Cyberkrieg gegen T-Mobile und Co. Die größten Hackerangriffe

Kaum eine Woche vergeht ohne großangelegte Hackerangriffe. Mal sind die Hacker Aktivisten, mal wollen die Angreifer wichtige Daten stehlen und häufig sind in Attacken auch Staaten involviert. Für die Betroffenen ist der Schaden groß.
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Den jüngsten bekannt gewordenen Großangriff meldete T-Mobile USA. Hacker sollen womöglich von rund 15 Millionen Kunden persönliche Daten gestohlen haben. Dabei war nicht die Telekom-Tochter direkt betroffen, sondern deren Dienstleister Experian, die weltgrößte Agentur zur Überprüfung der Bonität privater Verbraucher. Experian arbeitet unter anderem für Vermieter, Einzelhändler, Banken und eben auch für T-Mobile. Der amerikanische Mobilfunk-Anbieter hat knapp 59 Millionen Kunden. Die betroffenen Daten beinhalteten Namen, Adressen, Geburtstage und Personalausweisnummern. Bank- und Zahlungsverkehrdaten seien nicht gestohlen worden, heißt es.

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IT-Konzern Google war Opfer mindestens zweier großen Attacken. 2010 soll das Netzwerk des Unternehmens eigenen Angaben zufolge aus China angegriffen worden sein. Die Hacker hätten Geschäftsgeheimnisse gestohlen und Zugang zu Konten von Menschenrechtsaktivisten gesucht, hieß es damals. Insgesamt war Google eines von 34 US-Unternehmen, das damals betroffen war. Hinter dem Cyberangriff wurden staatliche Auftraggeber vermutet. Drei Jahre später...

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... musste das Unternehmen durch die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden lernen, dass die NSA die privaten Glasfaserverbindungen des Unternehmens angezapft hatte und somit Daten absaugen konnte. Ihre Vorgehensweise hatten die NSA-Hacker in einer vereinfachten Zeichnung erklärt und mit einem Smiley versehen. Auch bei Yahoo hatte sich die NSA Zugang zu internen Verbindungen verschafft. Die Unternehmen wehren sich gegen die Angriffe und fürchten um ihr Image und damit um ihre Kunden.

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Umgekehrt sind auch US-Behörden nicht vor Angriffen geschützt. Anfang Juni gab die US-Regierung bekannt, dass dem "US Office of Personnel Management", der Personalbehörde, bei einem Cyberangriff Daten von über 1 Millionen aktuellen und ehemaligen US-Bediensteten gestohlen wurden. Es soll der bislang größte Angriff auf Behördencomputer gewesen sein. Auch andere Einrichtungen seien betroffen. Die US-Regierung geht davon aus, dass Hacker aus China verantwortlich sind. Mittlerweile wurde die Zahl der Betroffenen nach oben korrigiert. So sollen unter anderen 5,6 Millionen Fingerabdrücke gestohlen worden sein.

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Die prominenteste Cyberattacke musste 2014 das Filmstudio Sony Pictures, eine Tochter des japanischen IT-Konzerns, einstecken. Anlass für die Attacke war die Komödie "The Interview", in der Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un ermordet wird. Die Angreifer wollten den Filmstart verhindern und drohten sogar mit Angriffen auf Kinos. Sie veröffentlichten bislang unveröffentlichte Drehbücher, Emails, persönliche Daten der Mitarbeiter und Gehälter von Hollywood-Stars. Laut US-Bundespolizei FBI kamen die Hacker aus Nordkorea. Der Schaden für Sony wird auf mehr als 100 Millionen Dollar beziffert. Das Unternehmen soll für so einen Fall versichert gewesen sein.

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Für das Seitensprungportal Ashley Madison war der Hack wohl mehr als nur ein Outing. Betroffen waren mehr als 32 Millionen Nutzer. Im Darknet wurden Namen, sexuelle Vorlieben, Adressen, Kreditkartennummern und die verschlüsselten Passwörter der User veröffentlicht. Neben der teils persönlichen Katastrophe der einzelnen Nutzer kam bei der Analyse der Daten auch heraus, dass der größte Teil der Profile von Frauen frei erfunden war. Computergenerierte Fake-Profile bespaßten die virtuellen Fremdgeher. Mittlerweile ist die Geschäftsführung des Internetportals ausgetauscht worden.

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Im April 2013 wurde in Spanien ein Niederländer verhaftet, der im Verdacht stand, eine der größten und folgenschweren Hacker-Attacken im Internet gestartet zu haben. Er wurde beschuldigt, gegen Spamhaus, eine Organisation zur Erkennung und Abwehr unerwünschter Spam-Emails, eine Distributet Denial of Service-Attacke gestartet zu haben. Dabei schickte der Angreifer automatisch unzählige Anfragen an die Website der Organisation, um sie lahmzulegen. Die Aktion beeinträchtige weltweit die Geschwindigkeit des Internets.

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Der bislang größte bekannte Hack auf Kreditkartendaten erfasste das US-Unternehmen Heartland Payment Systems. 130 Millionen Kartennummern und andere Kontoinformationen wurden gestohlen. Heartland wickelt Kreditkartenzahlungen ab. Im Rahmen eines Vergleichs zahlte das Unternehmen an die Kreditkartenfirmen Visa, Mastercard, American Express und andere mehr als 110 Millionen Dollar Entschädigung.

Foto: heartlandpaymentsystems.com
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Für Kreditkartendaten interessierten sich auch die Angreifer des US-Einzelhändlers Target. Ende 2013 gab das Unternehmen bekannt, dass sich Hacker Zugang zu 110 Millionen Kundenkonten verschafft hätten. 40 Millionen Kreditkartennummern seien entwendet worden. Target musste sich einer Sammelklage stellen und bot den Betroffenen Anfang des Jahres in einem Vergleich 10 Millionen Dollar Schadensersatz an.

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Auch der US-Versicherer Anthem konnte Hacker nicht abwehren. Anfang 2015 gab das Unternehmen bekannt, dass Cyberangreifer 80 Millionen Kundendaten gestohlen hätten, darunter Krankenversicherungsnummern, Adressen oder Gehaltsinformationen. Das Unternehmen rechnet mit Klagen der Geschädigten.

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Zehn Jahre zurück liegt der Angriff auf den Einzelhändler T.J. Maxx (T.J. Maxx, Home Goods, Marshalls). Über Monate zogen Hacker 94 Millionen Kundendaten ab. Der Kopf der Angreifertruppe, Albert Gonzalez, wurde für die Cyberattacke zu 20 Jahren Haft verurteilt.

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Und noch einmal Sony: Im Jahr 2011 plagten Hacker schon einmal den japanischen Konzern. Damals gingen sie gegen das Onlinenetzwerk Playstation Network vor. Mehrere Tage nahm das Unternehmen das Angebot vom Netz, um das Ausmaß des Angriffs analysieren zu können. 77 Millionen Kreditkartendaten wurden gestohlen.

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Ende Oktober 2014 war die Bank JPMorgan Chase Ziel einer Cyberattacke. 76 Millionen Kundendaten und sieben Millionen Daten von Kleinunternehmen wurden gestohlen. Es wurden Adressen entwendet, aber der Bank zufolge keine Bankdaten, IDs oder Sozialversicherungsnummern.

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Nach Enthüllungen geheimer Dokumente über die Kriege in Afghanistan und Irak sowie über US-Botschaftsdepeschen durch die Enthüllungsplattform Wikileaks, waren US-Geldinstitute angehalten, den Zahlungsverkehr für Wikileaks einzustellen. Die US-Regierung wollte der Enthüllungsplattform von Julian Assange den Geldfluss abdrehen. Auch der US-Onlinebezahldienst Paypal des Onlinehändlers Ebay folgte der Anweisung. Die Hackergemeinschaft Anonymous startete daraufhin Angriffe auf die Geldinstitute, so dass deren Websites zeitweise nicht erreichbar waren.

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Die bis zu den NSA-Enthüllungen wohl bekannteste staatliche Hackerattacke ist unter dem Namen Stuxnet bekannt. Stuxnet war ein Virus, der zeitweise Kontrolle über iranische Rechnersysteme erlangt hatte und iranische Industrieanlagen lahmlegen sollte. Die Schadsoftware sollte die Leittechnik der iranischen Atomkraftwerke befallen und damit das iranische Atomprogramm sabotieren. Über den Urheber des Virus wurde lange spekuliert. Das US-Justizministerium gab schließlich im Sommer 2013 bekannt, dass es gegen den Vier-Sterne-General James Cartwright ermittle. Er soll die Stuxnet-Attacke der "New York Times" verraten haben.

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Wer hinter der Hackerattacke auf den Deutschen Bundestag steckt, das ist bislang ein Rätsel. Es sei ein "hochkarätiger Angriff von geheimdienstlicher Qualität", glauben die Grünen. Möglicherweise müsse das Computer-Netzwerk neu aufgesetzt werden. Der Schaden dürfte mehrere Millionen Euro betragen.

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