In 26 Schritten zum Erfolg Das große Lauf-ABC

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A wie Anfang

Jeder Marathon beginnt mit dem ersten Schritt, das möchte ich Ihnen frei nach Konfuzius mitgeben. Sei es für Laufanfänger der Beginn der Laufkarriere, oder der Startschuss bei einem Marathonlauf: Wer anfängt, ist schon auf dem Weg zum Ziel.

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B wie Berge

Mein Lieblingsmarathon ist der Zermatt-Marathon. Vom tiefsten Tal der Schweiz zum schönsten Berg der Welt, dem Matterhorn. Wer hier läuft, der läuft nicht wegen Zeiten und Platzierungen, der läuft wegen der unglaublichen Schönheit der Natur. Ist dabei einfacher als ein Flachmarathon, bitte glauben Sie mir. Aber man kann den Zermatt Marathon auch zu zweit als Staffel laufen oder wiederum allein als Halbmarathon. Probieren Sie es aus.

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C wie Champion

Zum Besonderen des Laufsports gehört auch, dass Hobbyläufer mit der Weltelite gemeinsam am Start stehen können. Das gibt es in keiner anderen Sportart. Und wer die wahren Champions sind, die Spitzensportler oder die Neulinge, darüber wird nicht gestritten. Wir finden einen Marathon unter 2:05 Stunden beeindruckend und die Siegläufer finden die Leistung von uns Marathonläufern, die 4 Stunden und länger benötigen, unfassbar heroisch. Champions halt. Wir alle.

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D wie Dusche

Es gibt nichts Besseres als die Dusche danach. Wie oft haben Sie sich nach dem Sport besser gefühlt als vorher? Sehen Sie. Auch ich denke spätestens unter der Dusche "Haste mal wieder den Schweinehund besiegt. Andreas, bist ein toller Typ.". Spätestens unter der Dusche kommt das Glücksgefühl über das beim Training mal wieder Geleistete.

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E wie Erfolge

Erfolgreich wird man durch selbsterlebte Erfolge. Und nirgends ist es so einfach Erfolge zu sammeln wie beim Laufen. Mit dem Laufen angefangen? Erster Erfolg. Vier Wochen lang das Training durchgezogen? Nächster Erfolg. Die ersten durchgelaufenen 60 Minuten oder 10 Kilometer, weitere große Erfolge. Ein Halbmarathon, ein Marathon eine neue persönliche Bestleistung, das Laufen bietet so viele Glücksmomente durch selbsterlebte Erfolge.

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F wie Freunde

Glücksforscher haben es schon oft herausgefunden. Wahres Glück hat wenig mit Geld und anderem Reichtum zu tun. Das tiefste Glück ziehen Menschen aus guten Beziehungen. Wir Läufer haben das Glück sehr leicht neue Freundschaften zu schließen, mit Lauffreunden. Beim Lauftreff, im Verein, beim gemeinsamen Schlussspurt am Brandenburger Tor. Ein gutes Gespräch beim langen Lauf ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

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G wie Gesundheit

Wenn Ärzte könnten, sie würden ihren Patienten das Laufen verschreiben. Laufen unterstützt die Selbstheilungskräfte und beugt fast allen Zivilisationskrankheiten vor. Ein um sechs Jahre längeres Leben, das haben die Forscher der Kopenhagener Herzfrequenzstudie herausgefunden, können sich Menschen durch 90 bis 120 Minuten wöchentliches Jogging erlaufen. Allein über die positiven Effekte auf die Gesundheit von A, wie Abnehmen bis Z, wie Z wie Zellen (Muskelzellen) könnte ich ein eigenes Lauf-ABC schreiben. Soll ich?

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H wie Hormone

Es ist nachgewiesen, dass Läufer Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol schneller abbauen. Serotonin, das Hormon der Gelassenheit, sorgt schon nach 30 bis 40 Minuten lockerem Laufen für Entspannung. Und die beim Laufen getankten Glücksmomente sieht man den Menschen an. Sie wirken entspannter, gelassener und selbstzufriedener. Daher werden heute psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout immer häufiger mit Laufen therapiert. Auch die Glückshormone Dopamin und Endorphine leisten hierbei eine tolle Arbeit.

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I wie Investition

Laufen ist günstig. Ein paar gute Schuhe und fertig. Am Anfang reicht sogar das Baumwollshirt und die Jogginghose. Man merke: Jogginghosen waren ursprünglich zum Joggen gedacht. Die Investition, die ich meine, ist keine finanzielle. Es ist eine viel größere, es ist die Bereicherung Ihres Lebens. Fragen Sie leidenschaftliche Läufer: Viele werden Ihnen bezeugen, nichts hat ihr Leben mehr zum Guten verändert als der Beginn der Hobbylauferei. Darum laufen Sie.

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J wie Jubel

Bei meinen Laufcamps auf Mallorca üben wir sogar das Jubeln. Ist kein Scherz, sondern ernst gemeint, denn wer will beim Palma Marathon schon ein Zielfoto mit nach unten gesenktem Blick beim Drücken der Stopp-Taste der Sportuhr. Und darum reißen wir beim Lauftraining immer wieder mal die Arme hoch und stellen uns vor, wie wir beim oder nach dem Zielsprint gesehen und fotografiert werden wollen.

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K wie Kreativität

Die besten Ideen kommen mir beim Laufen. Das werden Sie wahrscheinlich selbst schon erlebt haben. Da geht man mit einem ungelösten Problem in den Wald, ursprünglich, um mal wieder abzuschalten; und plötzlich ist sie da, die plötzliche Eingebung, die Lösung des Problems. Hat viel mit dem Sauerstoff zu tun, den wir beim Laufen tanken, der besseren Versorgung des Gehirns mit Energie und den Synapsen, die sich durch regelmäßiges Ausdauerlaufen zwischen den Gehirnzellen bilden. Gute Ideen beim Laufen, das klappt fast immer. Probieren Sie es aus.

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L wie Lauftier

Warum Laufen bei uns so wirkt, hat niemand prägnanter formuliert als der tschechische Ausnahmeläufer Emil Zatopek und Gewinner diverser olympischer Medaillen zwischen 5000 Metern und Marathon. "Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft". Ja, Laufen liegt in unserer Natur, aber ich gehe noch einen Schritt weiter. Der Mensch ist das ausdauerndste Lauftier der Welt. Was der Mensch laufend in der Lage ist, ist nur mit der Leistung von Zugvögeln zu vergleichen. Hinsichtlich unserer Ausdauer sind wir allen anderen Lauftieren überlegen.

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M wie Marathon

Als über 130-facher Marathonläufer kann ich bei M unmöglich Motivation wählen, obgleich der Marathon für mich immer wieder als Motivationsquelle dient. Des Letzt las ich von einem Läufer der schon in 139 Ländern der Erde Marathon gelaufen ist. Da habe ich auch mal gezählt. Mist, mehr als 10 Länder waren es noch nicht. Da habe ich also noch einiges vor mir. Was mir am Marathonlaufen ganz besonders gut gefällt, und dies möchte ich Ihnen teilen, ist das allein das Ankommen zählt. Beim 10-Kilometervolksauf schielt jeder auf die erreichte Zeit, aber beim Marathon ist allein das Durchkommen aller Ehren Wert. Und das schaffen Sie auch.

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N wie Natur

Bei E wollt ich auch Eichhörnchen nehmen, meine Lieblingstiere, und bei W den Wald, in dem ich es liebe zu laufen. Daher fasse ich all diese wahnsinnigen Glücksmomente, die mich beim Laufen in der freien Natur oft übermannen, hier zusammen: Natur ist geil! Damit ist alles gesagt, Punkt.

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O wie Orientierungslauf

Einen Orientierungslauf habe ich noch nicht gemacht, wohl aber einen belgischen Meister der Mitteldistanz trainiert. Gelaufen wird mit Karte querfeldein und ist ein ganz besonderes Lauferlebnis mit nationalen und internationalen Meisterschaften. Orientierungslauf soll an dieser Stelle aber nur stellvertretend für die Vielfalt des Laufens stehen und damit auch für Firmenläufe, Frauenläufe, Hindernisläufe, Parkour, Trailrunning, Retro Running (Rückwärtslaufen) und so vieles ist mehr. Sie kennen Menschen, die denken, Laufen sei langweilig? Haben die eine Ahnung…

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P wie Persönlichkeit

Laufen ist Teil unseres Lebensstils und formt damit die Persönlichkeit. Laufen macht etwas mit uns, es weitet unseren Horizont, schärft unsere Wahrnehmung und verändert unser Denken. Und als Sportler haben wir ein anders Selbstwertgefühl und bei Dritten ein anderes Standing als Nichtsportler. Daher schicken Sie auch Ihre Kinder in den Sportverein, am liebsten zur Leichtathletik, und beobachten Sie was Trainingsfleiß, ständiges Wiederholen, sowie Niederlagen und Erfolge mit ihnen machen. Ich bin mir sicher: stärkere Persönlichkeiten.

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Q wie Quelle

Laufen ist eine unerschöpfliche Quelle für ganz vieles was wir suchen. Für Gelassenheit, Kraft, Erneuerung, Gesundheit, Inspiration und, und, und. In meinem Notizbuch steht unter Q auch Qualität, womit ich die Lebensqualität meine, die mir als Sportler immer wieder bewusst wird.

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R wie Regen

"Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von Gutem", wusste der britische Schriftsteller John Ruskin und mehr ist dem nicht hinzuzufügen. Und wer noch nicht bei Regen laufen war, dem wünsche ich einen lauen Sommerregen oder einen heftigen Herbstregen und eine zufriedene Dusche danach.

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S wie Schlaf

Nach sportlicher Anstrengung ist das Einschlafen zufriedener und der gesunde Läufer-Schlaf viel tiefer als der Sportmuffel-Schlaf. Eine gute Nachtruhe funktioniert ganz besonders gut, wenn Laufsport und Abendessen nicht zu spät erfolgen und vor dem Zubettgehen PC und TV ausbleiben und zum Eindösen Laufbücher als Bettlektüre gewählt werden. Dann sind auch die schönen Träume programmiert.

Foto: DPA/ Malte Christians
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T wie Tun

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Diese Empfehlung von Erich Kästner möchte ich so manchem zurufen, gerade denen die sich noch auf dem Weg zum Laufanfänger befinden. Und Sie haben sich inzwischen von A bis T durchgeklickt. Jetzt ziehen Sie es bitte auch durch, ganz bis zum Schluss. Aber dann geht’s ab in die Laufschuhe und erleben Sie das Berichtete bitte selbst.

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U wie Unschätzbar

Unschätzbar wertvoll ist die Zeit, die Sie sich für sich selbst nehmen. Tragen Sie daher Trainingstermine als Termine mit sich selbst in den Terminkalender ein. Verschieben erlaubt, löschen verboten. Quality Time nennen manche diese Auszeiten, in denen Sie nur für sich selbst da sind und in ihr eigenes Wohlbefinden investieren. Laufen ist so unschätzbar viel mehr Wert als nur die Kilometer die Sie ins Trainingstagebuch eintragen.

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V wie Verbesserung

Leistungsverbesserungen sind (leicht) möglich. Unter uns Hobbyläufern kenne ich niemanden, der sich nicht durch eine bessere Trainingssteuerung, eventuell auch etwas mehr Trainingsfleiß, ergänzendes Athletiktraining und/oder auch einer gesünderen Ernährung verbessern könnte. Die Wahrheit ist vielmehr, dass kaum ein Hobbyläufer jemals erlebt, was er eigentlich in der Lage wäre zu leisten. Mit diesem Satz möchte ich Sie kitzeln, denn eine Verbesserung des eigenen Leistungsvermögens macht auch glücklich.

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W wie Wellness

Ein Guten-Morgen-Lauf kann eine perfekte Wellnessmaßnahme und damit der optimale Start in den Sonntag sein. Ganz ohne Reiki, Aroma-, oder Lichttherapie, kann ein lockerer Lauf im SSL-Tempo – dem Supersauerstofflaufbereich zwischen 66 und 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz – wahre Wunder für Ihr Gemüts- und Gesundheitsempfinden sein. Da reichen schon 40 Minuten. Nur locker und lächelnd sollte Ihr Laufstil sein. Und das funktioniert auch samstags.

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X wie X-Beine

Zugegeben, bei X habe ich mich schwergetan. Doch möchte ich die Gelegenheit dieses Stichwortes dazu nutzen Ihnen zu versichern, dass X-Beine oder die meisten anderen körperlichen Besonderheiten, wie Hüftschiefstand, Beinlängendifferenz, Senk-, Platt- oder Spreizfuß kein Hindernisgrund für gesundes Laufen sind. Ganz im Gegenteil, viele Erkrankungen des Bewegungsapparates resultieren aus mangelnder Bewegung und Unterforderung und bekommt man sehr gut durch ein regelmäßiges Laufprogramm wieder in den Griff.

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Y wie Young

Forever Young ist ebenso völliger Blödsinn wie Anti Aging. Ja, wir werden älter und auch meine rund 3600 Laufkilometer pro Jahr verhindern nicht, dass ich auf der Straße von Jugendlichen gesiezt werde. Doch was wir durch Laufen erreichen können, ist deutlich jugendlicher zu wirken und vom biologischen Alter her messbar auch zu sein, als die meisten Nichtsportler in unserem Alter. Laufen ermöglicht definitiv ein Better Aging.

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Z wie Zufriedenheit

Das Gefühl, für mich etwas tun zu können, mein Leben sportlich zu gestalten, ja das macht mich zufrieden. Die Natur im Laufe der Jahreszeiten erleben zu dürfen, das macht mich glücklich. Bei großer Anstrengung im Wettlauf mit anderen meinen Körper, meinen Herzschlag und meine Leistungsfähigkeit zu spüren, auch das macht mich zutiefst zufrieden. Und all diese Erlebnisse und intensiven Gefühle wünsche ich auch Ihnen. Drum laufen Sie.
Nachtrag: Sie interessiert sicher noch, was aus meiner Frau und mir geworden ist, nach diesem frechen, ach sagen wir lieber, ehrlichen Weihnachtsgeschenk. Wir sind weiterhin glücklich verheiratet, auch wenn sich meine Gisela partout weigert mit mir mal gemeinsam einen Marathon zu laufen. Sie zieht stattdessen Hindernisläufe durch Matsch und über Autoreifen vor. Nix für mich, aber wenn sie’s glücklich macht, dann soll’s so sein.

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