicon Valley Konkurrenz.

Foto: TAO Group
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Segment: Künstliche Intelligenz
Unternehmen: Insiders Technologies

Das Spin-off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz entwickelt Dokumentenmanagement-Systeme und vertreibt diese weltweit. Die künstlich intelligenten Systeme erleichtern Firmen die Kommunikation mit ihren Kunden im digitalen Zeitalter. Die 130 Beschäftigten erhalten größtmöglichen Freiraum für ihre kreativen Ideen. Insiders pflegt intensive Kontakte zur Wissenschaft und erhielt die Auszeichnung in diesem Jahr zum dritten Mal.

Foto: Petra Arnold
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Segment: Mode
Unternehmen: Marc Cain

Der Erfolg der Marc Cain GmbH basiert auf zwei Säulen: Produkt- und Marketinginnovationen. Die weltweit operierende Premium-Marke in der Damenmode hat eine Maschine zum dreidimensionalen Stricken entwickelt, die nahtlose Teile zu Stande bringt. Dank seiner Innovationskraft kann sich das Unternehmen leisten, auch weiterhin in Deutschland und Europa zu produzieren. Marc Cain war schon in den 1990er-Jahren Vorreiter beim Digitaldruck. Gründer und Inhaber Helmut Schlotterer legt großen Wert auf die persönliche Kommunikation mit seinen 810 Mitarbeitern.

Foto: Marc Cain
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Segment: IT-Forensik
Unternehmen: Allgeier ConsultingServices

Im Fernsehkrimi übernimmt die Daten- und Beweissicherung meist die Assistentin des Kommissars. In Wirklichkeit ist das ein extrem aufwendiger Prozess. Geht es um digitale Beweise, also Täterspuren auf Smartphones, Rechnern, Social Media oder Kameras, kommen IT-Forensiker ins Spiel, um verdächtige Daten aufzuspüren oder zu rekonstruieren. Die in Kronberg im Taunus ansässige Allgeier Consulting Services (vormals networker, projektberatung) ist ein gefragter Partner von Staatsanwaltschaften, Behörden, Universitäten und Beratungsfirmen. Das Familienunternehmen mit 43 Festangestellten und 170 externen Fachleuten stieß im Mai 2015 zur Allgeier-Gruppe und ist auch auf IT-Security spezialisiert.

Foto: Allgeier
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Unternehmen: QualityMinds

Das Nürnberger Unternehmen hat sich als Spezialist für die Qualitätssicherung im Software-Engineering national etabliert, und das in der Rekordzeit von nur vier Jahren. Gemeinsam mit deutschen Ermittlungsbehörden entwickelt die Firma derzeit eine Software zur länderübergreifenden Zusammenarbeit und zur schnelleren Täter-/Opfer-Identifizierung bei Kinderpornografie. Bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit können die 70 Beschäftigten in München und Nürnberg kreativen Ideen widmen.

Foto: QualityMinds
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Segment: Elektromobilität
Unternehmen: E-WALD

Die erst 2012 gegründete E-WALD treibt die Elektromobilität voran. Das Unternehmen aus Teisnach in Niederbayern ist mittlerweile nationaler Marktführer bei der Realisierung von E-Bürgerauto-Projekten und im E-Carsharing. Auch international spielt E-WALD in seiner Branche ganz vorne mit. Den Durchbruch schaffte die Geschäftsführung 2013, als viele Bürger ihre Autos durch die Jahrhundertflut verloren hatten und die Firma ihre Leihflotte in kurzer Zeit massiv ausbaute. Inzwischen betreibt E-WALD 100 Carsharing-Standorte in der Region um den Firmensitz, verwaltet über 200 Elektroautos und ist mit knapp 750 Ladepunkten Deutschlands drittgrößter Betreiber von Infrastruktur für die Elektromobilität.

Foto: E-Wald