Die Reichtümer des Kreml-Chefs Putins versteckte Milliarden

Wie reich ist Wladimir Putin? Die Schätzungen reichen von einer schlichten 77-Quadratmeter-Wohnung bis hin zu einem Vermögen von 200 Milliarden US-Dollar. Fakt ist: Der Kreml-Chef ist so mächtig, dass er seinen Besitz beliebig vermehren und dessen Nachweis verschleiern kann. Putin liebt Luxus – seine inoffiziellen Besitztümer im Überblick.

"Putins Palast" am Schwarzen Meer: Das vom russischen Geheimdienst bewachte Luxus-Anwesen gehört selbstverständlich nicht Wladimir Putin, sondern einem befreundeten Oligarchen

"Putins Palast" am Schwarzen Meer: Das vom russischen Geheimdienst bewachte Luxus-Anwesen gehört selbstverständlich nicht Wladimir Putin, sondern einem befreundeten Oligarchen

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Navalny Life / dpa

Um etwas über den offiziellen Besitz des Wladimir Wladimirowitsch Putin (69) zu erfahren, hilft ein Blick in die Wahlliste zur Präsidentenwahl 2018. Eine Wohnung mit 77 Quadratmetern und eine Garage mit 18 Quadratmetern sind dort aufgelistet. Hinzu kommt nach Angaben des Kreml ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 140.000 US-Dollar für den amtierenden Präsidenten. Von diesem Einkommen dürfte sich Putin auch ein oder zwei Autos für seine Garage geleistet haben.

So weit die offiziellen Angaben, die als unteres Ende für die Schätzungen von Putins Reichtum dienen. Am oberen Ende rangiert die Schätzung von Hedgefonds-Gründer und Russland-Kenner Bill Browder, der mit seinem Unternehmen "Hermitage Capital" zeitweise größter Auslandsinvestor in Russland war. Browder schätzte das Privatvermögen von Wladimir Putin bei einer Anhörung vor dem US-Senat im Jahr 2017  auf 200 Milliarden Dollar: Putin sei damit einer der reichsten Menschen der Welt.

Milliardenwerte abseits von Grundbüchern und Konten

Wer Putins Vermögen bemessen will, braucht nicht in Grundbücher zu schauen oder Kontolisten einzusehen. Der Herrscher im Kreml ist so mächtig, dass er mühelos ein Heer von Oligarchen als Strohmänner einsetzen kann, um seinen wahren persönlichen Reichtum zu verschleiern. "Alles, was zu Russland gehört, betrachtet Putin als sein Eigentum", sagte der im Exil lebende Oligarch Sergej Putatschew dem "Guardian" . "Jeder Versuch, seinen persönlichen Besitz festzustellen, wird daher fehlschlagen."

Vor allem nach seiner Wiederwahl zum Staatspräsidenten 2012 habe Putin ein System aus Korruption und Mittelsmännern genutzt, um immer größere Vermögen in die eigene Tasche zu lenken. Eine Gruppe von engen Vertrauten – die meisten kennt Putin noch aus KGB-Zeiten – dient ihm dabei als wandelnde persönliche Brieftasche.

50 Prozent – von allem

Putins spezielle Strategie der Vermögensbildung, mithilfe von Strohmännern ein Milliardenvermögen anzuhäufen, beschrieb Russland-Kenner Browder laut dem US-Magazin "Fortune"  während seiner Anhörung im Senat mit folgender Anekdote: Nach der Verurteilung des Kreml-Kritikers Michael Chodorkowski zu einer langjährigen Haftstrafe hätten zahlreiche Oligarchen bei Putin vorgesprochen. Die verängstigten Oligarchen hätten ihn gefragt, was sie tun könnten, um nicht eines Tages im selben Käfig zu sitzen wie "Staatsfeind" Chodorkowski. Putin habe geantwortet: "50 Prozent".

Browder verdeutlicht im Anschluss die Bedeutung dieses Satzes: "Putin meinte nicht 50 Prozent ihres Geldes für die Regierung oder für die russische Staatskasse. Er meinte: 50 Prozent des Geldes für ihn persönlich."

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