US-Einzelhandels-Drama trifft Sears Diesen Shopping-Ikonen droht wegen Amazon das Ende

Der Amazon-Boom fordert Tribut. Landauf, landab gehen in den USA Shopping-Malls zu Grunde. Unter die Räder kommen dabei regelrechte Handelsikonen, wie die Übersicht zeigt - nun auch die Kaufhauskette Sears.
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Sears: Die Kaufhauskette war einmal in etwa das, was Amazon heute ist: Ein disruptiver Handelskonzern. Doch das ist 100 Jahre her. Am Montag hat der einst größte Arbeitgeber der USA Insolvenz angemeldet. Bis Jahresende sollen 142 Filialen schließen - zusätzlich zu 46 Läden, deren Aus bis November schon zuvor geplant war. Von mehr als 4000 Filialen im Jahr 2011 ist nicht einmal ein Viertel noch übrig.

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Sears ist eine Ikone der US-Wirtschaft. Die frühere Zentrale in Chicago, inzwischen umbenannt in Willis Tower, galt unter dem Namen Sears Tower jahrzehntelang als höchstes Gebäude der Welt. In der Nachkriegszeit war der Versandhandelspionier größter Arbeitgeber der USA und versorgte die wachsenden Vorstädte Amerikas flächendeckend.

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Sears-Präsident Eddie Lampert verspricht, der Gläubigerschutz nach Chapter 11 werde helfen, das Unternehmen zu sanieren und profitabel neu aufzustellen. Sein Hedgefonds ist zugleich größter Aktionär und größter Gläubiger der Kaufhauskette. Doch das Gelingen der Operation gilt als fraglich. Lampert begleitet den Niedergang des Unternehmens schon lange. Das Bild von 2004 zeigt den damals als Finanzgenie gefeierten Milliardär anlässlich der Fusion von Sears und Kmart, die eine neue Macht des Einzelhandels schaffen sollte.

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Kmart: Das Überleben des Unternehmens sei nicht sicher, sagte zuletzt - der Eigentümer Sears Holdings Corporation. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen 2,2 Milliarden Dollar Verluste und schloss zahlreiche große Filialen - nun geht es zusammen mit Sears in die Insolvenz. Lampert hatte Kmart anfänglich noch selbst aus der Pleite geführt.

Filialen geschlossen 2017: 108

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Das bisher spektakulärste Opfer der Branchenkrise heißt Toys R Us: Das Unternehmen hat im September 2017 Insolvenzantrag gestellt, nun schließt es sämtliche 735 Geschäfte in den USA. Die profitablen deutschen Läden wurden verkauft, für die Marke kam im Frühjahr 2018 das Aus. Toys R Us litt unter der großen Konkurrenz von Online-Händlern aber auch einer enormen Schuldenlast, die Finanzinvestoren im Zuge einer mit Kredit finanzierten Übernahme im Jahr 2005 auf dem Unternehmen abgeladen hatten. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht ...

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... auf die massiven Verwerfungen durch Amazon und andere Onlinehändler, die im US-Handel kaum einen Stein auf dem anderen lassen. Symbol dafür ist die verlassene Randall Park Mall in Ohio: Amerikas Shopping-Herrlichkeit in der realen Welt ist bedroht. Einerseits haben Immobilienentwickler den Markt dramatisch überschätzt. Andererseits saugen Online-Händler die Einkaufszentren aus - allen voran Amazon. Auf der Strecke bleiben viele US-Geschäfte regelrechter Handels-Ikonen.

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Gander Mountain: Der Spezialist fürs Jagen, Angeln und Zelten erlebte seit seiner Gründung 1960 einen langen Aufstieg - getrieben durch den wachsenden Freizeitkonsum. Schon 1990 ging die Handelskette bankrott, nun setzt ihr der Onlineboom zu. Im März 2017 meldete das Unternehmen Insolvenz an und bietet sich zum Verkauf an.

Filialen geschlossen 2017: 30

Quelle: Business Insider, eigene Recherchen. Stand: 2. Quartal 2017

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Guess: Der Mode-Filialist hat in Asien zuletzt Fortschritte gemacht, und auch im Großhandel hat das Unternehmen Ambitionen. Doch in Nordamerika läuft es für das Label, für das einst Claudia Schiffer posierte, nicht gut.

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Abercrombie and Fitch: Die Marke ist längst nicht mehr so angesagt wie vor einigen Jahren. Soweit möglich verlagert die Modekette ihr Geschäft ins Internet und suchte zuletzt Hilfe bei der asiatischen E-Commerce-Website Zalora.

Filialen geschlossen 2017: 60

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Macys: Der größte Warenhausbetreiber der USA kämpft mit dem Niedergang. Das Management hat Teile des Unternehmens verkauft und mit massivem Arbeitsplatzabbau auf die Krise reagiert. Trotzdem waren zuletzt noch 172.500 Menschen bei Macys beschäftigt.

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CVS: Die Pharma-Kette hat zuletzt Schlagzeilen damit gemacht, dass sie keine Zigaretten (!) mehr verkauft. Dem Image hat es nicht wesentlich geholfen - das Unternehmen geriet in den allgemeinen Abwärtsstrudel im Handel und verlor im vergangenen Jahr gut 30 Prozent an Wert.

Filialen geschlossen 2017: 70

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Staples: Als stationärer Händler von Papierprodukten ist die Kette in mehrfacher Hinsicht vom Konsumwandel betroffen. Der Umsatz ging zuletzt zurück. Dies vor allem im stationären Nordamerika-Geschäft, wo Staples im abgelaufenen Quartal 8,2 Prozent weniger erlöste. Der Konzern stößt Firmenteile wie etwa das Großbritannien-Geschäft ab - und soll nun für 7 Milliarden Dollar an eine Beteiligungsgesellschaft gehen.

Filialen geschlossen 2017: 70

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American Apparel: Der schrille Typ zieht nicht mehr (und ist auch nicht mehr an Bord): Seit Dov Charney 2014 das Label verlassen hat, geht es weiter bergab. Im Oktober 2015 meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Filialen geschlossen 2017: 110

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BCBG: Designermode zu erschwinglichen Preisen - diese Idee wirkte 1989 frisch, als das Label von Max Azria entstand. Knapp 30 Jahre später überrollt der Onlinehandel die Marke. Im Februar meldete das Unternehmen Insolvenz an und will die Hälfte der Filialen schließen.

Filialen geschlossen 2017: 120

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JCPenney: Die 1902 in Wyoming gegründete Kaufhauskette hat noch über 1000 Filialen in den USA - doch die Tendenz zeigt klar nach unten. Den vollständigen Kollaps hat der Konzern indes bisher immer wieder abgewendet.

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Crocs: Plastikschuhe liegen im Trend - in den Filialen der Kette Crocs wollen sie aber immer weniger Menschen kaufen. Eine Kampagne mit Drew Barrymore soll nun retten, was zu retten ist.

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Bebe: Die Kette für Frauenmode geht einen radikalen Schritt: Aufgrund finanzieller Probleme schließet sie sämtliche Filialen und verkauft Ware künftig nur noch online.

Filialen geschlossen 2017: 168

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Wet Seal: Der Spezialist für Teenager-Mode (gegründet 1962) ist bereits völlig am Ende. Zum Januar 2017 wurde das zuletzt erfolglose Unternehmen aufgelöst.

Filialen geschlossen 2017: 171

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Hhgregg: Dem Spezialist für Elektronik und Hausgeräte (gegründet 1955) ist der Saft ausgegangen. Als besonders drastisches Beispiel für die so genannte Handels-Apokalypse in den USA will das Unternehmen sämtliche Filialen schließen.

Filialen geschlossen 2017: 226

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Family Christian: Der traditionsreichen Buchkette haben Amazon und Co. ebenfalls das Genick gebrochen. In diesem Jahr werden sämtliche Filialen geschlossen.

Filialen geschlossen 2017: 240

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The Limited: Die Existenz der Filialen der Kleidungskette war auf die Zeit von 1963 bis 2017 limitiert. Das Unternehmen ist insolvent, und hielt zuletzt lediglich einen Onlinehandel aufrecht.

Filialen geschlossen 2017: 250

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RadioShack: Der Name der Muttergesellschaft - General Wireless Operations - suggeriert Modernität, doch der Elektronikmarkt mit kleinen Filialen hat bereits zwei Mal Insolvenz angemeldet. Zuletzt brachte eine Kooperation mit dem Mobilfunkanbieter Sprint nicht den erhofften Erfolg.

Filialen geschlossen 2017: 552

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Payless ShoeSource: Am schwersten schlägt das Schicksal derzeit für die Schuhkette zu. Dem Unternehmen ist es nicht gelungen, das Geschäft erfolgreich ins Internet zu verlegen - im April meldete es Insolvenz an. (Das Foto zeigt Szenen einer Plünderung bei Payless im Jahr 1992).

Filialen geschlossen 2017: 1000

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Doch nicht nur Billigheimer leiden unter der Transformation im Handel. Zuletzt schloss Modelabel Ralph Lauren sein Flagship Store auf New Yorks Fifth Avenue. Zuvor waren Umsatz und Gewinn der Kette stark eingebrochen. Dabei gilt Luxus immer noch als einen Rezept, mit dem sich Einkaufzentren und Einzelhändler in der Krise behaupten können. Doch auch in diesem Segment ändern sich offenbar die Zeiten.

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