Luftfahrt Neuheiten über den Wolken

Mit den Crystal Cabin Awards zeichnet die Luftfahrtbranche besonders innovative Ideen für die Innenausstattung von Flugzeugen aus. Nicht alles geht in Serie - aber man wird ja noch träumen dürfen. Hier sind die 21 Finalisten des Wettbewerbs.
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Lufthansa Technik Chair: Das sieht aus wie ein Chefsessel, und das ist auch einer. Economy-Passagiere können gleich weiterklicken (und auch das nächste Bild noch überspringen) - bei diesem Sitz handelt es sich um ein Produkt für VIP-Klasse und Business-Jets. "Die überwiegend auf einer leichten, aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) bestehenden Säule aufgebauten Sitze sind aufgrund ihrer ergonomischen, an die menschliche Wirbelsäule angepassten Form nicht mehr auf dicke Polsterungen angewiesen", wirbt Lufthansa Technik für den Sessel, der natürlich nicht Sessel heißt, sondern Sitzsystem. "Je nachdem, ob es sich um einen Lounge-Sessel, einen Konferenz- oder einen Esszimmer-Stuhl handelt, entscheidet der Kunde beispielsweise die Anzahl der Rückenelemente, Fuß- oder Kopfstütze sowie das Design. Das neue Strukturkonzept ermöglicht weit über 8000 verschiedene Kombinationen der Grundstruktur, welche die Grundlage für ein individuelles Design legt", so der Hersteller weiter. Wer allerdings um genügend Platz für seine Knie kämpft, für den muss die Frage nach "Konferenz oder Lounge" bitter klingen. Und erst recht die, ob der Sitz mit einem ausfahrbaren Champagnerhalter geliefert werden soll.

Foto: Hamburg Aviation
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Qatar A380 First Class Lounge: Noch ein Beitrag zum Thema Sozialneid, diesmal aus den Emiraten. In der Kategorie "Premium- und VIP-Produkte" treten Qatar Airways und Etihad mit ihren A380-Konzepten gegeneinander an. Qatar setzt den Fokus auf eine üppige First Class Lounge (die schönen jungen Menschen gehören nicht zum Lieferumfang), während...

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... Mitbewerber Etihad, der den prestigeträchtigen A380 ebenfalls erst 2014 in Betrieb nahm, eine Drei-Zimmer-Residenz an Bord anbietet. Das A380-Duell entschied Etihad für sich und konnte sich über den ersten Platz in der Kategorie "Premium- und VIP-Produkte" freuen.

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Praktisch gedacht: Quasi das entgegengesetzte Ende des Innovationsspektrums markiert dieser schlaue Hightech-Mülleimer, den Luftfahrt-Student Marc Spille von der Hamburg University of Applied Sciences ersann - das mobile Gerät bedient sich der Vakuumtechnologie der Bordtoilette, um die Müllbeutel in Sekundenschnelle zu platzsparenden Müllbriketts zu schrumpfen. Das war der Jury den ersten Platz in der Kategorie "Universität" der Crystal Cabin Awards wert.

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Wiedersehen, Welt: Studentin Alexandra Moceri vom College for Creative Studies entwarf diese Sichtblende für den Sitz, die man mit einem Handgriff herunterklappen kann und es dann schön dunkel hat. Ebenfalls...

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... der Kategorie "University" entstammt dieser interaktive Klapptisch - wer selbst beim Essen noch digitalen Content verschlingen will, findet alles bequem neben dem Teller.

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Power-WLAN: Das US-Unternehmen ViaSat setzt mit seiner satellitengestützten Fly-Fi-Lösung auf Bandbreite - 12 Mbps pro Sitzplatz. Das reicht auch für Kinofilme. Oder Katzenvideos. Dafür gab es den Crystal Cabin Award in der Kategorie "Komfort Systeme".

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Bring your own device: Hier können auch die Economy-Passagiere mal wieder begehrlich hinschauen: Der Sitzhersteller Recaro bietet bei seinem integriertem 13,3-Zoll-Flatscreen eine Schnittstelle für das eigene Smartphone - so lässt sich komfortabler spielen. Oder man kann Mitreisende mit den eigenen Urlaubsbildern quälen. Sie können schließlich nicht weg - ganz wie früher beim Diaabend.

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Bring alles selbst mit: Lufthansa Systems findet, dass man eigentlich gar keine Bildschirme mehr anbieten muss - die meisten Leute haben eh einen Tabletrechner dabei. Den kann man in diesem Sitz einfach einklinken und über W-Lan mit der Bordunterhaltung verbinden. Wenn man möchte.

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Schlicht, aber praktisch:Noch einfacher ist diese Innovation der Kategorie "Komfort-Komponenten": Das US-Unternehmen Smart Tray ergänzte den Klapptisch am Sitz einfach um einen Tablet-Halter. Schließlich kann man das Essen an Bord leichter ertragen, wenn wenigstens die Filme gut sind.

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Eine halbe Portion extra: Normalerweise sind in den hinteren Reihen nur zwei statt drei Plätze möglich, weil sich das Flugzeug ja dort verjüngt. Warum diesen Raum nicht nutzen: Der halbe Sitz kann übergewichtigen Passagieren mehr Platz bieten oder einen Normalgewichtigen plus Kleinkind. Sitzname "Santo" steht somit für "Special Accommodation Needs for Toddlers and Overweight Passengers". Aber wie wir die Gesetze der Luftfahrt kennen, wird man den Extra-Platz wahrscheinlich nur zu einem happigen Extra-Preis buchen können, falls er mal in Serie geht. Für das gewitzte Konzept konnte sich Hersteller SII Deutschland über einen Crystal Cabin Award in der Kategorie "Komfort-Komponenten" freuen.

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Platzwunder: Vorbei die Zeiten, in denen man mit einem gezielten Handkoffer-Schwung den angeberischen Strohhut des nervigen Mitreisenden in der Gepäckablage zerstören konnte. Die "Space Bins" von Boeing ermöglichen es, Handgepäckkoffer säuberlich hochkant zu verstauen - und den Platz angeblich fast 40 Prozent besser ausnutzen zu können.

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Materialkunde: Hersteller Sabic hat ein neues Transparent-Produkt entwickelt, das Innendesignern mehr Gestaltungsfreiheit gibt. Wenn sie denn Durchblicke ermöglichen wollen. Das Material kann mit der momentan höchstmöglichen Lichtdurchlässigkeit von 80 Prozent punkten. Dafür gab es den Crystal Cabin Award in der Kategorie "Material und Komponenten".

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Materialkunde, Teil 2: Reliant Worldwide Plastics aus den USA stellt eine thermoplastische Karbon-Sitzlehne vor - platzsparend, hochtechnisiert, der letzte Schrei.

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Bitte atmen Sie normal weiter: Mit einem neuen Konzept für das Fallenlassen von Sauerstoffmasken schaffte es das Dresdner Fraunhofer-Institut ins Finale. Ein gutes Beispiel dafür, dass auch Dinge preiswürdig sein können, über die man sich als normaler Passagier selten Gedanken macht. Und auch dann nur ungern.

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Bring all your own devices: Panasonic Avionics gelang der Finaleinzug mit dem Sitzkonzept Jazz für die Economy-Langstrecke. "Das Besondere an der Studie: Erstmals wurde ein Sitz von Anfang an rund um die Möglichkeiten des Inflight Entertainment entwickelt, statt dieses in einen fertigen Sitz mit einzufügen", so die Pressemitteilung. Eine Buchhalterung ist nicht vorgesehen, wie es scheint, obwohl das doch auch eine schöne Möglichkeit des Inflight Entertainments wäre.

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Gesamtkonzept: Der brasilianische Hersteller Embraer präsentiert stolz schickt die Kabine seiner Regionaljet-Generation E2, die besonders wartungsfreundlich ist und durch versetzte Sitzanordnung für Geräumigkeit sorgt. Dafür gab es den ersten Platz in Kategorie "Design und visionäre Konzepte" bei den Crystal Cabin Awards.

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Erleuchtung bei Boeing: In der Kategorie "Design und visionäre Konzepte" ist der "Premium Arch" zu sehen, ein Lichtkonzept für die 777er-Kabine. Sehr aufgeräumt und trendy.

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Sonnen-Power: Bei B/E Aerospace¿s "Solar Eclipse" kann man über einen Solarzellenfilm in der Sonnenblende des Fensters während des Fluges elektronische Geräte aufladen. Dafür gab es bei den Crystal Cabin Awards den ersten Platz in der Kategorie "Grüne Kabine, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt".

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Was Neues auf die Ohren: Aus Neuseeland kommt dieser Economy-Kopfhörer, der zehn Mal so lange halten soll wie andere Modelle.

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Trockenlegung: Das Ein "Humidity in Balance"-System von CTT Systems bremst die Kondensation der Kabinenluft an der kalten Rumpfstruktur. "Die Folge: die Kabine selbst trocknet weniger aus, gleichzeitig sammelt sich kein Kondenswasser am Rumpf, was das Gewicht des Flugzeugs erhöht und gleichzeitig die Struktur negativ beansprucht", so die Begründung für die Preisreife.

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