BER - was nun? Wo neues Leben in Industrieruinen keimt

Für Investitionsruinen in der BER-Liga gibt es Chancen auf ein zweites Leben, wie unsere Übersicht zeigt.
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Alptraum ohne Ende: Der Berliner Pannenflughafen BER dürfte noch mehr Mängel haben als bislang bekannt. Längst mehren sich die Stimmen, die den Airport an anderer Stelle neu aufbauen wollen. Was passiert dann mit den teuren Gebäuden? Es gibt ein Leben nach dem Plan, wie zahlreiche Beispiele zeigen.

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Nur 50 Kilometer südlich von Berlins Stadtgrenze liegen die Gemeinden Halbe und Krausnick-Groß Wasserburg. Hier baute auf dem Gelände eines ehemaligen sowjetischen Flugplatzes einst Cargolifter die weltweit größte freitragende Werft-Halle, um darin Luftschiffe zu bauen. Doch die Kostensteigerungen für den Bau und die Entwicklung der Luftschiffe waren galaktisch. Der Traum vom Riesen-Zeppelin ging in Luft auf ...

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... 2002 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Für die Riesen-Halle fand der malayische Käufer Tanjong eine neue Bestimmung: Seit Dezember 2004 beherbergt die einstige Cargolifter-Produktionsstätte eine Indoor-Spaßbad mit Palmen, Riesen-Schwimmbecken und Saunalandschaft: Das "Tropical Islands".

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Satte 158 Millionen Euro hat der Bau der Rennstrecke Lausitzring gekostet. Im Jahr 2000 wurde die Strecke mit viel Pomp eröffnet, zwei Jahre später war sie bereits insolvent - und hangelte sich dann mehr schlecht und recht durch die Jahre. Seit 1. November 2017 gehört die Rennstrecke dem Prüfriesen Dekra, der sie zum Entwicklungszentrum für autonomes Fahren machen möchte - inklusive einer "Geisterstadt" für Roboterautos. Ziemlich nahe am Ursprungsplan.

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Das ist Österreichs teuerste Investitionsruine: Das Atomkraftwerk Zwentendorf südlich von Wien wurde Ende der 1970er-Jahre für 5,2 Milliarden Schilling (nach heutiger Kaufkraft rund 1,6 Milliarden Euro) komplett fertig gebaut. Nur die Brennstäbe fehlten noch, als sich die Österreicher 1978 in einem Volksentscheid gegen den Betrieb entschieden. Strom hat das Kraftwerk nie produziert, dafür aber Erhaltungskosten. Teile ...

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... des Siedewasserreaktors dienten als Ersatzteilspender für baugleiche deutsche Kraftwerke. Gebäude und das Gelände wurden auch für Sicherheits- und Katastrophenschutztrainings genutzt. Seit 2010 hat das AKW eine weitere Bestimmung gefunden: Auf dem Gelände hat die Technische Universität Wien ein Photovoltaik-Forschungszentrum eingerichtet - samt 190-Kilowatt-Solarzellenanlage. Die einzige Strahlung auf dem Kraftwerksgelände kommt nun also von der Sonne.

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Kernkraftwerke fertig zu bauen und dann nie ans Netz zu bringen, schaffen aber nicht nur die Österreicher: Im niederrheinischen Kalkar steht ein Kernkraftwerk, dessen Errichtung rund 7 Milliarden DM verschlang. In Betrieb ging es wegen Sicherheitsbedenken aber nie. Ein niederländischer Investor kaufte das Gelände - und errichtete dort den Vergnügungspark Wunderland Kalkar samt All-Inclusive-Hotel mit 1000 Betten.

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Was macht man im bevölkerungsreichen Ruhrgebiet mit einer 8.900 Quadratmeter großen Halle, die einst für eine Gewerbeausstellung gebaut und danach etwa als Gebläsemaschinenhalle für Hochöfen verwendet wurde? Die Bochumer haben dieses Industrierelikt in "Jahrhunderthalle" umbenannt - im Jahr 2003 wurde ...

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... die Halle komplett saniert und mit einem modernen Vorbau versehen. Seither dient sie als Veranstaltungskomplex, selbst Opern-Neuinszenierungen fanden darin schon statt. Wie weit sich das rechnet, oder ob die Halle ein Zuschussgeschäft bleibt, wissen aber nur die Betreiber und die Stadtverwaltung.

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Von 1913 an speicherte der Energieversorger GASAG im Gasometer Schöneberg Gas für den Gebrauch in Berliner Haushalten und die Straßenbeleuchtung. 1994 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, 1995 stillgelegt. Danach verkam das Gebäude, doch 2007 erwarb ein Projektenwickler das Gelände - und gestaltete es um. Auf der Grundfläche des Gasometers steht seit 2009 ein Folienzelt, das ...

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... für Veranstaltungen genutzt wird (unter anderem den "Game Changer" von manager magazin und Bain). Die Stahlkonstruktion rundherum wird wohl noch bis 2020 saniert. In den Gebäuden ringsum firmiert ein Teil des Campus der TU Berlin. So etwas Ähnliches gibt es natürlich auch ...

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... im Ruhrgebiet: Das Gasometer Oberhausen war bis 1988 in Betrieb, danach sollte es abgerissen werden. Denkmalschützer setzten sich aber letztlich durch, 1992 kaufte die Stadt Oberhausen das Gebäude und ließ es zu Europas höchster Ausstellungshalle umbauen. Das Gebäude ist 117 Meter hoch, zwei Mal ...

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... wurde das Gebäude vom "Verpackungskünstler" Christo und seiner Frau Jeanne-Claude für ihre Werke genutzt. Um das mit dem BER zu wiederholen, müsste allerdings wohl eine Künster-Armee anrücken.

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