Deutsche Bank will in neue Ära starten Die wichtigsten Akteure der Deutschen Bank

Schon wieder ein neuer Chef - und hörbares Grummeln über den Aufsichtsrat der Deutschen Bank, auch aus den Reihen der neuen Ankeraktionäre. manager magazin stellt die einflussreichsten Akteure und ihre Interessen vor.
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Christian Sewing hat den Topjob der Deutschen Bank bekommen. Der neue CEO, der seit der Banklehre in Bielefeld für den Konzern arbeitet, steht für die Hinwendung zu den Wurzeln im Heimatmarkt. Vor seiner Verantwortung für das Privat- und Firmenkundengeschäft und einer kurzen Amtszeit als Rechtsvorstand machte er jahrelang Karriere im Risikomanagement.

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Mit dem bislang eher bescheiden auftretenden Westfalen rücken weitere Manager in die Konzernspitze auf, die wenig Getöse machen. Personalvorstand Karl von Rohr wurde zu Sewings Stellvertreter ernannt.

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Einen Vizeposten bekam auch Garth Ritchie, der nach dem Abgang des deutlich sendungsbewussteren Marcus Schenck alleine die Investmentbank- und Großkundensparte führt. Zumindest formell bekommt die Sparte mit dem Südafrikaner höheres Gewicht. Sewing will sich aber aus dem unprofitablen Kampf um Marktanteile mit US-Rivalen zurückziehen. Der Chefwechsel wird an der Wall Street als Aufgabe von Ambitionen gewertet.

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Die Retail-Sparte allerdings, bisher mit Sewing gleichwertig als Vizekonzernchef vertreten, steht künftig unter der Regie nur noch eines einfachen Vorstandsmitglieds: Frank Strauß muss die Integration der Postbank vollenden. Spekuliert wird nun über eine strategische Hinwendung zum deutschen Markt, eventuell sogar eine Fusion mit der Commerzbank. Eine eigene digitale Bankmarke ist bereits in Vorbereitung.

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Als Chief Operative Officer ist Kim Hammonds unter anderem für die Grundüberholung der überkomplexen und teils ineffizienten IT zuständig - nach eigenen Angaben mit großen Fortschritten. Die Amerikanerin eckt jedoch oft an. Zuletzt nannte sie ihren Arbeitgeber das "dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe.

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Auch Finanzchef James Moltke fiel in den Wochen vor dem Vorstandsumbau mit negativen Schlagzeilen auf. Nach drei Jahren roter Zahlen unter dem als Sanierer geholten John Cryan hofft die Bank, ihre Altlasten weitgehend geräumt und die Kosten gedrückt zu haben. Doch der Neustart zu Gewinnen und Wachstum wird immer wieder verschoben.

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Aufsichtsratschef Paul Achleitner erntet inzwischen lautere Kritik für sein Krisenmanagement. Der Österreicher, der bereits seit 2012 an der Spitze des Gremiums steht, wurde von der jüngsten Hauptversammlung für weitere fünf Jahre berufen. Er setzte besonders auf ein gutes Verhältnis zu den internationalen Großaktionären, die jedoch ebenfalls zu murren beginnen. Im Aufsichtsrat holte er Wall-Street-Veteranen aus der Finanzkrisenzeit als Unterstützer.

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Turbulent läuft es um die chinesische HNA Group von Chen Feng, seit der Kapitalerhöhung 2017 mit knapp 10 Prozent größte Aktionärin der Deutschen Bank. Ein Teil der Aktien musste HNA wegen eigener Finanzprobleme aber schon wieder verpfänden. Unklar ist, ob das Konglomerat von der südchinesischen Insel Hainan Rückendeckung der Führung in Peking genießt - und ob das gut oder schlecht für die Deutsche Bank wäre.

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Vor Chen Feng war bereits 2014 Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani ("HBJ") als Ankeraktionär für die damalige Kapitalerhöhung aufgetreten. Der ehemalige Ministerpräsident von Katar holte zwischenzeitlich auch seinen Cousin, den früheren Emir, an Bord. Zusammen halten sie zwischen 5 und 10 Prozent der Aktien. Ihnen wird Interesse an einer starken Investmentbank zugeschrieben, die nicht in amerikanischer Hand ist. Da wäre die Deutsche Bank noch immer die erste Adresse - bald vielleicht nicht mehr.

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Als dritter wichtiger Akteur trat 2017 auch noch der New Yorker Hedgefonds Cerberus Capital auf den Plan. Der hat allgemein Gefallen am deutschen Bankensektor gefunden. In kurzer Zeit kaufte er auch ein großes Aktienpaket der Commerzbank und die Mehrheit der HSH Nordbank zusammen, zudem ließ er seine österreichische Beteiligung Bawag in Deutschland zukaufen. Spannend wird, ob die Einzelteile ein sinnvolles Ganzes ergeben. Cerberus hat den früheren JPMorgan-Starbanker Matt Zames als President angeheuert - der war zuvor auch als Deutsche-Bank-Chef im Gespräch, lehnte aber ab.

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