Das neue Gold Die besten Whiskys aus Japan und Schottland

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Heimliche Whisky-Hochburg:Aus Nikka in Yoichi hoch in Japans Norden – kommen ausgezeichnete Tropfen. Die Wetterlage ist ähnlich extrem wie in manchen schottischen Gebieten. Noch im April kann einen dort ein Hagelsturm überraschen. Nikka liegt schließlich nahe Sapporo, auf der Höhe von Wladiwostok

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Klein Schottland: Bei Nikka soll alles so sein wie in den schottischen Highlands. Nur besser. "Ein Yoichi ist groß, ölig, rauchig und doch duftend" schreibt der Chefredakteur des Whisky Magazines, der Schotte Dave Broom, in seinem "Whisky Atlas" 2016 anerkennend.

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Graue Eminenz: Suntorys Chief Blender Seiichi Koshimizu ist maßgeblich für den Erfolg japanischer Whiskys verantwortlich

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Instanz: Der Journalist Jim Murray hat 1975 die erste Destillerie besucht. Seine launig geschriebene "Whisky Bible" erscheint in mehr als 30 Ländern.

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Der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 war der erste Japaner auf Murrays Whiskybibel-Thron: Rosinen, Walnüsse, reife Melone, Schokolade, Honig, Heide, Lakritz – rund, filigran und komplex, aus der Nähe von Kyoto (Preis: 3600 Euro)

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Japan: Yoichi, eine Station, zwei Gleise, lange bleibt der Schnee auf den Bergen ringsum – hierhin verirren sich nur hartgesottene Whisky-Fans.

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Zwischen Zedern und Birken wirkt die Destillerie von 1934 wie eine schottische Burg. Yoichi auf Hokkaido ist auch bald hundert Jahre alt, Masataka Taketsurus großer Wurf. In den Gängen hört man noch Dudelsackspiel – immerhin war seine Frau Rita eine Schottin. Sie stammte aus Kirkintilloch, einem kleinem Dorf bei Glasgow.

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Pionier Masataka Taketsuru nahm aus Schottland das Geheimnis des Whiskybrennens mit. Aber nicht nur das...

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... sondern auch seine Frau Rita, deren Kleider und Pelze heute im Museum der Destillerie ausgestellt werden. Sie betrat Schottland nur noch einmal, dann nie wieder. 1961 starb sie im Alter von 63 Jahren; in Yoichi ist die Hauptstraße nach ihr benannt.

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Zuerst arbeitete Masetaka Taketsuru für Shinjiro Torii - dann entzweiten sich beide Männer. Torii wollte in der Nähe der Handelsmetropole Osaka bleiben, Taketsuru suchte nach einem Ort, der Schottland in Japan klimatisch am meisten ähnelte: Yoichi auf der Hokkaido Insel, 50 Kilowester westlich von Sapporo, wo heute noch nach traditioneller, schottischer Art gebrannt wird. Destillationsblasen werden über Kohle-Feuer-Herden erhitzt, eine Technik, die nicht einmal mehr in Schottland bewahrt wurde.

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Salzig, torfig, rauchig, aber elegant, vollmundig: Der am häufigsten ausgezeichnete Nikka Whisky ist der "Taketsuru Pure Malt 21 Years". 2007, 2009, 2010 und 2011 wurde er "World’s Best Blended Malt (Pure Malt) Whisky" bei den "World Whiskies Awards".

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... gehört es zum Getränkekonzern Asahi Breweries, Japans größten Bierhersteller.

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Yamazaki Destillerie: Als erstes japanisches Unternehmen überhaupt, wird Suntory 2010 als "Whisky Distiller of the Year" bei der the "International Spirits Challenge (ISC)" geehrt . Und Suntory gewinnt diese Auszeichnung auch in den Jahren 2012 und 2013.

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Hier begann alles in Japan – in der Nähe von Kyoto, 1923, mit Shinjiro Torii. Bis heute ist Suntory, zusammengesetzt aus dem englischen Wort für Sonne und dem eigenen Namen, größter Getränkeriese des Landes, in Familienbesitz und gehört dem drittreichsten Clan Japans.

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Whisky Library in der Yamazaki-Destillerie: Nicht nur japanische Flaschen, auch berühmte Schotten stehen hier. Für 1000 Yen (gut acht Euro)...

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... bekommt man hier Einlass ins Museum und drei Whiskyproben.

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Die Bar des Aman Tokyo, berühmt aus dem Film "Lost in Translation". Suntory war eine der ersten Firmen Asiens, die US-Stars zur Vermarktung ihrer Produkte einsetzte.1979 drehte Regisseur Akira Kurosawa einen Werbefilm mit Francis Ford Coppola für Suntory. Seine Tochter Sofia Coppola ließ sich später davon beim Schreiben des Drehbuchs zum Kultfilm "Lost in Translation" inspirieren. Bill Murray spielt darin einen Filmstar in der Midlife-Krise, der im einem Hotel für einen Whisky-Werbespots absteigt und auf die ebenso einsamer Charlotte (die damals 18jährige Scarlett Johansson) trifft: eine große, elegische Hymne auf die Reise zweier verlorenen Seelen durch das fremde Tokio bei Nacht.

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Whisky satt: Den gibt es an Bord des schottischen Luxuszugs Belmond Royal Scotsman, morgens, mittags, abends, in Kilt und Frack auf der dreitägigen Highland Journey – für 2720 Pfund pro Person. Roter Teppich, Nostalgieabteile, Fliegenfischen inklusive samt Whisky Ambassador. Im Salonwagen stilvoll durch das karge Hochland, während sich der Himmel blutrot färbt. Wie muss es da erst auf der fünftägigen Whiskytour für 9840 Pfund zugehen?

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Letzte Bastion: Viele Schotten straucheln. Aber nicht alle: Highland Park auf den Orkneyinseln hoch im Norden (wegen der salzigen Winde gab es nie Bäume, nur Heidekräuter) schafft es, ...

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... traditionell (seit 1798) und cool (schwarz, nordisch, gefährlich) zu sein. Und Preise zu gewinnen.

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Islay ist Schottlands Whisky-Insel, hat allein neun Brennereien, mehr als ganz Japan. Nur 3500 Einwohner, 30.000 Schafe, Wildgänse – eigentlich verirren sich nur Ornithologen und Whiskyfans hierher – und alle, die Ruhe suchen. Wie hier auf dem Friedhof von Kilchoman.

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Kilchoman ist die jüngste und kleinste Destillerie auf Islay. Exzentrisch. Kilchoman 2007 schmeckt für Dave Broom ("Whisky Atlas") nach Meerfenchel, Torf, süßer Gerste. Leicht rauchig. Der Strand ist nahe. Und wie der Friedhof oft menschenleer.

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Bowmore –: berühmt sein Aroma, Salz, Torf, tropische Früchte. 1768 gegründet und begehrt: Mitte der 90er wurde ein 1964er Black Bowmore für 250 Mark verkauft, heute kostet er 4900 Euro.

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Viele berühmte Destillerien sind gar nicht mehr schottisch. Suntory hat sich auf der Whiskeyinsel Islay, berühmt für ihre torfig-rauchigen Sorten, Juwelen wie Bowmore und Laphraoig ins Portfolio geholt.

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Laphroaig – ist der Lieblings-Whisky von Prince Charles. 1815 gegründet, gehört die Destillerie inzwischen ebenfalls Suntory. Liegt ganz im Süden von Islay in einer kleinen, naturbelassenen Bucht. 1815 gegründet. Am Eingang: japanische Miniflaggen. Dank des Golfstroms wachsen Blumen und Palmen hier am Meer.

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Islay ist schwer zu erreichen, zwei Stunden braucht die Fähre vom Festland, mindestens. Allein schon die Überfahrt: magisch. Die Brände sind rauchig und torfig.

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Die schönste Distillery Schottlands: Strathisla, Pagodendächer, Dudelsackspieler. 1786 gegründet, gehört das Unternehmen heute Ricard Pernod. Gäste sinken hier in tiefe Sessel, Gläser stehen bereit. Mit einem bekannten Scottish Blend: Chivas Regal.

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