Infineon und die Burger-Donut-Fusion Die größten Firmen-Deals im August

Der globale Übernahmeboom geht an deutschen Firmen vorbei? Nicht ganz. Infineon wagt den größten Zukauf der Konzerngeschichte. Allerdings haben vor allem US-Firmen auch im August wieder deutlich höhere Summen für Fusionen und Übernahmen geboten.
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Infineon plündert die Kriegskasse

Deal: "Die Deutschen müssen sicherlich aufpassen, nicht ins Hintertreffen zu geraten", sagt Citigroup-M&A-Experte Christian Kames im Interview mit manager magazin. Der weltweite Übernahmeboom gehe derzeit an den deutschen Konzernen vorbei. Potenziell könnten sie selbst eher zu Kaufobjekten werden. Ein Gegenbeispiel liefert Infineon. Der Chiphersteller leert fast seine Barreserve, um den US-Wettbewerber International Rectifier zu kaufen. Der größte Zukauf der Firmengeschichte schafft es nach Daten von Thomson Reuters auf Platz 13 des globalen Übernahmerankings im August.

Wert: 1,7 Milliarden Euro

Foto: DPA
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Schon wieder Einarmige Banditen

Deal: Irgendetwas müssen Einarmige Banditen und andere Spielautomaten an sich haben. Wie schon im Juli wird erneut ein Hersteller der Geräte zum Übernahmeobjekt. Die sechstgrößte Übernahme im August trifft Bally Technologies, Hauslieferant der Casinos von Las Vegas. Käufer ist der Wettbewerber Scientific Games, der bereits im Januar 1,5 Milliarden Dollar für einen weiteren Automatenbauer hingelegt hatte. Bally wiederum hatte erst im Juni eine israelische Online-Casinofirma gekauft.

Wert: 3,8 Milliarden Euro

Foto: REUTERS
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Gewaltige Wette auf Mittel gegen Lungenfibrose

Deal: Die kalifornische Biotechfirma Intermune hat nur ein Produkt, das bisher nur bescheidene Umsätze in Europa und Kanada erzielt: Das unter dem Markennamen Esbriet vermarktete Pirfenidon, ein Mittel gegen idiopathische Lungenfibrose. Für die erwarteten Milliardenumsätze müsste jeder Patient Zehntausende Euro pro Jahr dafür ausgeben - und nicht für das Konkurrenzprodukt Nintedanib vom deutschen Konzern Boehringer Ingelheim. Genau darauf setzt nach erfolgreichen klinischen Studien und einem positiven Votum der US-Zulassungsbehörde FDA der Schweizer Pharmariese Roche. Er kauft Intermune, um sein Angebot weniger einseitig auf Krebsmittel auszurichten.

Wert: 5,8 Milliarden Euro

Foto: Intermune
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Alles für einen Dollar - außer die Ladenkette

Deal: Von Family Dollar Stores war auch im Juli-Ranking schon die Rede. Die Billigketten in den USA leiden darunter, dass die Kaufkraft der Kunden schwindet und selbst notwendige Käufe ausbleiben. Sie suchen hier Heil in Zusammenschlüssen. Die Eigner von Family Dollar Stores wollen ihre Kette an Dollar Tree verkaufen - und nicht an den noch näheren Rivalen Dollar General. Der bietet jetzt noch mehr Geld, um Bedenken über ein Veto der Kartellwächter zu zerstreuen.

Wert: 7 Milliarden Euro

Foto: AFP
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Telefónica sticht Telecom Italia in Brasilien aus

Deal: Ein noch teurerer Übernahmekampf hat in Brasilien gerade ein Ende gefunden. Der französische Medienkonzern Vivendi verkauft seine dortige Telekomfirma GVT an Telefónica Brasil. Die Tochter des spanischen Konzerns hat etwas mehr Geld geboten als der zu Telecom Italia gehörende Rivale Tim. Beide sind groß im heiß umkämpften brasilianischen Mobilfunkmarkt. Telefónica kann nun mit dem Festnetz-, Breitband- und Bezahlfernsehangebot von GVT seinen Marktanteil deutlich steigern.

Wert: 7,45 Milliarden Euro

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Die Burger-Donut-Fusion

Deal: Aufreger des Monats, wenn auch nach Größe des Deals nur die Nummer zwei, ist der geplante Zusammenschluss von Burger King und Tim Horton. Die brasilianischen Eigner der US-Fast-Food-Kette wollen dem fusionierten Unternehmen den kanadischen Steuersitz des übernommenen Donut-Netzes Tim Horton geben. Das spart Steuern in den USA, wenn auch längst nicht so viel wie andere derartige "Inversionen" - inzwischen ein häufiges Motiv für Übernahmen.

Wert: 11 Milliarden Euro

Foto: Christopher Millette/ AP/dpa
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Aus vier mach eins

Deal: Mit gleich drei Multi-Milliarden-Deals lässt Richard Kinder alle anderen weit hinter sich. Seine Energiefirma Kinder Morgan, hauptsächlich im Transport und der Lagerung von Erdöl aktiv, will die Beteiligungen El Paso Pipeline Partners, Kinder Morgan Management und Kinder Morgan Energy Partners komplett übernehmen. Da diese Firmen bisher die steuergünstige Rechtsform der "Master Limited Partnership" haben, zahlt Kinder den Aktionären eine hohe Prämie. Er verspricht zudem deutlich mehr Dividende als Folge des Zusammenschlusses - und mehr freie Mittel für Investitionen, zum Beispiel in weitere Übernahmen.

Wert: 59 Milliarden Euro

Quelle: Thomson Reuters

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