Endlich autofrei Wie diese elf Städte den Verkehr in den Griff kriegen wollen

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Oslo: Die norwegische Hauptstadt geht im Bestreben um mehr städtische Lebensqualität rigoros vor: Ab 2019 dürfen keine Privat-Pkws mehr in die Innenstadt. Eine Maut gibt es dort bereits. Die Stadtregierung aus Grünen, Sozialisten und linker Arbeiterpartei fasste den Beschluss des Auto-Banns Ende vergangenen Jahres. In Oslo leben rund 600.000 Einwohner, aber nur 1000 davon im Zentrum; dort arbeiten allerdings 90.000 Menschen. Oslo ist die erste europäische Großstadt, die mit einem radikalen Autoverbot den Abgasausstoß drastisch senken will. In Zukunft will man den öffentlichen Nahverkehr und E-Bikes mehr fördern - und 60 Kilometer zusätzliche Radwege bauen.

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Madrid: Auch die spanische Hauptstadt leidet unter dem Abgasproblem. Seit dem vergangenen Jahr ist ein Kernbereich der Altstadt nur noch für Anwohner per Pkw erreichbar. Andere Autos dürfen nur noch auf bestimmten Hauptstraßen fahren. Mehr Fußgänger- und verkehrsberuhigte Zonen sollen die Stadt attraktiver machen. Außerdem müssen Besitzer von Dreckschleudern auch beim Parken mehr bezahlen: In die neuen Parkuhren muss man das Autokennzeichen eingeben - für Autos mit hohen Schadstoffwerten werden höhere Gebühren fällig. Wer als Nicht-Einwohner außerhalb der erlaubten Straßen Auto fährt, muss 90 Euro Bußgeld zahlen - die Verkehrsströme werden per Kamera überwacht. Federführend in Madrid für den "Mobilitätsplan 2020" war übrigens eine konservative Stadtregierung.

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Helsinki: Die finnische Hauptstadt hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 eine Infrastruktur aufgebaut zu haben, die einen Privat-Pkw eigentlich überflüssig macht. Eine Schlüsselrolle könnte dabei die Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä spielen, die beim finnischen Innovationsförderer Tekes arbeitet. Per Handy-App sollen die Einwohner sich die jeweils passende Mobilitätsform zusammenstellen - eine Art gemeinnütziges Uber für den Nahverkehr. Bereits jetzt fahren 15 Busse durch die Innenstadt, die man per App anfordern kann und die dort halten, wo man möchte. Sie sind teurer als ein normaler Bus, billiger als Taxifahren.

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Hamburg: Einen Autobann plant die norddeutsche Metropole nicht - aber in knapp 20 Jahren soll das sogenannte "grüne Netz" fertiggestellt sein, das Fußgängern und Radfahrern eine von Autos wenig beeinträchtigte Mobilität im Stadtgebiet ermöglichen soll. Grün- und Freiflächen wie Parks sollen zu Landschaftsachsen zusammengeschlossen und mit zwei "grünen Ringen" verbunden werden, die zu Radtouren einladen, aber auch attraktive urbane Mobilität ermöglichen sollen.

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Chengdu: In China ist das Abgasproblem noch weitaus drängender als in Europa. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben Millionen Chinesen jährlich an den Folgen des giftigen Smogs. Im Großraum Chengdu, Chinas fünftgrößter Stadt, leben mehr als 14 Millionen Menschen. Außerhalb der Metropole soll eine Art Versuchsstadt entstehen: Die Architekten Adrian Smith und Gordon Gill haben einen Wohnort für 80.000 Einwohner konzipiert, der motorisierten Individualverkehr überflüssig machen soll. Jede Distanz soll innerhalb einer Viertelstunde zu Fuß zu schaffen sein, für Fußmüde soll es Elektroshuttels geben, viele Parks lockern das Stadtbild auf.

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Kopenhagen: Die dänische Hauptstadt ist Vorreiterin für Alternativen zum Autoverkehr. Mehr als die Hälfte der Einwohner fährt mit dem Rad zur Arbeit. Jüngstes Projekt: Ein Fahrrad-Highway, der die Vororte besser anbinden soll. Bis 2018 soll etwa die Hälfte der 28 geplanten Strecken fertig sein. Spektakuläre Fahrradwege wie die 190 Meter lange Brücke "Bicycle Snake" machen richtig Lust aufs In-die-Pedale-Treten.

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Paris: Wer ein Auto hat, das vor 1997 gebaut wurde, darf seit neuestem nicht mehr in die Pariser Innenstadt fahren. Jedenfalls nicht unter der Woche; am Wochenende gilt das Verbot nicht. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Prachtboulevard Champs-Elysées komplett autofrei, ab 2020 sollen vor 2011 gebaute Dieselfahrzeuge von den Straßen verschwinden, an einem kompletten Verbot wird gearbeitet. Die autofreien Tage haben den Parisern Lust auf mehr gemacht - es sollen neue verkehrsberuhigte Bereiche und neue Radwege entstehen, bis 2020 soll ein komplettes Netz aus Radwegen die Stadt durchziehen.

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London: Auch in Großbritannien sagt man dem Feinstaub den Kampf an. Dieselautos sollen bis 2020 von den Hauptstadtstraßen verbannt werden. Derzeit gibt es schon eine Stau-Maut: In manchen Gebieten müssen Dieselfahrer eine Tagesgebühr zahlen, wenn sie zu Stoßzeiten in die Stadt fahren.

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Brüssel: "De voetganger wordt koning", der Fußgänger wird König, heißt die Devise in Brüssel. Einmal im Jahr, das ist schon Tradition, gibt es einen autofreien Tag. Schon jetzt sind großen Teile der Innenstadt Fußgängerzonen - ein Erfolgsmodell, das in Zukunft noch ausgeweitet werden soll. bis 2018 sollen erstmal alle Dieselfahrzeuge mit einem Baujahr vor 1998 verschwinden. Derzeit ringen in Brüssel die Autogegner mit den Befürwortern - etwa um die Frage, ob der große Boulevar Anspach nicht lieber ganz autofrei werden soll, eine opulente Flaniermeile. Mobilitätswochen und Bürgerinitiativen unterstützen die Stadtregierung, die das Projekt vorantreiben will.

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Mexiko: In internationalen Stau-Rankings schafft es der Riesenmoloch Mexiko regelmäßig auf erste Plätze: Millionen von Autos verstopfen die Stadt, der Smog ist ein Dauerproblem. Im April hat die Stadtregierung beschlossen, die Flut wenigstens etwas einzudämmen und zwei Tage in der Woche sowie an zwei Samstagen im Monat nicht mehr alle Fahrzeuge zuzulassen. Ein nach Autonummern rotierendes Verbotssystem soll dafür sorgen, dass an diesen Tagen zwei Millionen Autos weniger unterwegs sind.

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New York: Schrittweise will New York für Fußgänger attraktiver werden. Im vergangenen Jahr wurden der berühmte Central Park sowie der Prospect Park West Drive in Brooklyn komplett autofrei. Beide Grünanlagen würden gesünder, sicherer und besser zugänglich für Millionen Besucher, warb Bürgermeister Bill de Blasio für das Projekt. In diesem Sommer findet das Event "Summer Streets" statt, das einige sonst stark befahrene Straßen zu Fußgängerzonen macht - ein offizielles Projekt des Verkehrsamt, das das Umdenken in der Stadt bezüglich des Autoverkehrs symbolisiert.

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