Deutsches Team in der Einzelkritik Boateng, Weltfußballer-Besieger

Jérome Boateng spielte wie immer stark gegen Portugal: Der Bayern-Verteidiger ließ Cristiano Ronaldo keine Chance. Und die anderen? Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.
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Manuel Neuer: Der frisch genesene Torwart hatte fast nichts zu tun. Die Portugiesen kamen zwar zu Beginn einige Male gefährlich vor sein Tor, aber der Münchner musste sich nur einmal auszeichnen. Spätestens nach Pepes Platzverweis konnte er einem ruhigen Nachmittag entgegenschauen und sich der Pflege seiner Schulter widmen. Einmal musste er später noch einen Ball abklatschen, das war es. Die Herausforderungen für ihn werden noch kommen.

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Jérome Boateng: Der Bayern-Verteidiger spielt fast traditionell stark gegen die Portugiesen. Vor zwei Jahren stellte er bereits Cristiano Ronaldo kalt, diesmal ließ er als Rechtsverteidiger dem Weltfußballer erneut kaum eine Chance, sich zu zeigen. Boateng gehört von der Qualität einfach in diese Elf, Und wenn innen kein Platz ist, muss er eben außen zeigen, was er draufhat. Vor allem seine langen Diagonalpässe kommen immer besser an.

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Mats Hummels (bis zur 72. Minute): Mit dem Horst-Hrubesch-Gedächtnis-Tor zum 2:0 beseitigte er die größten Zweifel am deutschen Erfolg. Zuvor auch sehr sicher im Stellungsspiel und im Zweikampfverhalten. Ein sehr starker WM-Auftakt des Dortmunders - so wie schon vor zwei Jahren beim Auftakterfolg über Portugal bei der EM. Leicht angeschlagen verließ er eine Viertelstunde vor Schluss das Feld.

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Shkodran Mustafi (ab der 72. Minute): Der junge Italienprofi kam eine Viertelstunde vor dem Ende zu seinem WM-Debüt. Bei einem 3:0 kann man nicht mehr viel falsch machen, machte er auch nicht.

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Per Mertesacker: Ganz cool in der Hitze von Salvador, ganz Routinier, ganz abgeklärt. Der Arsenal-Verteidiger ruhte während der 90 Minuten in sich. Dadurch dass die Offensivabteilung und Portugals Pepe so früh für klare Verhältnisse sorgten, musste er sich auch nicht überanstrengen.

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Benedikt Höwedes: Der Schalker hätte vor drei Wochen noch nicht von der Startelf geträumt und wurde da noch als möglicher Streichkandidat gehandelt. Jetzt steht er in der WM-Elf und löste seine Aufgabe als Linksverteidiger ganz locker und leicht. Die Portugiesen machten es ihm irgendwann allerdings auch nicht mehr schwer.

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Philipp Lahm: Der Kapitän gehörte am Anfang überraschenderweise zu den Wacklern in der Mannschaft. Gleich zu Beginn unterlief ihm ein für ihn extrem ungewöhnlicher Vertändler in der eigenen Hälfte, der fast zum 0:1 geführt hätte. Danach stabilisierte er sich und spielte seine gewohnt solide Leistung herunter. Auch er wurde allerdings dann auch nicht mehr extrem gefordert.

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Sami Khedira: Der Real-Spieler bewies deutlich aufsteigende Form. Er rannte, stopfte Lücken und versuchte sich wiederholt auch in der Offensive. Das konnte er sich erlauben, weil die Defensive hinter ihm sicher stand. Fast wäre ihm sogar ein Tor gelungen. So gehört Khedira wieder zur ersten Formation. Nicht nur wegen seiner Persönlichkeit, jetzt auch wieder rein sportlich.

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Mesut Özil (bis zur 60. Minute): Eventuell der einzige in einer sehr starken deutschen Mannschaft, der ein wenig abfiel. Der Arsenal-Regisseur kam nur sehr langsam in die Partie, wirkte teilweise apathisch. Steigerte sich dann allerdings auch, ohne jedoch zur alten Leistung zurückzufinden. Das mag noch kommen, der Bundestrainer hat sich stets überzeugt geäußert, dass man den alten Özil noch zu sehen bekommt. Es sind mutmaßlich ja noch einige Spiele Zeit. Nach einer guten Stunde wurde er ausgewechselt. Für ihn kam Schürrle.

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André Schürrle (ab der 60. Minute): Es ist der ganz große Vorteil des deutschen Teams, Spieler wie Schürrle, Podolski oder Klose von der Bank bringen zu können. An sich gehört der Chelsea-Angreifer in eine Startelf, von allem, was er mitbringt. Aber als Einwechselspieler ist er bei dieser WM wahrscheinlich genauso wertvoll. Es wird Spiele geben, wo er das dringlicher nachweisen wird als gegen die Portugiesen bei 3:0-Vorsprung.

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Toni Kroos: Auch er leistete eine gute Partie ab. Bot sich viel an, gewann den Großteil seiner Zweikämpfe und war an vielen Kombinationen Richtung Portugals Tor beteiligt. Wie für alle seine Mitspieler galt: Der Spielverlauf kam ihm entgegen. Aber dafür hatten er und seine Nebenleute ja auch selbst gesorgt.

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Mario Götze: Sein Einsatz war offen, er steht in der Offensive in Konkurrenz zu Lukas Podolski und André Schürrle. Aber was er aus seiner Rolle als verkappte Spitze machte, war aller Ehren wert. Begann sehr auffällig, sorgte für den frühen Elfmeter und hatte selbst Gelegenheiten, Tore zu machen - die er allerdings noch erheblich konsequenter nutzen muss. In dieser Verfassung ist Götze trotzdem auf dem Weg, dieser WM einen Stempel aufzudrücken.

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Thomas Müller: Der Bayernspieler war der Man of the Match. Er war dabei vielleicht gar nicht der alles überragende Mann, aber wenn es um die entscheidenden Szenen ging, war Müller immer mit dabei. Einer, der zu Turnieren einfach heißläuft. Den Elfmeter verwandelte er nervenstark, gegen Pepe holte er die Rote Karte heraus (um es einmal vorsichtig auszudrücken), und das 3:0 markierte er fast lässig selbst. Und beim 4:0 stand er natürlich auch wieder da, wo ein Müller traditionell stehen muss. Wenn er auf diesem Niveau weitermacht, muss Miroslav Klose um seinen WM-Torjägerrekord bangen. Löw holte ihn kurz vor Schluss vom Feld, um ihm die Ovationen zu schenken.

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Lukas Podolski (ab der 80. Minute): Viele hatten ihn von Anfang an erwartet. Er wird es verschmerzen, dass er nur wenige Minuten auf den Platz durfte. Seien Teamkollegen haben ihren Job zu gut erledigt.

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