Bayer, Daimler, Deutsche Börse Die größten Übernahmen deutscher Konzerne im Ausland

Bayer will Monsanto für knapp 65 Milliarden Dollar kaufen. Es wäre der bislang größte Zukauf in der deutschen Firmengeschichte. Ein Überblick über die bislang größten Übernahmen heimischer Firmen im Ausland.
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Bayer bietet für Monsanto: Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer will den US-Saatgutriesen Monsanto übernehmen - und hat sein Angebot inzwischen auf 64,8 Milliarden Dollar erhöht. Es wäre nicht nur die größte Übernahme in der Geschichte von Bayer, sondern nach Daten von ThomsonReuters auch die mit Abstand größte Transaktion, bei der ein deutscher Konzern ein ausländisches Unternehmen oder Teile davon übernimmt. Ebenfalls noch nicht in trockenen Tüchern ist ein deutlich kleinerer Übernahmedeal der Deutschen Börse ...

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Platz 11 - Deutsche Börse bietet für Londoner Börse: Der Frankfurter Börsenbetreiber plant eine Fusion mit der London Stock Exchange LSE. Sollte der Deal klappen, entstünde gemessen an den Einnahmen der größte Börsenbetreiber der Welt. Bei dem geplanten Aktientausch wird die LSE mit 13,9 Milliarden Dollar bewertet. Das Votum der Aktionäre und die Genehmigung durch die Behörden steht noch aus. Etwas mehr Geld als die Deutsche Börse hat Bayer bereits 2014 für einen Zukauf bezahlt ...

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Platz 10 - Bayer schluckt US-Firma Merck: Die Leverkusener hatten bereits 2014 für 14,2 Milliarden Dollar das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten des US-Pharmakonzerns Merck übernommen. Bayer wurde damit nach Johnson & Johnson der zweitgrößter Anbieter auf diesem lukrativen Markt. Sollte nun auch die Übernahme von Monsanto klappen, hätte Bayer binnen 2 Jahren mehr als 76 Milliarden Dollar für zwei große Übernahmen ausgegeben.

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Platz 9 - Eon kauft bei Enel und Endesa zu: Als der deutsche Energieriese Eon noch finanzstark war, kaufte man im Jahr 2008 für 14,3 Milliarden Dollar Kraftwerke und Beteiligungen in Italien, Spanien und Frankreich vom italienischen Energieunternehmen Enel und der spanischen Endesa. Die Beteiligungen waren nicht mehr als ein Trostpreis: Zuvor hatte Eon den Übernahmekampf um den spanischen Endesa-Konzern verloren.

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Platz 8 - Eon kauft britische Powergen: 2001 hatte Eon bereits den britischen Versorger PowerGen für 15,1 Milliarden Dollar übernommen. Durch die Übernahme gelang dem Düsseldorfer Konzern auch der Eintritt in den amerikanischen Markt.

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Platz 7 - Linde schluckt BOC: Der Gasespezialist Linde kaufte 2006 den britischen Konkurrenten BOC für 15,5 Milliarden Dollar und wurde dadurch zum Weltmarktführer für Industriegase.

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Platz 6 - Merck stärkt sich mit Sigma-Aldrich: Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck übernahm 2014 den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich für rund 16,4 Milliarden Dollar. Für Merck war es der größte Zukauf in der Firmengeschichte.

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Platz 5 - HeidelberCement schluckt Hanson: Der Baustoffkonzern HeidelbergCement bezahlte 2007 für das britische Unternehmen Hanson, einen Produzenten von Zuschlagstoffen (Sand und Kies) für die Zementherstellung, knapp 18,4 Milliarden Dollar. Durch die bis dato größte Übernahme in der Baustoffindustrie wird HeidelCement zum weltgrößten Hersteller von Zuschlagstoffen. Weitaus spektakulärer waren jedoch zwei Mega-Merger in der Telekombranche um die Jahrtausendwende ...

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Platz 4 - Deutsche Telekom übernimmt Voicestream: Im Jahr 2000 legt die Deutsche Telekom für den vergleichsweise kleinen US-Mobilfunker VoiceStream sagenhafte 34 Milliarden Dollar auf den Tisch - sehr zur Freude von VoiceStream-Chairman Jon Stanton. (im Bild). Ex-Telekom-Chef Ron Sommer wurde für die hohe Summe heftig kritisiert, der Aktienkurs der Telekom brach in den Folgejahren ein. Die heutige Telekom-Sparte T-Mobile US machte den Bonnern lange Zeit Sorgen, heute sprudeln die Gewinne wieder. T-Mobile US ist inzwischen der drittgrößte Mobilfunker in den Vereinigten Staaten.

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Platz 3 - Mannesmann schluckt Orange: Der Düsseldorfer Technologiekonzern Mannesmann zahlte im Herbst 1999 rund 35,3 Milliarden Dollar für den britischen Mobilfunker Orange. Es war nur der Auftakt einer noch viel größeren Übernahmeschlacht, denn der britische Platzhirsch Vodafone fühlte sich durch die Orange-Übernahme von Mannesmann herausgefordert und bot nun seinerseits für Mannesmann. Wenig später schluckt Vodafone Mannesmann nach einer bis dahin beispiellosen Abwehrschlacht für 203 Milliarden Dollar - bis dato die größte Übernahme weltweit.

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Platz 2 - Daimler fusioniert mit Chrysler: Der Stuttgarter Autokonzern Daimler Benz und der drittgrößte US-Autobauer Chrysler zimmern im Sommer 1998 eine "Fusion unter Gleichen". Chrysler wird bei dem Aktientausch mit rund 40,5 Milliarden Dollar bewertet. Daimler-Chef Jürgen Schrempp verklärt die teure Übernahme zu einer "Hochzeit im Himmel", Chrysler-Chef Bob Eaton lacht dazu. Für Daimler-Aktionäre folgen bittere Jahre, 2007 trennt sich Daimler wieder von Chrysler und verkauft den Unternehmensteil für sechs Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Cerberus. Inzwischen gehört Chrysler zu Fiat, und Schrempp hat sich den Titel "König der Geldverbrenner" durch die 40 Milliarden Dollar teure Fusion redlich verdient. Ein hohes Risiko, Geld zu verbrennen, geht auch Bayer ein ...

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(Möglicher) Platz 1 - Bayer und Monsanto: Mit 62 Milliarden Dollar wäre die Übernahme Monsantos durch Bayer nominell deutlich größer als der Daimler-Chrysler-Deal. Der Hersteller von genetisch verändertem Saatgut hat in Europa einen schlechten Ruf - Bayer hofft dagegen, durch die Übernahme unter anderem seine Umsätze in den USA und in Südamerika anzukurbeln. (Daten von ThomsonReuters und dpa-afx)

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