600 Millionen Euro für Anleger Wunderwaffe Spruchverfahren

1 / 7

Zu den prominentesten Spruchverfahren, die derzeit vor deutschen Gerichten verhandelt werden, gehört jenes um Kabel Deutschland. Angeführt vom US-Hedgefonds Elliott Capital versuchen die Minderheitsaktionäre die Abfindung, die ihnen Vodafone für ihre restlichen Aktien gezahlt hat, aufzubessern. Das Verfahren läuft vor dem Landgericht München.

Foto: DPA
2 / 7

Ähnlich ist es bei Demag Cranes. Der Übernahme des Düsseldorfer Kranherstellers durch Terex hat die Mehrheit der Aktionäre schon zugestimmt. Auch in diesem Fall streitet sich jedoch der US-Hedgefonds Elliott Capital noch vor Gericht im Rahmen eines Spruchverfahrens um eine höhere Abfindung.

Foto: DPA
3 / 7

Den Chemiekonzern Altana hat sich Quandt-Erbin und Multi-Milliardärin Susanne Klatten einverleibt. Einige wenige Minderheitsaktionäre hoffen allerdings noch auf das Spruchverfahren, in dem der Sachverständige zuletzt angekündigt hat, noch im ersten Halbjahr seine Stellungnahme vorlegen zu können. Das Prozedere zieht sich vor dem Landgericht Düsseldorf schon einige Jahre hin.

Foto: DPA
4 / 7

Bemerkenswert: Nach Recherchen des Berliner Rechtsanwalts Martin Weimann finden die meisten Spruchverfahren vor Gerichten in Nordrhein-Westfalen (im Bild: Düsseldorf) statt, noch vor den wirtschaftlich starken Bundesländern Bayern und Baden-Württenberg.

Foto: Corbis
5 / 7

Insgesamt 477 Squeeze-outs aus den Jahren 2002 bis 2013 hat Weimann unter die Lupe genommen. In 397 davon kam es zu Spruchverfahren, in denen Minderheitsaktionäre vor Gericht die vom Firmenkäufer angesetzte Abfindung überprüfen ließen.

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa
6 / 7

Ergebnis: In 80 Prozent der Fälle setzen die Gerichte laut Weimann die faire Abfindung höher an, so dass die Unternehmen nachzahlen müssen. Insgesamt erhielten Aktionäre aufgrund solcher Urteile von 2002 bis 2013 mehr als 600 Millionen Euro zusätzlich, so der Anwalt.

In 10 Prozent der Fälle bestätigen die Richter den Ansatz der Käufer, in weiteren 10 Prozent gehen sie mit ihrer Unternehmensbewertung sogar noch darunter. Zurückzahlen müssen Minderheitsaktionäre in diesem Fall allerdings von der bereits erhaltenen Abfindung nichts.

Foto: Justin Lane/ dpa
7 / 7

Zwar ziehen sich Spruchverfahren lange hin. Die durchschnittliche Dauer allein in der ersten Instanz beträgt laut Weimann mehr als drei Jahre und zehn Monate. Während dieser Zeit erhalten die Minderheitsaktionäre für ihre Beteiligung allerdings eine Verzinsung von 5 Prozent.

Foto: Martin Schutt/ dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.