Pandemie trifft Weltwirtschaft Chronik der Corona-Krise

Ein kleines Virus zwingt die Weltwirtschaft in die Knie. Hier sind die wichtigsten Stationen der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Krise.
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1. Januar 2020: Der Meeresfrüchte-Großmarkt Huanan der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan wird geschlossen und desinfiziert. In den Vortagen waren mehrere Beschäftigte und Besucher des Markts mit Lungenentzündung in Krankenhäuser eingeliefert worden. Eine Woche später wird ein Coronavirus neuen Typs als Ursache identifiziert. Inzwischen gilt als "Patient 0" ein Mann, der bereits am 1. Dezember 2019 krank wurde und nicht auf dem Markt war. Diskutiert werden Fälle, die in den November zurückreichen.

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7. Januar: Chinas Präsident Xi Jinping fordert im Politbüro der Kommunistischen Partei, eine Epidemie zu verhindern. Zwei Tage später stirbt der erste Corona-Patient. Öffentlich wird die neue Gefahr aber erst am 20. Januar - und dann gleich mit dem Aufruf zum "Volkskrieg" verbunden. Lokale Führer, die am Vertuschen beteiligt waren, werden gefeuert.

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23. Januar: Als die Zahl der gemeldeten Infizierten auf 830 steigt (die Dunkelziffer der noch nicht Diagnostizierten liegt weitaus höher), wird die 11-Millionen-Stadt Wuhan komplett abgeriegelt. In den folgenden Tagen folgt die gesamte Provinz Hubei in den Lockdown. Landesweit werden Feiern zum chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar abgesagt, die Ferien bis in den Februar verlängert. Etliche Fabriken müssen schließen, die Folgen sind schnell in den globalen Lieferketten zu spüren.

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27. Januar: Ein Mitarbeiter des bayerischen Autozulieferers Webasto, dessen weltgrößtes Werk seit November in Wuhan operiert, ist der erste deutsche Corona-Fall. In den Folgetagen werden weitere Kollegen krank gemeldet und die Firmenzentrale im Münchener Vorort Stockdorf geschlossen.

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11. Februar: Die Weltgesundheitsorganisation nennt das neuartige Virus (runde gelbe Objekte im Bild eines Elektronenmikroskops), das am 8. Januar von chinesischen Forschern identifiziert wurde, SARS-CoV-2. Die davon ausgelöste Krankheit wird als Covid-19 bezeichnet. Die Uno sagt "die ganze Macht ihres Systems" gegen die Epidemie zu.

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13. Februar: An Bord des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" bildet sich der erste große Epidemieherd außerhalb Chinas. Das Schiff wird unter Quarantäne gestellt - und damit erst recht zum Seuchenschiff. Als die Passagiere am 19. Februar im japanischen Yokohama an Land dürfen, sind bereits 621 von ihnen positiv getestet.

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19. Februar: Der Iran meldet seine ersten beiden Corona-Fälle - beide tot. In den folgenden Wochen wird das Land zu einem der größten Zentren der Krankheit.

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22. Februar: Nach einem Treffen der Shincheonji-Kirche Jesu in Daegu zählt auch Südkorea hunderte Corona-Fälle. Militärärzte werden in die "Special Care Zone" geschickt, Soldaten desinfizieren das Gebiet um die Kirche.

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23. Februar: Nach einem Ausbruch um die lombardische Kleinstadt Codogno wird in Norditalien die erste "Zona Rossa" eingerichtet. Die 50.000 Bewohner dürfen sich nicht mehr frei bewegen. Am 9. März wird das ganze Land in den Lockdown geschickt, nachdem Italien tausende Corona-Fälle und wegen überforderter Krankenhäuser auch mehrere hundert Tote zählt.

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3. März: In Wuhan schließt das erste von 16 wegen der Corona-Krise provisorisch eingerichteten Notkrankenhäusern, alle Patienten sind als geheilt entlassen (das Bild zeigt die Jubelfeier zur Schließung eines anderen Hospitals eine Woche später). Nur noch wenige neue Fälle werden gemeldet, der Ausbruch gilt am ursprünglichen Epizentrum als unter Kontrolle. Außerhalb Chinas bricht die Epidemie jetzt aber erst richtig aus.

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6. März: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) berät in Wien mit Russland über Produktionskürzungen, um auf die einbrechende Nachfrage zu reagieren. Als es keine Einigung gibt, kündigt Saudi-Arabien hingegen an, den Markt mit Öl zu fluten. Nach dem Wochenende bricht der Ölpreis um ein Drittel ein, die Börsen erleben einen Schwarzen Montag.

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8. März: Während in Mailand die Straßen schon leer sind, wird der Weltfrauentag in Madrid noch mit einer Großdemonstration begangen. Mehrere Vertreter aus Spaniens Regierungsspitze, die den Zug anführen, werden später positiv auf das Virus getestet - ebenso wie mehr als 10.000 weitere Bürger. Am 13. März ruft Spanien den Notstand aus, ab dem Folgetag gilt eine Ausgangssperre.

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11. März: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation, erklärt Covid-19 zur Pandemie.

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11. März: US-Präsident Donald Trump, der das Virus bisher heruntergespielt und mit der saisonalen Grippe verglichen hatte, verhängt eine Einreisesperre für Europäer.

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12. März: Die Börsen weltweit erleben ihren bislang stärksten Absturz seit Jahrzehnten.

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15. März: Nach Italien und Spanien geht auch Frankreich in den Lockdown. Präsident Emmanuel Macron spricht von einem "Krieg" gegen das Virus. Der Staat erklärt eine Garantie für Unternehmensschulden und verfügt, dass Kleinbetriebe vorerst keine Steuern, Mieten oder Energierechnungen bezahlen müssen.

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18. März: Nachdem in Deutschland die Schulen geschlossen haben, spricht Bundekanzlerin Angela Merkel die Bürger in einer Fernsehansprache direkt an: "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst." Die Corona-Krise sei die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg.

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20. März: Auch der US-Bundesstaat New York macht dicht. Weltweit sind zu diesem Zeitpunkt mehr als 250.000 Covid-19-Fälle und mehr als 10.000 Tote gemeldet.

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23. März: In Deutschland tritt ein Kontaktverbot in Kraft, auf das sich Bund und Länder übers Wochenende geeinigt haben, nachdem Bayern schon vorgeprescht war. Mehr als zwei Menschen dürfen sich in der Öffentlichkeit nicht mehr versammeln, ein Abstand von 1,5 Metern wird vorgeschrieben.

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23. März: Das Bundeskabinett fasst historische Beschlüsse - telefonisch geleitet von Kanzlerin Merkel aus dem Home Office, weil sie nach Kontakt mit einem positiv getesteten Arzt vorsorglich in Quarantäne geht. Nach sechs Jahren mit Überschüssen sieht ein Nachtragshaushalt ein Rekorddefizit von 156 Milliarden Euro vor, die Schuldenbremse im Grundgesetz wird ausgesetzt. Enthalten ist ein Rettungsschirm gegen Firmenpleiten, der ausdrücklich auch Verstaatlichungen vorsieht.

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24. März: Die Uhr zum Olympia-Countdown in Tokio muss umgestellt werden. Japan und das Internationale Olympische Komitee einigen sich darauf, die Sommerspiele auf 2021 zu verschieben. Die Organisatoren hatten unter heftiger Kritik aus Sorge um die hohen Kosten und Existenzen im Sport-Business an dem Termin festgehalten.

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24. März: In nächtlichen Verhandlungen einigen sich US-Finanzminister Steven Mnuchin und die oppositionellen Demokraten im Senat auf ein Konjunkturprogramm von rund zwei Billionen Dollar.

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26. März: Das US-Arbeitsministerium meldet, dass in dieser Woche 3,28 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe eingegangen sind - ein sprunghafter Anstieg um das Zehnfache gegenüber der Vorwoche des Lockdowns, fast fünfmal so viel wie der bisherige Rekordwert und erstmals mehr als die Gesamtzahl der zuvor registrierten Hilfsempfänger. Eine Woche darauf wird der Rekord noch getoppt, mit sogar 6,65 Millionen neuen Arbeitslosen.

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1. April: Der Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof beginnt ein Schutzschirmverfahren. Ladenmieten werden zunächst bis Juni ausgesetzt, die Beschäftigten bekommen nur noch Insolvenzgeld. Der Schritt wird mit der Corona-Krise begründet - wie in mehreren anderen großen deutschen Unternehmen auch.

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3. April: Vor allem die USA entwickeln sich zum neuen Hotspot des Coronavirus, US-Präsident Donald Trump stimmt sein Land auf "viel mehr Tote" ein, in den Folgetagen werden es mehr als 1000 täglich. Weltweit sind erstmals mehr als eine Million positiv getestete Covid-19-Fälle offiziell gemeldet, knapp ein Viertel davon in den USA. Die Zahl der Toten weltweit übersteigt 50.000.

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6. April: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündet Pläne für eine Lockerung. Erste Geschäfte sollen nach Ostern wieder öffnen - wenn alles gut läuft, das ganze Land als erstes in Europa den Lockdown beenden. Kurz spricht von einer "Auferstehung nach Ostern".

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8. April: Nach zehn Wochen endet der Lockdown in Wuhan. Am Morgen bilden sich Schlagen vor dem Bahnhof Hankou (Bild) und den Mautstellen an den Ausfallstraßen. Die 75 Checkpoints an der Stadtgrenze werden geschlossen, der Flughafen und die Barrieren rund um Wohnblocks geöffnet. Zehntausende Bewohner verlassen die Stadt. Damit kehrt auch die letzte chinesische Metropole zum Normalbetrieb zurück.

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14. April: Als erster Dax-Konzern nimmt Adidas Staatshilfe in der Corona-Krise in Anspruch. Die Förderbank KfW übernimmt den größten Teil eines Kredits von drei Milliarden Euro. Als Bedingung muss der Sportartikelhersteller auf Dividende und Boni verzichten.

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21. April: Erstmals wird Erdöl der US-Leitsorte West Texas Intermediate mit negativen Preisen gehandelt. Aus Angst, den überschüssigen Treibstoff nicht lagern zu können, treten für den auslaufenden Mai-Terminkontrakt nur noch Käufer auf, die von den Verkäufern zusätzlich zum Öl bis zu 40 Dollar pro Fass verlangen.

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27. April: Im Zuge allgemeiner Lockerungen des deutschen Corona-Lockdowns nimmt auch die Industrie stillgelegte Produktion wieder auf. Volkswagen-Chef Herbert Diess und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kommen zur Wiederöffnung des Wolfsburger Hauptwerks.

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27. April: Die USA, wo die Maßnahmen gegen das Coronavirus inzwischen heiß umstritten sind, melden mehr als eine Million Covid-Fälle. Weltweit sind es zu diesem Zeitpunkt mehr als drei Millionen.

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30. April: Ganz knapp schrammt der Flugzeughersteller Boeing an Staatshilfe vorbei. Kurz vor Ablauf der Frist sichert sich der ohnehin angeschlagene Industrieriese Kredite über 25 Milliarden Dollar. Außerdem streicht Boeing 16.000 weitere Stellen und sagt die seit zwei Jahren verhandelte Übernahme des brasilianischen Herstellers Embraer ab.

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5. Mai: Die Lufthansa zeigt sich auf der virtuellen Hauptversammlung einer Einigung über einen Einstieg des Staats nah. Konzernchef Carsten Spohr bekräftigt zugleich seine Ablehnung staatlicher Eingriffe ins Geschäft.

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6. Mai: Nach einer Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten wird das Ende des deutschen Lockdown verkündet - die Länder hatten zuvor schon die meisten Sperren aufgehoben. "Wir haben die allererste Phase der Pandemie hinter uns", sagt Merkel.

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