Großprojekte Die teuersten Wüstenvisionen der Scheichs

Saudi-Arabiens Königsfamilie hat einen kühnen Modernisierungstraum: Für 500 Milliarden Dollar wollen die Saudis eine ultramoderne Stadt in bislang unbebauten Wüstenboden setzen - und hatte als Chef für das Megaprojekt Ex-Siemens-Vorsteher Klaus Kleinfeld verpflichtet. Das Risiko zu scheitern ist jedoch hoch. Das zeigen zahlreiche Riesen-Bauvorhaben im arabischen Raum.
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Groß, größer, Neom: Auf 26.500 Quadratkilometern Wüstenland will Saudi-Arabien einen Riesen-Technologiepark samt Millionenstadt hochziehen. Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sollte das "Neom" genannte Retortenstadt-Projekt leiten - mit einem Budget von bis zu 500 Milliarden Dollar. Mit der Rieseninvestition will Saudi-Arabien seine Abhängigkeit von Öl-Einnahmen verringern. Im Sommer 2018 gibt Kleinfeld die Verantwortung für das Projekt ab.

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Das Risiko zu scheitern ist jedoch weiterhin hoch. Das zeigen mehrere Mammut-Bauprojekte im arabischen Raum, die mit Weltveränderungs-Ambitionen starteten und deren Planer Lebensräume neuen Zuschnitts versprachen. Heute liegen sie Jahre oder Jahrzehnte hinter den ursprünglichen Planungen. Wir stellen vier spektakuläre und visionäre arabische Bauprojekte vor, deren Träume an der Realität zerbarsten.

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Öko-Stadt Masdar, Abu Dhabi

Ursprüngliche Vision: Eine Öko-Vorzeigestadt auf 6 Quadratkilometern für bis zu 50.000 Menschen und 1500 Unternehmen. Baubeginn war 2008, bis 2016 sollte Masdar fertiggestellt sein. Die Pläne stammen vom britischen Stararchitekten Norman Foster, die Entwürfe ...

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... sahen eine komplett autofreie Stadt vor. Stattdessen sollten Roboterfahrzeuge die Menschen transportieren. Die Stadt sollte zudem komplett CO2-neutral sein. Dafür wurde auch ein 22 Hektar großer Solarpark gebaut. Für Masdar waren bis zu 22 Milliarden Dollar vorgesehen, für die der staatliche Investmentfonds Mubadala geradesteht.

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Was daraus wurde: Bis jetzt ist offenbar nur ein Bruchteil von Masdar fertiggestellt. Anfang 2016 waren 300.000 Quadratmeter bebaut. Insgesamt lebten laut einem Guardian-Bericht nur 300 Studenten in der Stadt, 2000 arbeiteten immerhin dort. Von der CO2-Neutralität...

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... hat sich die Stadt verabschiedet. Und auch autofrei ist sie nicht mehr: Mittlerweile fahren in der Stadt auch herkömmliche Autos, wenigstens nur mit Elektroantrieb. Immerhin: Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat hier ihren Hauptsitz, den sie auch bereits bezogen hat. Fertiggebaut sein soll die Stadt nun 2030.

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Inselgruppe The World, Dubai

Ursprüngliche Vision: Neuen Luxuswohnraum auf der zweitgrößten im Meeresboden aufgeschütteten Inselgruppe zu schaffen. Die 300 Inseln, die zwischen 14.000 und 42.000 Quadratmeter groß sind, sind in Form einer Weltkarte angeordnet. Sie sind 4-10 Kilometer von der Küste Dubais entfernt. Die Kosten des Projekts ...

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... inklusive Bebauung werden auf mindestens 14 Milliarden Dollar geschätzt. Im Jahr 2006 waren die Inseln grob aufgeschüttet. Doch die Finanzkrise brachte die notwendigen Feinarbeiten zur Modellierung der Inseln zum Erliegen. Bauträger ist der staatliche Immobilienentwickler Nakheel.

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Was daraus wurde: Zwar ist ein überwiegender Teil der Inseln an verkauft. Doch nach der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 sprangen viele Investoren ab. Bebaut und in Betrieb genommen sind bisher nur zwei der 300 Inseln. Der Rest liegt brach und versandet langsam. Ein Immobilienentwickler hat jedoch im Jahr 2016 die erste von mehreren Dutzend geplanten, im Wasser treibenden Villen eröffnet. Immerhin: Das in Nachbarschaft gelegene künstliche Inselprojekt "The Palm" soll einigermaßen funktionieren.

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The Pearl, Katar

Ursprüngliche Vision: Eine 400 Hektar große künstliche Insel knapp vor der Küste, rund 11 Kilometer vom Zentrum von Katars Hauptstadt Doha entfernt. Sie soll hochwertigen Wohnraum für insgesamt 45.000 Menschen bieten, inklusive Luxushotels, Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten.

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Gebaut werden auch Hafenanlagen für mehrere Hundert Yachten. Planer ist das US-Architekturbüro Callison, als Bauherr fungiert Katars United Development Company. Die Baukosten werden auf insgesamt 15 Milliarden Dollar geschätzt, als Fertigstellungstermin wird 2018 angegeben.

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Was daraus wurde: Ein größerer Teil der geplanten Gebäude steht bereits. Unklar ist allerdings, wie viele der Nobel-Wohnungen tatsächlich verkauft und bezogen wurden. Mitte 2014 nur ein Viertel der fertiggestellten Wohnungen bewohnt.

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Berichten zufolge soll die Auslastungs-Zahl Ende 2016 auf 85 Prozent gestiegen sein. Doch in der Berichterstattung über die jüngsten Finanzzahlen des Bauherren UDC findet sich auch der Hinweis, dass die Belegungszahl von Wohnungen und Geschäften noch verbessert werden soll.

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King Abdullah Economic City (KAEC), Saudi-Arabien

Ursprüngliche Vision: Eine hypermoderne, 168 Quadratkilometer große Retortenstadt für rund 2 Millionen Einwohner zu bauen. Die dort angesiedelte Industrie soll Saudi-Arabiens Wirtschaft ein zusätzliches Standbein neben den Ölexporten verschaffen. KAEC liegt geographisch ...

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... zwischen den heiligen Städten Mekka und Medina. Die Grundsteinlegung der Retortenstadt erfolgte 2005, bis 2020 oder 2025 soll die Stadt fertiggestellt sein. Als Baukosten sind rund 50 Milliarden Dollar projektiert. Der staatliche Fonds Saudi Arabian General Investment Authority leitet das Projekt.

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Was bislang verwirklicht wurde: Bis Anfang 2017 sollen sich rund 8000 Bewohner in der Stadt angesiedelt haben – deutlich weniger als die vorgesehenen 50.000 Einwohner zu diesem Zeitpunkt. Saudi-Arabiens Kronprinz Muhammed bin Salman erklärte im April 2016 in seinem Reformplan für das Land, ...

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... dass er den ursprünglich vorgesehen Banken-Distrikt in KAEC deutlich verkleinern wolle. Immerhin: Der Tiefseehafen der Stadt ist bereits in Betrieb. Das Ziel, hier zwei Millionen Menschen anzusiedeln, ist nun auf das Jahr 2035 verschoben.

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