Drei Abgänge - und drei neue Vorstände So baut die Deutsche Bank ihre Führung um

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Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (49) und Aufsichtsratschef Paul Achleitner (62) haben einen drastischen Umbau des Finanzkonzerns durchgesetzt, der 18.000 Deutschbankern bis zum Jahr 2022 den Job kosten wird. Vor allem die Investmentbanksparte schrumpft und verliert an Bedeutung. Die Verantwortung dafür wird Sewing neben seinem Chefposten übernehmen. Auch sonst ändert sich vieles im Management ...

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Neben dem Vorstand wird ein neues Gremium geschaffen: das neunköpfige Group Management Committee der Bereichsleiter. Das erinnert stark an das von 2002 bis 2015 bestehende Group Executive Committee, das als eine Art Schattenkabinett mit echter Macht galt. Stefan Hoops, obwohl nicht als Vorstand berufen, wird einer der wichtigsten Manager. Erst seit Oktober führt der 39-Jährige das Global Transaction Banking, von Sewing auf der Hauptversammlung zum neuen "Herzstück" der Bank ausgerufen. Jetzt hat Hoops mit der neu geschaffenen Unternehmensbank noch mehr Verantwortung.

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Neu im Vorstand der Deutschen Bank ist Bernd Leukert (52). Der bisherige SAP-Vorstand stößt zum 1. September 2019 als Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation zur Deutschen Bank, um "den Weg in das Zeitalter der Cloud- und Plattformökonomie" zu beschleunigen. Leukert übernimmt damit eine der größten Baustellen der Krisenbank.

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In den Vorstand wechselt Stefan Simon (49) aus dem Aufsichtsrat, wo er seit 2016 auf Wunsch der Großaktionäre aus Katar saß - damals schon eine umstrittene Personalie, unter anderem wegen Simons Rolle bei der Pleite des Windkraftentwicklers Windreich. Simon übernimmt die Beziehungen zu Aufsichtsbehörden und die Rechtsabteilung, zusätzlich als Chief Administrative Officer aber auch die gesamte Verwaltung.

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Simon löst Sylvie Matherat (57) ab. Die Französin, 2014 als Aufräumerin von der Banque de France mit Zuständigkeit für Compliance und Recht geholt, hatte die Skandalserie doch nicht so gut in den Griff bekommen wie zunächst gedacht. 2018 bekam die Bank eine Razzia wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ins Haus und einen Aufpasser zur Geldwäsche von der Behörde Bafin vorgesetzt.

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Als einzige Frau im künftigen Vorstand sitzt die neu berufene Christiana Riley. Die 1978 geborene US-Amerikanerin, seit Ende 2015 Finanzchefin der Unternehmens- und Investmentbank, übernimmt ab sofort die regionale Verantwortung für das Geschäft in Nord- und Südamerika, das bislang keinen eigenen Vorstandsposten hatte. Das Amerika-Geschäft der Bank steht vor allem für Rileys alte Sparte, die lange Zeit als Kern des Konzerns galt, nun aber nicht einmal mehr einen eigenen Vorstand stellt ...

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Garth Ritchie verlässt die Deutsche Bank. Der bisherige Chef der Investmentbanksparte trete zum 31. Juli zurück, teilte der Konzern am Freitag - Ritchies 51. Geburtstag - mit. Der Schritt wurde schon eine Weile erwartet. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte der Südafrikaner, seit 1996 in der Deutschen Bank, die wenigsten Stimmen zur Entlastung bekommen. Im Vorjahr war er mit knapp neun Millionen Euro noch der Bestverdiener im Vorstand, auch wegen eines Bonus als Brexit-Berater - den Job behält Ritchie noch bis November.

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Karl von Rohr (53), der stellvertretende Vorstandschef und bisherige Chief Administrative Officer, bekommt eine neue Rolle im Vorstand. Neben dem Privatkundengeschäft soll von Rohr auch die Verantwortung für die Geldanlagetochter DWS übernehmen, die im vergangenen Jahr separat an die Börse gebracht wurde.

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Seinen Posten räumen muss Privatkundenchef Frank Strauß (49), der erst im September 2018 in den Konzernvorstand aufgerückt war. Strauß ist zwar wie Sewing ein langjähriger Bank-Veteran seit der Lehre in einer westfälischen Provinzfiliale, und er hat sich um die Integration der Postbank verdient gemacht. Während der Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank kam es jedoch zu Spannungen unter den Managern. Strauß soll die Nähe der Gewerkschaft Verdi gesucht haben, die am härtesten gegen die schließlich gescheiterte Fusion agierte.

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James von Moltke (50) bleibt trotz gegenteiliger Medienberichte an Bord - denn jetzt kommt es auch auf den Finanzvorstand an, um das gewaltige Sparprogramm zu finanzieren, ohne die Bank in Kapitalnot zu bringen. Auf eine Kapitalerhöhung will die Deutsche Bank verzichten - umso größer die Aufgabe für Moltke. Der Sohn eines Deutschen und einer Australierin ist in Kanada aufgewachsen und von mehreren Wall-Street-Stationen geprägt, war erst 2017 von der Citigroup geholt worden.

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Unangefochten als Mitstreiter in Christian Sewings innerem Kreis ist Chief Operating Officer Frank Kuhnke (52), der wegen seines rabiaten Vorgehens den Beinamen "Frank the Tank" trägt. Er soll die Kosten in drei Jahren um ein Viertel senken. Kuhnke verantwortet auch die erneut gebildete Bad Bank. Der Niedersachse, erst zum Jahreswechsel in den Vorstand aufgerückt, ist schon seit 1986 in der Deutschen Bank - drei Jahre länger als Sewing.

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Ein Phänomen ist Risikovorstand Stuart Lewis (54). Der Schotte gehört dem Führungsgremium schon seit 2012 an, mit Abstand am längsten. In der Zeit hat er einige Rochaden überstanden, obwohl er selbst erst als zweite Wahl berufen wurde, nachdem die Bankenaufsicht den Wunschkandidaten der Bank abgelehnt hatte. Lewis kam schon 1996, zeitgleich mit Josef Ackermann, von Crédit Suisse zur Deutschen Bank. Künftig ist Lewis zusätzlich noch für Compliance zuständig und gewinnt - wie Altvorstand Karl von Rohr - im Vorstand an Gewicht.

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Um Werner Steinmüller (65) gibt es wenig Aufregung. Seine Region Asien ist bislang als einzige mit einem eigenen Vorstandsposten vertreten, nun erhält auch Amerika den gleichen Status - wird zugleich jedoch durch den Bedeutungsverlust der Investmentbank abgewertet.

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