Deutschland in der Einzelkritik Özil bleibt ohne Effekt

Die deutsche Defensive hat sich gesteigert: Jérôme Boateng überragte, Jonas Hector war einer der Besten. Anders in der Offensive: Weder Mesut Özil noch Thomas Müller überzeugten. Das DFB-Team in der Einzelkritik.
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Manuel Neuer, Tor: Er kennt das Gefühl aus dem Verein. Der Torwart hatte in der ersten Halbzeit nichts zu tun. Und nichts heißt auch wirklich nichts. Das wurde in der zweiten Halbzeit anders, als die Polen mutiger wurden. Richtig viel eingreifen musste er dennoch nicht.

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Benedikt Höwedes, Abwehr: Der Schalker stand defensiv sicher, nach vorne ging über seine Seite allerdings wenig. Was auch daran lag, dass er kaum gesucht und stattdessen dauernd Hector auf der anderen Seite angespielt wurde. Löw scheint in Kauf zu nehmen, dass die rechte Offensivseite weitgehend verwaist bleibt.

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Mats Hummels, Abwehr: Der Neu-Münchner hatte nach seiner Verletzungspause erst Probleme, in die Partie zu finden. Ließ sich anfänglich einmal von Lewandowski überlaufen, spielte ein, zwei lässige Fehlpässe. Danach steigerte er sich: Symbol dafür war ein ganz starkes Tackling gegen Arkadiusz Milik nach dem Seitenwechsel.

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Jérôme Boateng, Abwehr: Gewohnt souverän in der Abwehrzentrale. Lieferte sich ein paar heiße Duelle mit Vereinskollege Robert Lewandowski. Seine Offensivpässe kamen besser an als gegen die Ukraine. Bei der Großchance der Polen direkt nach der Pause tauchte er allerdings unter der Flanke hindurch. Machte das durch einen starken Block gegen Lewandowski wieder gut. Letztlich klarer Punktsieger gegen den polnischen Angreifer.

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Jonas Hector, Abwehr: Einer der Besten im deutschen Team. Ständig anspielbar auf der linken Seite, vor allem von Boateng wurde er häufig mit langen Flügelwechseln direkt in den Fuß bedient. Der Kölner ließ auch defensiv wenig zu. Wenn nur noch seine Flanken präziser kämen. Der Ball von der Grundlinie in die Mitte fand zu selten einen Abnehmer.

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Sami Khedira, Mittelfeld: Wurde früh verwarnt und ging danach spürbar vorsichtiger in die Zweikämpfe. Er wollte wieder eine Menge für die Offensive tun, so richtig viel kam dabei allerdings nicht herum. Insgesamt zeigte sich Khedira aber auch verbessert gegenüber dem Ukraine-Spiel.

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Toni Kroos, Mittelfeld: Nimmt seine Defensivaufgaben mittlerweile sehr ernst, er stand fast immer hinter Khedira gestaffelt, um Mittelfeldlöcher stopfen zu können. Sicher im Passspiel, verbessert im Zweikampf; trotz der starken WM spielt Kroos bisher sein bestes Turnier.

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Thomas Müller, Mittelfeld: Es ist bisher noch nicht sein Turnier. Er hängt sich rein, schlägt seine Haken, aber gegen Polen ist er dann doch wieder wenig am Spiel beteiligt gewesen. Bei Müller wartet man eh immer auf die eine Aktion, die ihn so einzigartig macht. Aber die kam gegen die Polen wie schon gegen die Ukrainer nicht - noch nicht.

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Mesut Özil, Mittelfeld: Der Spiellenker des FC Arsenal bekam auch in seinem 75. Länderspiel nur wenig Spielraum. Er verstrickte sich mehrfach in Offensivzweikämpfen, die er häufig verlor. Man sah sein Bemühen, er hatte auch eine starke Schusschance, aber der Effekt seiner Aktionen ist einfach zu gering. Und man muss sagen: Wieder einmal. Die Debatte um ihn wird unweigerlich auch bei diesem Turnier losgehen.

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Julian Draxler, Mittelfeld (bis 72. Minute): Der Wolfsburger ist immer eifrig. Er profitierte davon, dass die meisten deutschen Angriffe über seine linke Seite liefen, so war er auch an vielen Aktionen beteiligt. Torgefahr ging von ihm allerdings keine aus, und daran wird ein Offensivspieler gemessen. Nach gut 70 Minuten wurde er gegen Mario Gómez ausgetauscht.

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Mario Gómez, Angriff (ab 72.): Durfte für 20 Minuten den Mittelstürmer geben und blieb ohne jeden Einfluss.

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Mario Götze, Angriff (bis 66.): War in der Offensive noch der Gefährlichste und Bemühteste. Setzte früh einen Kopfball übers Tor, es sollte die einzige einigermaßen zwingende Toraktion der ersten Halbzeit bleiben. Lief sich aber auch fest, kam nicht durch. Anfang der zweiten Hälfte scheiterte er an Torwart Lukasz Fabianski, das war dann der erste richtige Torschuss. Nach einer guten Stunde durfte er gehen.

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André Schürrle, Mittelfeld (ab 66.): Kam nach 65 Minuten für Götze. Führte sich immerhin mit einem Torschuss ein. War danach kaum zu sehen.

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