Die Dinger fliegen nicht Boeings lange Problemliste

1 / 8

Ein Vorteil für den neuen Boeing-Chef David Calhoun: Er hat eine klare Hauptaufgabe im Fokus, nämlich die 737 Max wieder zum Fliegen zu bringen. 387 Maschinen wurden von 2017 bis zum weltweiten Flugverbot nach dem zweiten Absturz im März 2019 ausgeliefert, noch einmal so viele seitdem auf Halde gebaut. Und trotz Abbestellungen stehen noch mehr als 4000 bestellte 737 Max in den Auftragsbüchern - alle anderen Modelle zusammen kommen auf keine 1000.

Foto: STEPHEN BRASHEAR/ AFP
2 / 8

Seit September 2019 bereitet auch noch das Vorgängermodell 737 NG (für Next Generation) Sorgen, das beispielsweise die komplette Ryanair-Flotte ausmacht und dessen Produktion gerade erst eingestellt wurde. Wegen Strukturrissen an der "Gurkengabel", die Rumpf und Tragflächen verbindet, wurden Dutzende Flugzeuge stillgelegt - und es könnten noch viel mehr werden, wenn sie nach und nach überprüft werden.

Foto: Rafael Marchante / REUTERS
3 / 8

Im Vergleich ist der "Dreamliner" 787 fast schon ein Erfolgsmodell - obwohl es kurz nach Marktstart 2013 auch schon ein globales Grounding des Langstreckenjets wegen brennender Lithium-Ionen-Akkus gab und zuvor der Zeitplan um Jahre verschoben wurde, weil Boeing mit neuen Faserverbundhüllen schlecht klarkam. Jetzt droht neuer Ärger: Die US-Luftfahrtbehörde FAA ermittelt, weil in der 787 etliche Bauteile verwendet worden sein sollen, die nicht auf Flugsicherheit geprüft und zugelassen wurden.

Foto: REUTERS
4 / 8

Ein neuer Hoffnungsträger käme jetzt gerade Recht. Das Modell 777X mit seinen faltbaren Flügeln wurde im Schatten der 737-Max-Abstürze ohne öffentliche Show im März 2019 ausgerollt. Seitdem häufen sich technische Probleme, vor allem mit den neuen Triebwerken von General Electric. Außerdem flog im letzten Härtetest im September eine Frachttür heraus. Im November wurde die Rumpfkonstruktion mit Kuka-Robotern aufgegeben und auf Handarbeit umgestellt. Die Auslieferung an Airlines wurde auf 2021 verschoben.

Foto: Lindsey Wasson / REUTERS
5 / 8

Immerhin: Das Rüstungsgeschäft ist nun fast so groß wie die zivile Luftfahrtsparte von Boeing und kann deren Verluste annähernd kompensieren (den Rest besorgt das Service-Geschäft). Doch auch Militärs ärgern sich zunehmend über Boeing. Das Tankflugzeug KC-46 (im Bild von der Flugschau 2019 in Le Bourget präsentiert vom damaligen Boeing-Chef Dennis Muilenburg) kam Jahre zu spät, wurde um mehrere Milliarden zu teuer und kann immer noch nicht fliegen - die US Air Force verweigerte die Abnahme wegen gefundener "Fremdkörper". Trost für die Soldaten: Ihnen spendierte Boeing von vornherein eine sichere Variante der 737-Max-Problemsoftware MCAS.

Foto: Michel Euler/ dpa
6 / 8

Im Dezember gab es dann noch einen Fehlschlag in der Raumfahrt mit dem Härtetest für die Boeing-Kapsel Starliner. Die Kapsel, die eigentlich bald Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen soll, verfehlte ihr Ziel und kehrte aus der falschen Umlaufbahn sechs Tage zu früh in die Wüste von New Mexico zurück. Im Vorjahr hatte es schon einen Versuch gegeben, bei dem das Notfall-Rettungssystem versagte.

Foto: Bill Ingalls/ dpa
7 / 8

Richtig groß wird die neue Rakete Space Launch System, unter Federführung von Boeing für die Nasa entwickelt und Teil des Auftrags von Donald Trump, bis 2024 wieder Menschen auf den Mond zu schicken. Dieses Ziel erscheint äußerst fraglich. Der erste Start, ursprünglich für 2017 geplant, wird nun 2021 erwartet.

Foto: JUDE GUIDRY / AFP
8 / 8

Am anderen Ende des Spektrums wollte sich Boeing um die kleinen Regionaljets des brasilianischen Herstellers Embraer verstärken. Gegen den längst abgeschlossenen Vier-Milliarden-Dollar-Deal scheint sich nun aber die EU-Wettbewerbsbehörde zu sperren. Der Rivale Airbus hat sich auf diesem Feld erfolgreich um den kanadischen Hersteller Bombardier verstärkt.

Foto: Pascal Rossignol/REUTERS
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.