Brexit Theresa Mays Problem-Minister

Theresa May hat sich offenbar mit der EU auf einen Deal geeinigt. Jetzt muss ihr Kabinett zustimmen. Wer kann der Premierministerin noch in die Quere kommen?
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Als David Davis im Juli als Brexit-Minister zurücktrat, musste wieder ein EU-Kritiker übernehmen - die komplizierte Machtbalance im britischen Kabinett durfte schließlich nicht ins Wanken geraten. Premierministerin Theresa May entschied sich für Dominic Raab, einen Pragmatiker, der sich in den EU-Gesprächen als umtriebiger Verhandler einen Namen gemacht hat. Nun ist auch Raab zurückgetreten. Er könne das Abkommen nicht mit den Versprechungen in Einklang bringen, die dem Land bei dem Referendum im Juni 2016 gemacht worden seien. Sein Rücktritt ist für May der zweite Verlust im entscheidenden Brexit-Ministerium innerhalb weniger Monate.

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Andrea Leadsom gilt schon lange als Mays Widersacherin. Nach David Camerons Rücktritt bewarben sich beide Frauen 2016 um den Parteivorsitz bei den Tories - und damit auch um das Amt der Regierungschefin. May setzte sich durch und holte Leadsom in ihr Kabinett. Dort hatte sie bislang verschiedene Posten inne, zugleich ist sie Führerin des Unterhauses. Leadsom gibt sich trotz aller Differenzen nach außen hin stets loyal zu May und verlässlich, auch jetzt ist von ihr kaum ein kritisches Wort zu hören. Geht sie, wäre das für die Premierministerin besonders bitter.

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Auch Michael Gove, heißt es, werde zustimmen. Dabei galt er in der Vergangenheit als ein alles andere als einfaches Regierungsmitglied. Im Zweifel, das hat Gove bereits gezeigt, lässt er auch Parteifreunde fallen - wie Boris Johnson. Den hatte er im parteiinternen Machtkampf 2016 zunächst unterstützt, dann trat er kurzerhand selbst an - ohne Erfolg. Gove ist mittlerweile Umweltminister und noch immer ein entschiedener Brexit-Befürworter.

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Liam Fox ist im britischen Kabinett für Handel zuständig. Als solcher kümmert er sich auch um die künftigen internationalen Wirtschaftsbeziehungen des Vereinigten Königreichs, aus britischer Sicht der zentrale Aspekt im gesamten Brexit-Prozess. Fox gehörte mit Davis und Ex-Außenminister Johnson zu den drei großen Brexiteers in Mays ursprünglicher Regierungsmannschaft. Die anderen beiden haben bereits aufgegeben. Ohne Fox dürfte es May immer schwerer fallen, bei den Ausstiegswilligen zu punkten.

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Wenn über mögliche Rücktritte am Tag der Kabinettssitzung gesprochen wird, fällt vor allem ihr Name: Penny Mordaunt. Die Entwicklungshilfeministerin macht keinen Hehl daraus, dass sie mit May beim Brexit nicht auf einer Linie liegt. Kürzlich dachte sie sogar laut über einen Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Weltkulturerbe-Organisation Unesco nach.

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Arbeitsministerin Esther McVey gilt ebenfalls als Kandidatin für einen möglichen Rücktritt. McVey favorisiert einen konsequenten Brexit, einen harten Schnitt. Wenn sie geht, könnte das eine Kettenreaktion unter den anderen Brexiteers im Kabinett auslösen.

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