China-Konkurrenz Wie deutsche Solarfirmen leiden

Für viele europäische Solarfirmen kommt das EU-Verfahren gegen die chinesische Konkurrenz zu spät. Der Preisverfall der vergangenen Jahre hat sie bereits in die Insolvenz getrieben. Die Reste haben vielfach Wettbewerber eingesammt - die oftmals aus Asien stammen.
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Centrotherm: Der einstige Börsenliebling hat am 10. Juli Insolvenz eingereicht. Mit der Einleitung eines Schutzschirmverfahrens hofft Centrotherm allerdings auf Sanierung in Eigenregie, also ohne die Hilfe eines Insolvenzverwalters. Das Unternehmen nutzt die Zeit, um Niederlassungen zu schließen und Firmenteile zu verkaufen.

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Solar Millennium: Das Unternehmen mit Sitz in Erlangen ist ein indirektes Opfer der Solarkrise. Zahlreiche geplante solarthermische Großkraftwerke in den USA wurden nicht gebaut, weil die konkurrierende Fotovoltaik plötzlich drastisch billiger wurde. Mit ihr konnten die US-Stromversorger ihre Ökostrom-Ziele günstiger erreichen. Im Herbst 2011 blieb Solar Millennium nur noch die Insolvenz. Zunächst zeigte Fotovoltaik-Spezialist Solarhybrid Interesse am US-Geschäft, doch...

Foto: Solar Millennium
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... das Untrenehmen ging selbst Pleite, als in Deutschland die Einspeisevergütung gekürzt wurde. Das Geschäft des Kraftwerksprojektierers fußte auf den hohen Fördergeldern. Doch viele Grundstücke, die sich Solarhybrid: gesichert hatte, wurden mit der Förderkürzung wertlos - im März musste die Firma mit Sitz in Brilon zum Insolvenzrichter. Ohne Patente, Anlagen und Know-how in der Fertigung war der Projektierer kein gefragtes Übernahmeziel.

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Odersun: Die Firma aus Frankfurt an der Oder war lange ein Prestigeobjekt von Ministerpräsident Matthias Platzeck. Die brandenburgische Landesregierung unterstützte das auf Dünnschichtmodule spezialisierte Unternehmen noch mit einer Millionensumme, bevor es Ende März 2012 Insolvenz anmeldete. Die Verhandlungen mit Investoren scheiterten, das Werk mit 1500 Mitarbeitern wurde geschlossen.

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Scheuten Solar: Das Unternehmen mit einer niederländischen Mutter ist aus den Solaraktivitäten von Shell hervorgegangen. Scheuten meldete im März 2012 Insolvenz an. Vor acht Jahren hatte das Untenrehmen noch stolz das größte Solarmodul der Welt (Foto) präsentiert.
Inzwischen hat sich der chinesische Fotovoltaikkonzern Aiko Solar bei den Gelsenkirchenern eingekauft und macht mit einem Rumpfteam von 40 Abgestellten weiter.

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Solon: Wie Q-Cells litt auch das Berliner Unternehmen Solon zuletzt unter dem massiven Preisverfall in der Branche. In den vergangenen Jahren kamen billige Module aus China auf den Markt, der deutsche Siliziummodul-Hersteller konnte nicht mehr mithalten.
Nachdem Solon im Dezember 2011 Insolvenzantrag stellte, übernahm das indische Unternehmen Microsol das Kerngeschäft des Unternehmens. Von ehemals knapp 1000 Mitarbeitern werden gut 400 weiterbeschäftigt.

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Soltecture: Das Berliner Dünnschichtunternehmen Soltecture hat im Mai dieses Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Verantwortlich waren, wie auch bei anderen Pleiten in der deutschen Solarbranche, Überkapazitäten am Markt und der dramatische Preisverfall für Solarmodule.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Hartwig Albers hofft nun, dass der Standort in Berlin-Adlershof mit einem industriellen Investor fortgeführt werden kann. Interesse soll es von Investoren aus China und Korea geben.

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Sovello: Die Sovello GmbH meldete im Mai 2012 Insolvenz an - einen Monat nach dem es die auf dem Nachbargrundstück des Industrieparks in Bitterfeld-Wolfen ansässige Q-Cells AG erwischt hatte.
Die Suche nach einem Investor verlief erfolglos - zuletzt musste Sovello den verbliebenen 1000 Mitarbeitern kündigen.

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Solarwatt: Ein Opfer des Preisverfalls ist auch die Dresdner Solarwatt AG. Mitte Juni flüchtete sich das Unternehmen unter ein sogenanntes Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung. Ob das Unternehmen ohne fremde Finanzhilfe auskommt, ist fraglich. Zuletzt hatte sich BMW-Großaktionär Stefan Quandt bereit erklärt, weitere Anteile an dem Unternehmen zu übernehmen.

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