Bundesliga Wo die Wirtschaft im Fußball mitredet

Anderswo in Europa überrennen Investoren die Spitzen-Fußballclubs - in der Bundesliga verhindert das aktuell (noch) die 50+1-Regel. Trotzdem hat die Wirtschaft bei einigen Clubs schon einiges zu sagen: ein Überblick.
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Der historische Moment, er kommt: In den nächsten Monaten wird Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind (links, hinter Ex-Kanzler Gerhard Schröder) bei der Deutschen Fußball-Liga beantragen, Hannover 96 gemeinsam mit drei Partnern komplett zu übernehmen. Kind ist einer der prominentesten Kritiker der 50+1-Regel, die die Macht von Investoren (noch) begrenzt: Die Mehrheit der Stimmrechte muss aktuell beim Verein liegen.

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Trotz der Regel ist Präsident Kind schon seit langem der starke Mann bei 96 - seine bald anstehende Übernahme wirft ein Schlaglicht auf die Branche: Fußball ist, so schreibt das "manager magazin" in seiner aktuellen Ausgabe, eine eigene Assetklasse geworden, die "Milliardäre in aller Welt in Ekstase versetzt."

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Einer dieser Milliardäre kommt aus der Steiermark: Dietrich Mateschitz baut den Getränkekonzern Red Bull sukzessive zu einem Unterhaltungsunternehmen um - mit RB Leipzig hat es einer seiner Ableger nun gleich nach seiner ersten Saison im deutschen Fußball-Oberhaus in die Champions League geschafft.

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Zumindest in der Champions-League-Qualifikation spielt dann auch 1899 Hoffenheim, von SAP-Milliardär Dietmar Hopp mit geschätzten 350 Millionen Euro von der Kreis- in die Bundesliga gepäppelt.

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Seit 2015 gehört auch Klaus Hofmann zu Deutschlands Fußball-Mäzenen: Der Präsident des FC Augsburg hat den Club im Mai 2015 gemeinsam mit Co-Investoren übernommen. Hofmann ist Miteigentümer des Bad Oldesloer Brandschutzspezialisten Minimax Viking (1,3 Milliarden Euro Umsatz). Dank 50+1 verfügen der Präsident und seine Miteigner allerdings trotzdem nur über 49 Prozent der Stimmrechte.

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Einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren beim Hamburger SV heißt Klaus-Michael Kühne. Seine Milliarden verdankt er dem von seinem Großvater gegründeten Logistikunternehmen Kühne und Nagel; sein Geld steckt unter anderem im fanfreundlichen Namen des Hamburger "Volksparkstadions" - und immer mal wieder in hochkarätigen Transfers.

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Die Wirtschaft redet jedoch nicht nur über Mäzenatentum im deutschen Fußball mit: Volkswagen führt in Form von Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz den Aufsichtsrat seines Werksclubs VfL Wolfsburg, ...

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... dem Gesellschafterausschuss von Bayer Leverkusen steht Werner Wenning (rechts, mit Bayer-Chef Werner Baumann) vor, der den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens leitet.

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Beim Audi-Hausclub FC Ingolstadt führt ebenfalls ein Manager die Aufsicht über die Geschäfte: Frank Dreves (zweiter von rechts) leitete vor seinem Einsatz im Aufsichtsrat der Schanzer unter anderem das Audi-Werk Ingolstadt und verantwortete den Bereich Produktion im Vorstand der VW-Tochter.

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Eng verflochten ist Audi (im Bild: Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, links, mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß) auch mit Liga-Primus FC Bayern München: Der Autobauer hält 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG, genauso wie der Versicherer Allianz und der Sportartikelkonzern Adidas.

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Beinahe spiegelbildlich geht es in Dortmund zu: Ausrüster Puma und der Versicherer Signal Iduna, der auch die Namensrechte am Stadion hält, sind vor einigen Jahren beim BVB eingestiegen. Auch Trikotsponsor Evonik ist bei den Schwarzgelben investiert.

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Vierter im Bunde der deutschen Autobauer im Fußball-Geschäft ist Daimler: Die Stuttgarter halten nicht nur die Namensrechte an der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena - seit der Ausgliederung der Fußball-AG (im Bild: die Mitgliederversammlung am 1. Juni 2017) halten die Schwaben 11,75 Prozent der Anteile. Daimler hat dafür 41,5 Millionen Euro an den Neu-Bundesligisten überwiesen.

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Bei der Berliner Hertha hat sich derweil ein Finanzinvestor eingekauft: KKR hält seit gut drei Jahren knapp 10 Prozent am Club aus West-Berlin - und hat zur Freude von Geschäftsführer Ingo Schiller ganz neue Reporting-Methoden mitgebracht.

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