Pro-Brexit-CEOs Diese Chefs wollen nichts wie raus aus der EU

Bisher galt als gesetzt: Die Wirtschaft ist gegen einen Brexit - zu groß sind die Gefahren fürs Geschäft. Doch eine übersichtliche Schar von Unternehmern sieht das ganz anders - und kämpft zum Teil auf fast skurrile Weise für den Ausstieg.
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Multi-Unternehmer Richard Branson, Unilever-Chef Paul Polman, JPMorganChase-Chef Jamie Dimon oder UBS-CEO Sergio Ermotti. Sie alle haben eines gemeinsam. Sie kämpfen - teils sogar mit eigenen Kampagnen - gegen einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Doch es gibt auch einige Firmenchefs, die das anders sehen ...

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... einer der prominentesten unter ihnen ist der Staubsaugerpionier James Dyson . Nach Ansicht des Brexit-Befürworters sollte Großbritannien wieder die "Kontrolle über sein Schicksal ergreifen" und stünde was Wohlstand und Jobs angehe, außerhalb der Union besser da, sagte der Selfmade-Milliardär der Zeitung "Daily Telegraph". Negative Folgen hält der streitbare Unternehmer für "Blödsinn". Sollte die EU im Falle eines Brexits wieder Zölle für Produkte aus Großbritannien einführen, ist Dyson zum Kampf entschlossen. Dann, so seine Überzeugung, würden die Briten eben mit gleicher Münze zurückzahlen.

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Ein weiterer, zumindest in Großbritannien sehr prominenter Wirtschaftsboss, der klar für einen Brexit votiert, ist Tim Martin, Gründer der Pub-Kette Wetherspoons . Damit es mit der Loslösung vom verhassten Brüssel auch tatsächlich was wird, hat Martin sogar eigens Pro-Brexit-Bierdeckel bedrucken lassen. Auf ihnen zieht er die demokratische Legitimation von Christine Lagarde in Frage. Und zieht Parallelen zwischen dem IWF und der FIFA. Fußball geht in Großbritannien schließlich immer.

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Zu den Befürworten eines Brexit gehört auch der nicht für seine ausgeglichene Art bekannte frühere HSBC-Chef Michael Geoghegan . Der millionenschwere Banker, der 2010 das CEO-Büro der Bank von London nach Hongkong verlegte, war Mitunterzeichner eines Pro-Brexit-Aufrufes, den mehrere Akteure des Finanzplatzes London kürzlich in der Britischen Presse veröffentlichten. Dessen Aussage: Die Idee der EU war gut - doch deren Probleme möglicherweise mittlerweile unüberwindbar - und eine Mitgliedschaft daher für Großbritannien eher schädlich. Allerdings kann Geoghegan, dessen Name auch in den Panama Papers auftauchte, gar nicht selbst mitstimmen. Er wohnt offiziell - und steuerlich günstig - im Ausland.

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Auch der Hotelier Sir Rocco Forte gehört zu den bekennenden Befürwortern eines Austritts aus der EU, die er als Ursprung fehlenden Reformwillens ausgemacht hat. Dass die Wirtschaft des Landes massiv unter einem Austritt leiden würde, glaubt der Luxushotel-Chef nicht. Mehr Unsicherheit als jetzt, so seine Einschätzung, sei kaum möglich.

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Sinneswandel: Auch Ryanair-Chef Michael O'Leary gehörte jahrelang zu den scharfen EU-Kritikern. Als "Reich des Bösen" bezeichnete O'Leary die EU. Als "Todesstern" die Kommission in Brüssel, mit der er sich jahrelange Fehden lieferte. Jungen Leuten riet er, um Himmels willen so schnell wie nur möglich aus Brüssel rauszukommen, weil sonst jedes noch so kleines Fitzelchen Intelligenz und Innovation erlöschen werde. Angesichts der drohenden Konsequenzen eines Brexits ist der Airline-Boss nun allerdings zum regelrechten Europa-Jünger mutiert. Nicht nur, dass er einige seiner Flugzeuge mit Anti-Brexit-Slogans versehen hat. Er ruft mittlerweile sogar zum Widerstand gegen "die Verrückten" von der "Leave"-Seite auf ...

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... einen Hinweis auf den Grund für O'Learys plötzlichen Europa-Enthusiasmus gab kürzlich Billigairline-Kollegin Carolyn McCall vom Konkurrenten Easyjet . Sollten die Briten tatsächlich gehen, stehe zu befürchten, dass Fliegen wieder teurer werde und sich nicht als Massenveranstaltung halten könne. Ein Szenario, das offenbar selbst den Brüsseler Todesstern für O'Leary harmlos erscheinen lässt.

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