Kandidaten für Commerzbank-Anteil Diese Banken könnten bei der Commerzbank einsteigen

Das Interesse an der Commerzbank läuft heiß. Der aus der Finanzkrise verbliebene 15-Prozent-Anteil des Bundes steht zwar nicht unmittelbar zum Verkauf - mehrere Großbanken spielen aber mit dem Gedanken an eine Beteiligung.
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Das Interesse an der Commerzbank wächst. Eine Investmentbank lotet aus, wer den aus der Finanzkrise verbliebenen Anteil des Bundes von noch 15,6 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank übernehmen könnte. Mehrere mögliche Käufer machen die Runde.

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Cerberus

Der US-Finanzinvestor hat bereits im Juli 5 Prozent der Commerzbank-Anteile gekauft und ist damit zweitgrößter Aktionär. Mit Bawag, Südwestbank und Wüstenrot sammelt die Fondsgesellschaft ein Bankenportfolio im deutschsprachigen Raum zusammen. Unklar ist jedoch, was die Kombination bringen soll, ob Cerberus seinen Anteil noch erhöhen will - und ob sich der Staat auf dieses Experiment einlassen würde. Politisch leichter durchzusetzen wäre die Verbindung mit einer anderen Großbank.

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Unicredit

Der Mailänder Konzern hat bereits 2005 die HypoVereinsbank übernommen und damit die erste wirklich europäische Großbank geschaffen. Nachdem die Aufseher die Grenzen für Geldströme in der Euro-Krise wieder hochzogen, soll die Bankenunion jetzt doch mit Leben gefüllt werden. Allerdings steckt Unicredit in der Sanierung, die HypoVereinsbank ist von der einstigen Nummer zwei im Land zum Regionalinstitut geschrumpft. Sie ließe sich mit der Commerzbank zu einer deutlich wettbewerbsfähigeren Bank zusammenlegen, an der Unicredit dann einen größeren Anteil hielte. Vorteil für den Bund: Er müsste nicht (mit Verlust) das ganze Paket verkaufen, sondern könnte an einer neuen Börsenstory beteiligt sein. In der deutschen Politik ist eine Assoziation mit Italiens Banken jedoch belastet.

Börsenwert: 39 Milliarden Euro (21. September 2017)

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BNP Paribas

Die nach Bilanzsumme größte Bank der Euro-Zone unter Jean-Laurent Bonnafé gilt laut neuen Presseberichten als Favorit im Berliner Finanzministerium. Nach der Wahl von Emmanuel Macron ist alles, was deutsch-französisch läuft, ein Hoffnungswert für einen europäischen Neustart. Die BNP ist in Deutschland bereits präsent, zum Beispiel mit der Consorsbank, dem Kreditfinanzierer Creditplus oder der Commerz Finanz - die jahrelange Allianz mit der Commerzbank im Ratenkreditgeschäft wurde gerade erst aufgelöst und zum Großteil den Franzosen zugeschlagen.

Börsenwert: 82 Milliarden Euro (21. September 2017)

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ING

Der niederländische Finanzkonzern ist deutschen Privatkunden mit der Direktbanktochter ING-Diba bekannt - und den deutschen Kollegen als lästige Billigkonkurrenz, die sich mit Filialabbau gar nicht erst herumschlagen muss. Die ING hat ihren Marktanteil bereits stetig ausgebaut, ohne auf kostspielige Zukäufe angewiesen zu sein. Eine Ergänzung böte die Commerzbank aber im Firmenkundengeschäft. Da ist die ING in Deutschland bisher kaum präsent.

Börsenwert: 59 Milliarden Euro (21. September 2017)

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Santander

Der spanische Konzern von Ana Patricia Botin wurde schon vor Jahren als möglicher Interessent der Commerzbank genannt. Schon 2008 war Santander in den Bieterkampf um die Dresdner Bank eingestiegen, die dann doch an die Commerzbank ging - und beide zusammen in die rettenden Arme des Staats. Santander hat einen Ruf als Effizienzmaschine und schon etliche Marktkrisen überstanden. Die deutsche Präsenz von Santander ist eher bescheiden - seit dem Kauf der SEB-Filialen 2011 aber zu groß zum Ignorieren.

Börsenwert: 82 Milliarden Euro (21. September 2017)

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Deutsche Bank

Für eine deutsche Lösung kommt eigentlich nur ein Käufer infrage. Die Deutsche Bank versucht derzeit, das deutsche Privatkundengeschäft wieder stärker gegenüber dem Investmentbanking zu betonen. Da würde die Commerzbank gut passen. Allerdings muss die Postbank erstmal voll integriert werden, allzu reichlich ist das Kapital der Deutschen auch noch nicht. Vor allem jedoch ist das Management des Frankfurter Konzerns noch nicht stabil genug aufgestellt, um eine derartige Aufgabe zu bewältigen.

Börsenwert: 28 Milliarden Euro (21. September 2017)

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Ein wichtiger Vorbehalt steht über all diesen Planspielen, auch wenn das Kaufinteresse bereits konkret sondiert wird: Ohne Verkäufer kein Kauf. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vor Jahren das Ziel ausgegeben, den Ausstieg aus der Commerzbank nur dann zu vollziehen, wenn das ohne Verlust für den Steuerzahler gelingt. Dazu müsste sich entweder der Kurs noch mindestens verdreifachen oder einige Jahre lang genug Dividende verdient werden, die sich dem Kursverlust gegenrechnen ließe. Alternativ könnten Kaufinteressenten darauf hoffen, dass die Aufregung um die Staatshilfe für Banken inzwischen in Vergessenheit gerät - oder wider Erwarten nach der Bundestagswahl doch ein anderer Finanzminister ins Amt kommt.

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