Deutschland in der Einzelkritik Torwartgottseidank!

Der Sieg gegen die Ukraine offenbarte, auf wen sich die DFB-Elf bei diesem Turnier wird verlassen müssen: Offensiv auf Toni Kroos, defensiv auf Manuel Neuer - und den Artisten Jérôme Boateng.
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Manuel Neuer, Tor: Was wäre das Team nur ohne diesen Torwart? Rettete seine Elf gleich zu Beginn vor einem Rückstand bei einem Distanzschuss ins Eck, holte danach einen Kopfball mit einem Reflex noch aus dem Tor. Kurz vor Ende hatte er viel Glück, dass der Schiedsrichter nach seinem Body-Check in bester Eishockey-Manier nicht auf Strafstoß entschied. Einem Welttorwart lässt man offenbar ein bisschen mehr durchgehen.

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Benedikt Höwedes, Abwehr: Joachim Löw hatte ihn extra aufgestellt, um die schnellen Ukrainer auf dem Flügel defensiv zu stellen. Das gelang aber nur im Ansatz. Ende der ersten Hälfte standen seine Gegenspieler mehrfach vollständig blank. Wenn die Ukrainer da getroffen hätten, wäre es auch Höwedes` Anteil gewesen. In der zweiten Hälfte sicherer. Nach vorne kam sehr wenig, aber das erwartet man ja schon gar nicht anders von ihm.

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Shkodran Mustafi, Abwehr: Ein sehr schöner Kopfball war das. Der Valencia-Profi feierte Premiere mit seinem ersten Länderspieltor. Wer ein Tor macht, darf sich auch mal Fehler erlauben. Es sollten nur nicht so viele sein wie bei ihm im Abwehrzentrum. Wirkte als Abwehrspieler überfordert.

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Jérôme Boateng, Abwehr: Hatte zunächst Probleme mit dem Timing seiner langen, eröffnenden Bälle. Das gab sich aber bald. Danach hatte er in der Abwehr genug zu tun. Spektakulär bewahrte er Deutschland vor dem Ausgleich, als er auf der Torlinie akrobatisch rettete. Jetzt schon eine der Defensivaktionen des Turniers. Flog nur so durch den eigenen Strafraum, um die Fehler seiner Neben- und Vorderleute auszubügeln. Ein großartiger Abwehrspieler, aber das weiß man.

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Jonas Hector, Abwehr: Der Kölner muss sich noch erheblich steigern, um den Anforderungen einer EM gerecht zu werden. Er hatte an sich genug Zeit, sich auf die Dribblings seines Gegenspielers Yarmolenko vorzubereiten und ließ sich dennoch oft genug überlaufen. Ein Schwachpunkt im Team.

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Sami Khedira, Mittelfeld: Der Juve-Profi machte das Spiel wiederholt langsam, wenn es schneller hätte werden können. Kultivierte den "Khedira-Kringel", die Drehung um die eigene Achse. In seinem bekannten Hang zur Offensive vergaß er zudem nicht nur einmal die Abwehrarbeit. Mitte der ersten Hälfte hätte er nach feinem Kroos-Pass das 2:0 machen müssen. Steigerte sich nach dem Wechsel, allerdings ohne voll zu überzeugen.

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Toni Kroos, Mittelfeld: Mühte sich im Mittelfeld als Einzelkämpfer. War offensiv stark, nicht umsonst kam die Vorlage zum 1:0 von ihm durch einen seiner starken Standards. Mühte sich auch in der Defensive, aber ließ dabei immer wieder Lücken. Trotzdem einer der Besten. Wieder einmal.

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Mesut Özil, Mittelfeld: Es tut einem ja leid, es wieder und wieder zu schreiben. Ein klassisches Özil-Länderspiel der vergangenen Jahre. Manchmal muss man auf dem Spielberichtsbogen nachschauen, ob er tatsächlich dabei ist. Er war es, und war dennoch Mister Unsichtbar. Sein nächstes Länderspiel ist das 75., vielleicht hat er sich die Gala dafür aufbewahrt.

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Julian Draxler, Mittelfeld (bis 78. Minute): Und noch einer mit einem typischen Länderspiel-Auftritt. Der Wolfsburger läuft viel, bietet sich viel an - manches davon klappt, vieles aber nicht. Für Draxler-Spiele im DFB-Dress ist das Wort durchwachsen erfunden worden. Immerhin noch einer derjenigen, die offensiv Alarm machten.

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André Schürrle, Mittelfeld (bis 78. Minute): Der Klassiker-Wechsel. Schürrle kam nach 77 Minuten für Draxler, so wie er es kennt. Kurz nach seiner Einwechslung hatte er eine gute Schusschance, verzog aber knapp. Fiel sonst nicht großartig auf.

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Thomas Müller, Mittelfeld: Es gibt diese Thomas-Müller-Spiele, in denen er fast gar nicht auftaucht. Es sind nicht viele, und gerade zum Turnierbeginn sind sie normalerweise anders. Diesmal aber spielte Müller unglücklich. Bezeichnend die Szene, als er vor dem Tor sich selbst traf statt des Balles.

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Mario Götze, Angriff (bis 90.): Das Spiel lief an dem Bayern-Angreifer weitgehend vorbei. Er bekam wenige Zuspiele, die zudem viel zu ungenau kamen, dafür kann er wenig. Er war bemüht, aber man weiß, was das heißt.

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Bastian Schweinsteiger, Mittelfeld (ab 90.): Bekam die eine Einsatzminute, die ansonsten für seinen alten Kumpel Lukas Podolski reserviert ist. Und machte das Tor im Neuville-Stil.

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