Tesla on fire Einmal Börsenstar und zurück

Bis September ging es rasant bergauf für Tesla, dann steil bergab. In drei Autos fingen die Batterien nach Unfällen Feuer. Dann enttäuschte Elon Musk im dritten Quartal auch noch die turmhohen Erwartungen der Investoren. Ausgerechnet der Brief einer deutschen Behörde stoppte den Sinkflug.
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Schock für die Tesla-Investoren Anfang Oktober: Drei Mal in wenigen Wochen fingen die teuren Autos des Typs Model S Feuer (im Bild: Unfallszene in Tennessee). Die Vorfälle weckten Zweifel an der Sicherheit der Fahrzeuge.

Foto: AP / Tennessee Highway Patrol
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Wieder und wieder rechnete Elon Musk vor, dass benzinbetriebene Autos häufiger in Flammen aufgehen als seine Elektroautos. Doch es blieb ein Makel an seinen Wagen haften, zumal Musk immer herausgestellt hatte, das Model S sei das sicherste Auto Amerikas.

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Erschwerend kam hinzu, dass Tesla zum Marktstart in Deutschland vergleichsweise wenig Autos absetzte (Bild: Tesla-Stand auf der IAA in Frankfurt). Zwischen Flensburg und Garmisch wurden im September lediglich 42 Wagen zugelassen, wie manager magazin online berichtete. Daraufhin stürzte der Aktienkurs um 7 Prozent ab. Im elektroautofreundlichen Norwegen verkaufte Tesla mehr als 600 Wagen im selben Monat.

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Ob Musk der schleppende Deutschland-Start besonders geägert hat? Jedenfalls verkündete er kurz darauf Pläne für eine aggressive Expansion in der Bundesrepublik. Ende kommenden Jahres will Musk hierzulande etwa 1000 Autos im Monat verkaufen - ein Angriff auf heimische Hersteller wie BMW (r.: Vorstandschef Nornbert Reithofer). Das Model S soll auch ein spezielles Upgrade für schnelle Fahrten auf der Autobahn bekommen...

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...Zudem verkündete Musk den Start für ein Ladesäulen-Netz, an dem die Wagen noch schneller als in den USA aufgeladen werden (Bils: Autohof Jettingen-Scheppach, wo eine der ersten Supercharger in Deutschland entstehen sollte). Ziel: Tesla-Fahrer sollen mit ihren Wagen ohne lange Ladestopps mittelfristig durch ganz Europa fahren können.

Foto: Bernhard Weizenegger / Augsburger Allgemeine
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Der Aktienkurs dümpelte indes weiter dahin. In dieser Phase brachte Analyst Andaan Ahmad von der Berenberg-Bank in London die Idee auf, Apple (l.: CEO Tim Cook) solle Tesla kaufen. Sein Argument: Nur mit Innovationen außerhalb der IT-Branche könne Apple weiter kräftig wachsen. Tesla sei als Übernahmeobjekt ideal, weil IT und Automobilindustrie ohnehin zusammenwachsen, etwa beim Thema autonomes Fahren. Das zeigt sich auch daran, dass manche Ex-Apple-Mitarbeiter inzwischen bei Tesla arbeiten.

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Für Tesla ging es derweil weiter abwärts. Endgültig erschüttert war das Vertrauen das Unternehmen, als es Anfang November seinen Zwischenbericht vorlegte. Zwar hatte Musk seine Versprechen in Sachen Absatz und Gewinn weitgehend eingehalten, doch die inzwischen verwöhnten Anleger hatten sich noch mehr erhofft - die Aktie stürzte ab. Von knapp 200 Dollar pro Aktie Ende September ging es nun auf gut 130 Dollar zurück. Der Marktwert des Unternehmens sank von etwa 23 Milliarden auf 16 Milliarden Dollar, und es ging noch weiter abwärts.

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Ausgerechnet der Brief einer deutschen Behörde beendete den Sinkflug. Die Batteriebrände in den Teslas gingen nicht auf Fehler des Herstellers zurück, schrieb das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt an die Kalifornier. Der Aktienkurs schoss um 15 Prozent nach oben. Auf dem Niveau hält sich das Papier seither, die alten Höhen sind noch nicht wieder erreicht.

Foto: Christian Hager/ picture-alliance/ dpa
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