40 Milliarden Dollar Uber ist mehr wert als Deutsche Post oder Eon

Die neue Finanzierungsrunde katapultiert den Fahrdienst Uber in andere Sphären. Das Startup aus San Francisco soll jetzt 40 Milliarden Dollar wert sein - mehr als manche etablierte Großkonzerne. Wir machen den Vergleich.
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Uber hat sich in diesem Jahr mit Taxifahrern, anderen Wettbewerbern und Behörden in aller Welt angelegt - und die Publicity genutzt: Kein Startup hat jemals so viel Geld vor einem Börsengang eingesammelt wie der 2009 in San Francisco gegründete Fahrtenvermittler. Nach der jüngsten Milliardenspritze wird der Unternehmenswert offiziell auf 40 Milliarden Dollar (32,4 Milliarden Euro) beziffert. Zu Jahresbeginn waren es noch 3,5 Milliarden Dollar.

Damals kündigte Gründer Travis Kalanick an, bis Ende 2014 auf eine Belegschaft von vielleicht 1500 bis 2000 zu wachsen. Hinzu kommen noch die nicht angestellten Fahrer. Uber prophezeit, 2015 eine Million Jobs zu schaffen und zwei Milliarden Dollar Umsatz. Von Gewinn ist keine Rede. Ohnehin sind das vage Prognosen, schwer vergleichbar mit den testierten Zahlen ähnlich hoch bewerteter Konzerne ...

Foto: Adam Berry/ Getty Images
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Die Deutsche Post kommt aktuell auf einen Börsenwert von 31,8 Milliarden Euro, also etwas weniger als Uber - und das, nachdem der einst biedere Staatskonzern schon einen gewaltigen Hype um das dank Online-Handel boomende Paketgeschäft sowie neue Techniken wie Lieferdrohnen erlebt hat.

Beschäftigte: 438.973
Umsatz: 41,3 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 1,4 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: DPA
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Dass Eon mit einer Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Euro hinter Uber landet, ist dem Niedergang des einstigen Dax-Schwergewichts infolge der Energiewende geschuldet. Nun plant der Konzern, sich 2016 aufzuspalten. Nach jetzigem Stand entstünden dann wertmäßig zwei halbe Ubers, auch wenn einer der beiden Konzerne ebenso den Fokus auf neue Techniken, Geschäfte und Kundenbeziehungen legt.

Beschäftigte: 59.956
Umsatz: 81,3 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 255 Millionen Euro (Januar bis September 2014)

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
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Im Euro-Zonen-Leitindex EuroStoxx 50 bietet die italienische Großbank Unicredit, zu der auch die einst zweitgrößte deutsche Bank HypoVereinsbank gehört, einen guten Vergleich zu Uber: Die Aktien werden derzeit zu einem Gesamtwert von 33 Milliarden Euro gehandelt.

Beschäftigte: 129.958
Bilanzsumme: 858 Milliarden Euro (30. September 2014)
Gewinn: 2,335 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: Getty Images
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In der Heimat USA kann Uber es nun mit einem Riesen der Transportbranche aufnehmen: Die Fluggesellschaft Delta Airlines, nach der Zahl der beföderten Passagiere erst kürzlich von den fusionierten Wettbewerbern American Airlines/US Airways an der Weltspitze abgelöst, hat einen Börsenwert von 31,4 Milliarden Euro.

Beschäftigte: 79.714
Umsatz: 22,7 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 1,01 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: © George Frey / Reuters/ REUTERS
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Kaum zu glauben, aber sogar den Elektroautohersteller Tesla hat Uber abgehängt. Die nicht weniger disruptive Firma des um keine große Vision verlegenen Silicon-Valley-Stars Elon Musk ist bereits seit 2010 an der Börse, als Uber gerade seine ersten Fahrten anbot. Aktuell beträgt Teslas Marktkapitalisierung schlappe 22,7 Milliarden Euro.

Beschäftigte: über 6000
Umsatz: 1,65 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Verlust: 137 Millionen Euro (Januar bis September 2014)

Foto: KEVORK DJANSEZIAN/ AFP
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Weit enteilt ist mit dem größten Börsengang der Geschichte im September der chinesische Internetkonzern Alibaba. Dessen Aktien sind zusammengenommen aktuell 217 Milliarden Euro wert. Um in diese Liga vorzustoßen, müsste Uber sich noch versiebenfachen - durchaus denkbar, dass Gründer Kalanick solche Ambitionen hegt.

Beschäftigte: 26.845
Umsatz: 5,7 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 2,67 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: JEWEL SAMAD/ AFP
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Etwas bescheidener sieht der ebenfalls im September an die Börse gestartete Versandhändler Zalando aus. Dank der Ankündigung, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen, liegt die Marktkapitalisierung von 6 Milliarden Euro inzwischen über dem Ausgabekurs - aber Uber ist mehr als fünfmal so viel wert.

Beschäftigte: 7176
Umsatz: 1,55 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Verlust: 365 Millionen Euro (Januar bis September 2014)

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS
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Betrachtet man nur die im Dax notierten Vorzugsaktien, ist selbst Volkswagen mit einem Börsenwert von 33 Milliarden Euro nicht weit von Uber entfernt. Hinzu kommen jedoch noch 86,5 Milliarden Euro für die Stammaktien. Das rückt die Verhältnisse gerade: Der größte Konzern Deutschlands (mit Ambition auf die Weltspitze in seiner Branche) ist auch der wertvollste.

Beschäftigte: 590.800
Umsatz: 147,7 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 8,7 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: DPA
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Direkte Wettbewerber Ubers sind an der Börse selten. Den Daimler-Konzern mit seinen starken Investments in neue Mobilitätslösungen wie den Carsharing-Dienst Car2go oder die Taxi-App Mytaxi könnte man dazu zählen. Dennoch werden sich die Stuttgarter, die 72,2 Milliarden Euro auf die Börsenwaage bringen, weiterhin in erster Linie als Autohersteller begreifen.

Beschäftigte: 282.302
Umsatz: 94,1 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)
Gewinn: 6,1 Milliarden Euro (Januar bis September 2014)

Foto: Chip Somodevilla/ Getty Images
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Die wahren direkten Wettbewerber sind ohnehin die Taxifahrer. Ein Marktwert für die Branche ist nicht ohne weiteres zu ermitteln, die Preise für Taxilizenzen etwa variieren stark nach lokalen Bedingungen. Den Umsatz der gut 50.000 Taxen in Deutschland gibt das Statistische Bundesamt für 2012 mit 3,74 Milliarden Euro an. Darin eingerechnet sind schon Chauffeure mit Mietwagen. Nach Ubers Geschäftsmodell nimmt der Vermittler ein Fünftel des Fahrpreises. Um seiner Bewertung gerecht zu werden, müsste Uber wohl schon mehr tun, als nur den globalen Taximarkt komplett zu übernehmen.

Foto: FABRIZIO BENSCH/ Reuters
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