CDU-Minister für GroKo Merkels Wunschtruppe

Operation Verjüngung: Angela Merkel will ihren Kritiker Jens Spahn ins Kabinett holen, auch Julia Klöckner soll der Regierung angehören. Hermann Gröhe geht dagegen leer aus. Die Kandidaten der Kanzlerin.
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Peter Altmaier, 59, Wirtschaftsministerium: Er wäre wohl lieber Finanzminister geworden, ein Amt, das er geschäftsführend innehat. Doch die SPD hatte sich dieses Ressort in den Koalitionsverhandlungen gesichert. Jetzt soll Peter Altmaier das Wirtschaftsministerium übernehmen. Auch auf diesem Posten bliebe er eine zentrale Figur in der Regierung. Der Saarländer ist einer der wichtigsten Vertrauten von Kanzlerin Merkel. Er war Parlamentarischer Geschäftsführer der Union und Umweltminister. 2013 wurde er Chef des Kanzleramts.

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Jens Spahn, 37, Gesundheitsministerium: Für Angela Merkel ist dieser Schritt wohl unausweichlich, zu groß war der Druck von den Jungen und Konservativen in der Union: Die Kanzlerin will Jens Spahn ins Kabinett befördern, einen ihrer schärfsten Kritiker. Er würde damit auf Hermann Gröhe folgen, der diesmal leer ausgeht. Spahn gilt seit Jahren als Nachwuchshoffnung der CDU. Als 22-Jähriger war er in den Bundestag eingezogen, 2009 wurde er gesundheitspolitischer Sprecher. Seit 2015 ist der Westfale Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium.

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Helge Braun, 45, Kanzleramt: Der promovierte Arzt gehörte bislang nicht gerade zu den Promis in der Union. Als Staatsminister im Kanzleramt ist Helge Braun jedoch Teil von Merkels Machtzirkel. In die Bundespolitik kam der Hesse erst 2009: Damals übernahm er den Posten des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bildungsministerium. Bei den Verhandlungen zur Großen Koalition war er für den Bereich Digitalisierung verantwortlich.

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Julia Klöckner, 45, Landwirtschaftsministerium: Immer wieder war Julia Klöckner in den vergangenen Jahren als Merkels Kronprinzessin gehandelt worden. An ihrer enormen Beliebtheit in der Bundes-Union änderten auch zwei Wahlschlappen als Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz nichts. Jetzt soll die einstige Weinkönigin das Agrarministerium übernehmen. Das Ressort kennt sie gut: Von 2009 bis 2011 war sie dort Parlamentarische Staatssekretärin.

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Ursula von der Leyen, 59, Verteidigungsministerium: In der Truppe ist die Ministerin hochumstritten. Immer wieder musste sich Ursula von der Leyen in den vergangenen Jahren Fragen zu Gewaltskandalen, miesem Material und ihren bislang wenig erfolgreichen Reformversuchen in der Bundeswehr gefallen lassen. Doch man kann es auch so sehen: Trotz allem hält sich die frühere Familienministerin seit 2013 auf dem schwierigen Posten. Dabei soll es nach Merkels Willen bleiben.

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Anja Karliczek, Bildungsministerium: Sie ist wohl die Überraschung auf Merkels-Kabinettsliste - Anja Karliczek soll Bildungsministerin werden. Die 46-Jährige dürfte in der breiten Bevölkerung bislang eher unbekannt sein. Seit 2013 sitzt die Frau aus dem nordrhein-westfälischen Ibbenbüren im Bundestag, zuletzt war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der Unions-Fraktion.

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Angela Merkel, 63, Kanzlerin: Ihre politische Zukunft hängt nun auch an den Sozialdemokraten. Wenn die SPD-Basis gegen die GroKo stimmt, bleibt Angela Merkel die Wahl zwischen einer unsicheren Minderheitsregierung und Neuwahlen. Der Druck auf sie, nach mittlerweile über mehr als zwölf Jahren als Kanzlerin, den Weg für neue Gesichter freizumachen, würde noch einmal zunehmen. Mit ihrer Ministerliste versucht Merkel nun, auf ihre Kritiker zuzugehen.

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