Lkws mit Elektroantrieb Gegen diese E-Trucks tritt Daimlers eCascadia an

Daimler bringt sich auch im Lkw-Bereich gegen Tesla in Stellung: Ab 2021 wollen die Schwaben in den USA mit Schwer-Lkw starten, die komplett elektrisch angetrieben werden. Allein auf weiter Flur sind Daimler und Tesla damit nicht: Eine ganze Riege an Lkw-Spezialisten arbeitet an Elektro-Trucks. Was sie bieten sollen, wie weit die Pläne gediehen sind.
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Daimler macht eine wahrlich große Ankündigung: Die Schwaben wollen 2021 in den USA mit zwei komplett elektrisch angetriebenen Schwer-Lkws in die Serienfertigung starten. Der eCascadia-Schwerlaster der US-Tochter Freightliner soll bis 400 Kilometer weit mit einer Akku-Ladung kommen ...

Foto: Daimler Ag/ dpa
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.. .der leichtere "eM2" soll 370 Kilometer schaffen. Die ersten 30 eCascadia sollen noch im Lauf dieses Jahres als "Innovationsflotte" an Kunden übergeben werden. Daimler will damit erste Erfahrungen sammeln, wie sich E-Lkw im Alltag einsetzen lassen.

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In Europa hat Daimler Ende Mai 2018 den ersten Elektro-Lkw "Mercedes-Benz eActros" an Kunden übergeben - bis Ende 2018 sollen es 10 Fahrzeuge im Kundentest werden. Sie sind für den innerstädtischen Zulieferverkehr gedacht, schleppen 18 oder 25 Tonnen Gesamtgewicht und kommen je Batterieladung rund 200 Kilometer weit. In Serie will Daimler den eActros ebenfalls ab 2021 bauen. Zudem führt Daimler nun alles, was bei seinen Lkw und Bussen mit Elektromobilität zu tun hat, markenübergreifend unter einem Dach zusammen.

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Das geht auch noch eine Nummer kleiner: Die Daimler-Tochter Fuso fertigt bereits den eCanter in Kleinserie, ein 7,5-Tonnen-Lkw mit Elektroantrieb und rudn 100 Kilometern Reichweite. Seit Anfang des Jahres sind erste Exemplare des "Fuso eCanter" auch in Europa unterwegs. Zu den Kunden zählen hier die Logistik-Unternehmen Dachser, Schenker, Rhenus sowie DHL. Die Serienproduktion soll ab 2019 gelingen. Mit seinen E-Lkw will Daimler nicht nur dem Elektroauto-Pionier Tesla in die Parade fahren ...

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Tesla hat im November 2017 seinen Elektro-Truck "Semi" vorgestellt, der es auf eine Reichweite von 800 Kilometern bringen soll. Tesla tritt damit in der Schwer-Lkw-Klasse ab 18 Tonnen Gesamtgewicht an. Ab 2019 soll das "Biest", wie es Elon Musk selbst bezeichnete, erhältlich sein - zu Preisen ab rund 150.000 Dollar für den Sattelzug.

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Laut Tesla-Chef Elon Musk lagen Mitte Mai 2018 bereits 2000 Vorbestellungen für den "Tesla Semi" vor. Um den Elektrotruck tatsächlich zu einer Langstrecken-Alternative zu Diesel-Lkw zu machen ...

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... will Tesla aber noch ein Netz von "Megacharger"-Schnellladestationen für den Truck mit aufbauen. Die Ladesäulen sollen rund ein Megawatt Ladeleistung je Ladepunkt schaffen - das gut zehnfache der heutigen "Supercharger"-Ladeleistung. Die meisten Konkurrenten sind da weniger ambitioniert - und zielen zunächst auf den Stadt-Zustellverkehr.

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Auch die Volkswagens Nutzfahrzeugsparte plant mit ihren Marken erste Elektro-Trucks. Die VW-Tochter MAN erprobt seit Ende 2017 in Österreich erste Elektro-Trucks mit 12 bis 26 Tonnen Gesamtgewicht. Ab 2021 sollen die E-Lkws dann in Serie gehen - gedacht sind sie mit rund 200 Kilometern Reichweite aber für den städtischen Lieferverkehr. Die Konzernschwester ...

Foto: MAN
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... Scania hingegen setzt für den Fernverkehr mit Elektro-Trucks auf ein anderes, vom Bahnverkehr bekanntes Konzept: Auf Oberleitungen. In Schweden hat Scania eine erste Autobahn-Teststrecke dafür eröffnet und eine Handvoll Trucks mit Stromabnehmern am Dach ausgestattet. Ob und wann solche Trucks in Serie gehen, ist noch unklar. Bereits auf dem Markt ist ein kleinerer eidgenössischer Nutzfahrzeugspezialist ...

Foto: Scania
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... Der Schweizer Lkw-Umbauer Eforce hat bereits mehrere Iveco 18-Tonner auf Batterieantrieb umgerüstet. Ende 2018 präsentierten sie einen 44-Tonner mit E-Antrieb. Der E-Truck soll bereits ab Dezember Kunden beliefern. Im Stadtverkehr hat dessen 310 kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Und auch aus China droht Daimler, Tesla und der dem VW-Nutzfahrzeugmarken MAN und Scania Konkurrenz.

Foto: Eforce
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BYD stellt nicht nur Elektro-Pkw her, bei Elektrobussen ist der chinesische Fahrzeug- und Batteriehersteller eine große Nummer. Auch mehrere Elektro-Laster hat BYD bereits im Programm: Der größte ist der T9, der auch in den USA produziert wird und in der selben Größenklasse wie Teslas Truck antritt. Bloß die Reichweite ist bei BYDs Sattelschlepper mit 92 Meilen deutlich geringer. In Kanada baut BYD eine Fabrik für Elektro-Lkw auf.

Foto: BYD
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Der amerikanische Lkw-Hersteller Navistar (Im Bild ein Navistar-Truck mit Dieselmotor), an dem der Volkswagen-Konzern mit 16,6 Prozent beteiligt ist, bringt sich ebenfalls gegen Tesla in Stellung: Gemeinsam mit VW entwickelt Navistar einen mittelschweren Elektro-Lkw, der spätestens Anfang 2020 erhältlich sein soll. Gedacht ist dieser vor allem für kürzere Entfernungen.

Foto: Jim Young/ REUTERS
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Das US-Unternehmen Cummins, bislang für Lkw-Dieselmotoren bekannt, hat Ende 2017 den Aeos (im Bild) vorgestellt. Dieser E-Sattelschlepper soll bereits ab 2019 verkauft werden. Mit seiner 140 kWh-Batterie kommt er auf 100 Meilen Maximalreichweite - und ist drum eher für kürzere Zulieferwege gedacht. Cummins will den Aeos aber auch mit einem Dieselmotor-Range-Extender anbieten, der die Reichweite dann auf 300 Meilen streckt.

Foto: Cummins
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Eines der spannendsten Startups im Elektro-Lkw-Bereich setzt auch auf einen Reichweitenverlängerer - mit anderer Technologie: Das US-Startup Nikola Motor Company will einen Truck mit Elektroantrieb und Wasserstoff-Brennstoffzelle anbieten. Große Teile der Technik stammen von Bosch, die Reichweite soll dann bei 1900 Kilometern liegen, wenn Akku und Wasserstofftank voll befüllt sind.

Foto: Nikola Motor Company
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Ab 2020 soll der Sattelschlepper ausgeliefert werden, angeblich gibt es tausende Vorbestellungen. Bloß Wasserstofftankstellen gibt es auch in den USA kaum. Bei Design und Verkaufsmasche sind Anleihen an Tesla Motors nicht zu übersehen - wobei Nikola nun Tesla des Abkupferns beschuldigt und deshalb verklagt hat. Allerdings gibt es auch deutliche Ähnlichkeiten beim Firmennamen beider Unternehmen. Denn Nikola war der Vorname jenes serbischen Erfinders, Physikers und Elektroingenieurs, der auch Tesla als Namensgeber diente.

Foto: Nikola Motor Company
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