Deutsche Unternehmen Wo russische Investoren das Sagen haben

Sie suchen politisch stabile Anlagemöglichkeiten, Zugang zu neuen Technologien und wollen Importbarrieren umgehen: Viele Russen stecken ihr Geld in deutsche Unternehmen. Bei Firmen wie Tui, Luitpoldhütte oder dem Nürburgring wissen nur Insider, dass bei der Traditionsmarke ein russischer Milliardär mitmischt.
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Sie suchen politisch stabile Anlagemöglichkeiten, besseren Zugang zu neuen Technologien und wollen Importbarrieren umgehen: Viele Russen stecken ihr Geld in deutsche Unternehmen. So verhandelt nach Informationen von manager magazin der russische Oligarch Rustem Sulteev mit dem Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess um eine Partnerschaft im Kautschukgeschäft. Einige prominente Landsleute von Sulteev sind beim Thema Beteiligungen in Deutschland schon deutlich weiter ...

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa
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Tui
Der russische Milliardär Alexej Mordaschow (links im Bild mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin) ist der größte Tui-Aktionär. Seine S-Group Travel Holding besitzt 25 Prozent am Touristikunternehmen. Mordaschow selbst gilt laut Forbes als einer der 100 reichsten Männer der Welt.

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Wingas
Gazprom Germania ist zu 50 Prozent beteiligt an Wingas, die andere Hälfte gehört der BASF-Tochter Wintershall. Ursprünglich wollte der russische Staatskonzern den deutschen Gashändler samt Speichern sogar komplett übernehmen, doch der Deal platzte Ende 2014. Der größte russische Konzern in der Bundesrepublik (Jahresumsatz 2013: 12,5 Milliarden Euro) droht sich zurückzuziehen, was auch andere Geschäfte betrifft.

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Für Präsenz sorgt bisland das Sponsoring des FC Schalke 04. Gazprom Germania spielt auch bei ...

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... der VNG - Verbundnetz Gas AG mit, dem nach Eon und Wintershall drittgrößten Erdgasgroßhändler in Deutschland und umsatzstärksten ostdeutschen Unternehmen. Hier hält Gazprom Germania 10,5 Prozent.

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Nürburgring
Der russische Investor Viktor Charitonin rettete das Rennen und kaufte sich 2014 beim insolventen Nürburgring ein. Er ist an der Firma NR Holding beteiligt, der nun zwei Drittel der Eifel-Rennstrecke gehören. Das übrige Drittel gehört der Motorsportfirma Getspeed.

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HBL-Holding
Traditioneller Name (aus den Inititalen der Gründer Herting, Becker, Löbbel), neuer Besitzer: Die norddeutsche Stahlhandelsgruppe HBL Holding GmbH gehört seit 2008 zu 100 Prozent dem russischen Energie- und Stahlproduzenten Mechal.

Foto: HBL-Holding
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Schmolz+Bickenbach
Beim deutsch-schweizerischen Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach ist Wiktor Wekselberg beziehungsweise seine russische Investmentgesellschaft Renova zu einem Viertel beteiligt. Wekselberg nutzte im Sommer 2013 einen Machtkampf zwischen den Gründerfamilien des Unternehmens und dem Verwaltungsrat und kauft sich günstig ein. Zudem sitzt seither seine Vertrauter Wladimir Kuznetsov im Verwaltungsrat.

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RWE-Dea
Der steinreiche russische Oligarch Miachail Friedman (angeblich bis zu 15 Milliarden Dollar schwer) bezahlt über seine Holding Letter One rund fünf Milliarden Euro für RWE Dea - nach einer langen Hängepartie. Während die Bundesregierung den für die Entschuldung des Energiekonzerns wichtigen Verkauf von dessen Öl- und Gastochter schnell durchwinkte, legte die britische Regierung ihr Veto ein, weil sie die Rohstoffe der Nordsee nicht in russischer Hand sehen wollte. Das britische Geschäft wird nun ausgelagert.

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Gefco Deutschland
Der PKW-Logistiker Gefco gehört zu 75 Prozent der russichen Staatsbahn RZD. Firmensitz der in 32 Ländern operierenden Logistik-Firma ist Paris. Die Deutschlandtochter machte 2013 einen Umsatz von 160 Millionen Euro.

Foto: GEFCO Deutschland
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Luitpoldhütte AG
Für das traditionelle deutsche Unternehmen, die 1883 gegründete Gießerei in Amberg in der Oberpfalz, begann 2008 ein neues Kapitel: Die russiche Agromasch-Holding, ein Maschinenbaukonzern aus Tscheljabinsk, übernahm das Unternehmen, an dem der Freistaat Bayern noch eine Sperrminorität hält. Die anfänglichen Ängste erwiesen sich als unbegründet: Eine erfolgreiche Zusammenarbeit begann. 2013 setzte die Luitpoldhütte 82 Millionen Euro um.

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