Chinas Pläne Autarke Industriestadt mitten in Idaho

Die Pläne des chinesischen Staatskonzern Sinomach, in Idaho unweit des Provinzflughafens von Boise einen gigantischen Industriepark zu bauen, lassen nicht nur die lokalen Politiker aufhorchen. Kritiker fürchten einen weiteren Schritt im Eroberungsfeldzug Chinas - mit einer Sonderwirtschaftszone mitten in den USA.
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Der Staat Idaho, nördlich von Nevada und östlich Oregon gelegen, zählt nicht unbedingt zu den Industriezentren der USA. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Die Pläne des chinesischen Staatskonzern Sinomach, in Idaho unweit des Provinzflughafens von Boisi einen gigantischen Industriepark zu bauen, ließen nicht nur die Politiker in Idaho aufhorchen ...

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... schließlich geht es um eine wirtschaftlich autarke Stadt mit einer Fläche von rund 130 Quadratkilometern, die mit chinesischem Kapital hochgezogen werden soll. Sollte das Projekt realisiert werden, dürften weitere hochrangige Politiker nach Idaho kommen - und zwar nicht nur zum Fischen (Foto: Ex-Vizepräsident Dick Cheney beim Angeln auf dem Snake River). Die Zeitung "Idaho Statesmen" sprach von einer geplanten chinesischen Sonderwirtschaftszone ...

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... wie sie einst Deng Xiaoping zum Beispiel in Shenzen eingerichtet hatte. Aus dem früheren Fischerdorf Shenzen ist inzwischen eine vibrierende Metropole mit 14 Millionen Einwohnern geworden, die Stadt zählt zu den am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. "Die Chinesen schauen sich nach einem Brückenkopf in den USA um - Idaho ist bereit, einen anzubieten", sagte Idahos Wirtschaftsminister Don Dietrich. Verlockend ...

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... sind die chinesischen Investitionen wegen der Aussicht auf tausende neue Jobs, die in dem möglichen Industriepark nahe der Stadt Boise geschaffen werden könnten. Die Chinesen wiederum reizt die Nähe zur Hafenstadt Seattle, die direkt am Pazifik liegt.

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Hauptinvestor in der Idaho-Freihandelszone ist bereits ein weiteres chinesisches Unternehmen. Hoku Materials baut in Pocatello ein Werk für die Produktion von Polysiliconen, die bei der Fertigung von Solar-Panels verwendet werden. Investor Sinomach wäre jedoch noch einige Nummern größern, zu dem staatlichen Konglomerat gehören mehr als 80.000 Beschäftigte weltweit. Der chinesische Industrie-Riese hat auch Kundschafter nach Ohio und Michigan entsandt, um Standortmöglichkeiten zu identifizieren.

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Für China böten sich langfristig viele Vorteile: Weil die Löhne seit einigen Jahren kräftig steigen und hohe Ölpreise den Transport über den Pazifik verteuern, wird allmählich eine Verlagerung bestimmter Industrien für Peking interessant.

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Mit einer lokalen Produktion in den USA könnte China auch nachteilige Effekte des sinkenden Dollar gegenüber dem chinesischen Yuan ausgleichen - denn die chinesische Währung dürfte nach Meinung von Beobachtern in den kommenden Jahren weiter aufwerten. Insofern wäre Boise in Idaho nicht nur ein Brückenkopf, sondern auch ein Versuchslabor für eine neue Außenwirtschaftsstrategie. Noch allerdings können die Pläne der Chinesen scheitern ...

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... als vor sechs Jahren der chinesische Ölkonzern CNOOC (Foto: Plattform im chinesischen Meer) versuchte, den kalifornischen Versorger Unocal zu übernehmen, formierte sich im US-Kongress und in der Öffentlichkeit enormer Widerstand, der den Deal letztlich verhinderte. Doch seitdem ...

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... sind der Einfluss und die Geldreserven Chinas weiter gewachsen, während die US-Wirtschaft nicht recht in Tritt kommt und viele US-Bundesstaaten am Rande des Bankrotts stehen. Die Chancen für Chinas erste Sonderhandelszone auf US-Terrain sind gewachsen.

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